Verkehrsberuhigung schafft Lebensqualität

Lina Mosshammer, VCÖ-Verkehrspolitik

Warum sind Kinder immer weniger draußen? Die hohen Geschwindigkeiten des Kfz-Verkehrs in Städten und Ortszentren schränken den Bewegungsspielraum ein. Kinder sind seltener selbständig unterwegs, und das hat Auswirkungen auf ihre Entwicklung. Es gibt noch viele weitere Gründe, wieso eine Temporeduktion sinnvoll ist, von der höheren Sicherheit, über weniger Lärm bis hin zu mehr Platz und Lebensqualität für Alle.

Tempo 30 ermöglicht auch den Öffentlichen Raum neu zu gestalten

Neu ist die Idee nicht. Die Stadt Graz hat seit über 30 Jahren flächendeckend Tempo 30 in allen Nebenstraßen und weitet dieses nun auf einigen Hauptstraßen aus. Und international setzen immer mehr Städte auf Tempo 30. Bordeaux, Beglés, Brüssel und Helsinki sind nur einige Beispiele, die mit Tempo 30 mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität schaffen. Die Ergebnisse zeigen den Erfolg. Im spanischen Pontevedra gilt seit dem Jahr 2009 Tempo 30 und Gehen hat hier den Vorrang. Seither gab es keinen einzigen Verkehrstoten im Zentrum und die CO2- Emissionen konnten um 70 Prozent reduziert werden.

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VCÖ: Im Vorjahr verunglückten im Schnitt zehn Kinder pro Tag im Straßenverkehr

VCÖ (Wien, 29. Mai 2026) – Im Vorjahr verunglückten in Österreich insgesamt 3.559 Kinder im Straßenverkehr, um fast 16 Prozent mehr als im Jahr 2024. Die Zahl der bei einem Verkehrsunfall verunglückten radfahrenden Kinder ist sogar um 25 Prozent auf 810 gestiegen, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf Daten der Statistik Austria hin. Das ist der höchste Wert der vergangenen 20 Jahre. Dass insbesondere Kinder sichere und gute Radwege brauchen, darauf macht am kommenden Wochenende die Kidical Mass in mehreren Städten Österreichs aufmerksam. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen für ein kindgerechtes Verkehrssystem.

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Foto: Zwei Schulkinder zwischen zwei Autos, welche auf die Straße schauen.