Verkehrsberuhigung schafft Lebensqualität

Lina Mosshammer, VCÖ-Verkehrspolitik

Warum sind Kinder immer weniger draußen? Die hohen Geschwindigkeiten des Kfz-Verkehrs in Städten und Ortszentren schränken den Bewegungsspielraum ein. Kinder sind seltener selbständig unterwegs, und das hat Auswirkungen auf ihre Entwicklung. Es gibt noch viele weitere Gründe, wieso eine Temporeduktion sinnvoll ist, von der höheren Sicherheit, über weniger Lärm bis hin zu mehr Platz und Lebensqualität für Alle.

Tempo 30 ermöglicht auch den Öffentlichen Raum neu zu gestalten

Neu ist die Idee nicht. Die Stadt Graz hat seit über 30 Jahren flächendeckend Tempo 30 in allen Nebenstraßen und weitet dieses nun auf einigen Hauptstraßen aus. Und international setzen immer mehr Städte auf Tempo 30. Bordeaux, Beglés, Brüssel und Helsinki sind nur einige Beispiele, die mit Tempo 30 mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität schaffen. Die Ergebnisse zeigen den Erfolg. Im spanischen Pontevedra gilt seit dem Jahr 2009 Tempo 30 und Gehen hat hier den Vorrang. Seither gab es keinen einzigen Verkehrstoten im Zentrum und die CO2- Emissionen konnten um 70 Prozent reduziert werden.

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VCÖ: Zwei Drittel der Verkehrsunfälle passierten im 1. Halbjahr im Ortsgebiet

VCÖ (Wien, 27. Oktober 2023) – 48 Todesopfer und 12.257 Verletzte: Das ist die traurige Opferbilanz der Verkehrsunfälle im Ortsgebiet allein im 1. Halbjahr, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Im Schnitt passierte alle 25 Minuten ein Verkehrsunfall im Ortsgebiet bei dem ein Mensch zu Schaden kam. Bereits 280 Gemeinden und Städten fordern gemeinsam mit VCÖ und dem Österreichischen Städtebund eine Reform der Straßenverkehrsordnung, damit es Gemeinden und Städten erleichtert wird, Tempo 30 umzusetzen.  

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VCÖ: In den vergangenen 10 Jahren kamen 80 Kinder im Straßenverkehr ums Leben, fast 27.000 wurden verletzt

VCÖ (Wien, 23. Oktober 2023) –Das Ziel „kein tödlicher Kinderunfall im Straßenverkehr“ hat Österreich auch in den vergangenen zehn Jahren in keinem einzigen Jahr erreicht, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. In den vergangenen zehn Jahren kostete der Straßenverkehr 80 Kindern das Leben, fast 27.000 wurden verletzt. Im Ortsgebiet erhöhen Tempo 30 statt 50 und mehr Verkehrsberuhigung die Sicherheit der Kinder, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ. Und auch außerhalb des Ortsgebiets braucht es verstärkte Maßnahmen.

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Foto: Grabkerzen mit Blumenstrauß