VCÖ: In Österreich haben bereits rund 1,67 Millionen Personen eine Jahresnetzkarte für den Öffentlichen Verkehr

Räumliche und zeitliche Angebotslücken schließen, Kapazität in Ballungsräumen erhöhen

VCÖ (Wien, 8. Oktober 2024) – Immer mehr Öffi-Fahrgäste haben eine Jahresnetzkarte, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Gemeinsam mit den Klimatickets der Bundesländer und der Jahreskarte der Wiener Linien haben bereits rund 1,67 Millionen Personen eine Jahresnetzkarte für den Öffentlichen Verkehr, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Dazu kommen noch mehr als 600.000 Netzkarten für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrlinge. Ein gutes öffentliches Verkehrsangebot in der Nähe bringt der Bevölkerung eine große finanzielle Entlastung, insbesondere Pendlerinnen und Pendler können mit einem Klimaticket viel Geld sparen. Sowohl in Ballungsräumen als auch in den Regionen ist das öffentliche Verkehrsangebot auszubauen und zu verbessern, betont der VCÖ.

Immer mehr Menschen in Österreich haben eine Jahresnetzkarte für den Öffentlichen Verkehr. Bereits mehr als 300.000 besitzen ein Klimaticket Österreich, weitere rund 500.000 haben ein regionales Klimaticket. Inklusive der Jahreskarten für Wien nutzen bereits mehr als 1,67 Millionen Menschen in Österreich eine Jahresnetzkarte für den Öffentlichen Verkehr, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Gemeinsam mit den mehr als 600.000 Netzkarten für Schülerinnen und Schüler sowie Lehrlinge gibt es rund 2,3 Millionen Öffi-Jahresnetzkarten in Österreich. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl sind nach Wien in Vorarlberg, Tirol und Salzburg Klimatickets besonders stark verbreitet.

„Mit dem Klimaticket können im Geltungsbereich alle öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden. Das spart zum einen Kosten, macht aber auch die Benützung des Öffentlichen Verkehrs einfacher und deutlich bequemer. Einsteigen und losfahren lautet die Devise, statt für jede Fahrt ein passendes Ticket kaufen zu müssen“, weist VCÖ-Experte Michael Schwendinger auf häufig genannte Vorteile für das Klimaticket hin.

Pendlerinnen und Pendler können sich mit dem Klimaticket besonders viel Geld sparen. Der VCÖ hat für einige Pendelstrecken die Kosten verglichen. Beispielsweise sparen sich Pendlerinnen und Pendler auf der Strecke Kufstein – Innsbruck mit dem Klimaticket im Vergleich zu den Spritkosten im Auto mehr als 2.700 Euro pro Jahr. Bei der Strecke Bischofshofen – Salzburg beträgt die jährliche Ersparnis mehr als 2.200 Euro pro Jahr, von Bludenz nach Bregenz fast 1.900 Euro pro Jahr, Bruck an der Mur nach Graz rund 1.800 Euro pro Jahr, zwischen Villach und Klagenfurt fast 1.300 Euro pro Jahr und auf der Strecke Neusiedl – Eisenstadt mehr als 900 Euro pro Jahr. „Das ist jeweils nur die Ersparnis im Vergleich zu den Spritkosten. Wird das Kilometergeld zugrunde gelegt, ist die Ersparnis mit dem Klimaticket um ein Vielfaches höher, auf der Strecke Neusiedl – Eisenstadt rund 5.600 Euro pro Jahr“, macht VCÖ-Experte Michael Schwendinger aufmerksam.

Unternehmen können mit Mobilitätsmanagement und Öffi-Jobtickets Anreize setzen, damit mehr Beschäftigte mit dem Öffentlichen Verkehr statt mit dem Auto zur Arbeit kommen. Damit wird die Verkehrsbelastung für Anrainerinnen und Anrainer reduziert, die Straßen entlastet, die Betriebe sparen sich Parkplatzfläche und die Beschäftigten sparen sich Geld und gewinnen nutzbare Reisezeit.

Darüber hinaus ist es wichtig, räumliche und zeitliche Lücken im öffentlichen Verkehrsangebot zu schließen. So sollten alle Bezirkshauptstädte und regionalen Zentren in Österreich gut an das überregionale Öffentliche Verkehrsnetz angebunden sein und der Bevölkerung gute regionale Verbindungen in das jeweilige Umland anbieten, betont der VCÖ. Da die Arbeitszeiten zunehmend flexibler werden, braucht es auch außerhalb der klassischen Pendelzeiten regelmäßige Verbindungen.

In Ballungsräumen sind bestehende Kapazitätsgrenzen durch mehr Verbindungen zwischen dem Umland und der Stadt zu beseitigen, etwa durch S-Bahnen und verlängerte Straßenbahnen. Zudem ist die bestehende Autobahn-Infrastruktur für Schnellbus-Verbindungen mit Busspur zu nutzen, damit mehr Pendlerinnen und Pendler staufrei zur Arbeit kommen können.

VCÖ: In Österreich gibt es bereits rund 1,67 Millionen Jahresnetzkarten
(Anzahl Klimatickets (Österreich und Regionale) und Jahreskarte Wien – ohne Netzkarten der Lehrlinge sowie Schülerinnen und Schüler )
Wien: 1.000.000
Niederösterreich und Burgenland: 138.000
Tirol: 136.000
Steiermark: 110.000
Oberösterreich: 93.000
Vorarlberg: 87.000
Salzburg: 78.000
Kärnten: 23.000
Summe: 1,67 Millionen
Quelle: Verkehrsverbünde, BMK, Wr. Linien, VCÖ 2024

VCÖ: Mit Klimaticket können sich Pendlerinnen und Pendler viel Geld sparen
(Kostenersparnis mit KlimaTicket Bundesland, Pendeln, 220 Arbeitstage pro Jahr - Vergleich zu Spritkosten eines durchschnittlichen Pkw, durchschnittlicher Spritverbrauch je Bundesland 6,6 – 6,8 Liter / 100 Km, Spritkosten 1,50 Euro pro Liter)
Kufstein – Innsbruck: 2.740 Euro Ersparnis
Amstetten – St. Pölten: 2.710 Euro Ersparnis
Attnang-Puchheim – Linz: 2.430 Euro Ersparnis
Bischofshofen – Salzburg: 2.270 Euro Ersparnis
Bludenz – Bregenz: 1.880 Euro Ersparnis
Bruck an der Mur – Graz: 1.830 Euro Ersparnis
Villach – Klagenfurt: 1.290 Euro Ersparnis
Hohenems – Bludenz: 1.260 Euro Ersparnis
Mürzzuschlag – Kapfenberg: 1.230 Euro Ersparnis
Leibnitz – Graz: 1.180 Euro Ersparnis
Wels – Linz: 1.030 Euro Ersparnis
Neusiedl - Eisenstadt: 940 Euro Ersparnis
Telfs – Innsbruck: 920 Euro Ersparnis
Baden – Wr. Neustadt: 800 Euro Ersparnis
Quelle: VCÖ 2024

Zurück zur Übersicht

VCÖ: Österreichs Straßenverkehr hat zweithöchsten Pro-Kopf CO2-Ausstoß der EU

VCÖ (Wien, 5. November 2022) – Im EU-Vergleich verursacht der Kfz-Verkehr in Österreich im Verhältnis zur Bevölkerungszahl den zweithöchsten Treibhausgas-Ausstoß, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Europäischen Umweltagentur zeigt. Auch wenn es regionale Unterschiede gibt, der CO2-Ausstoß des Verkehrs war in allen Bundesländern selbst im Corona-Jahr 2020 höher als im Jahr 1990.

Mehr dazu
Foto: Sarah Duit

VCÖ: Klimaticket zur umfassenden Mobilitätskarte weiter entwickeln

VCÖ (Wien, 24. Oktober 2022) – Vor einem Jahr wurde das Klimaticket Österreich eingeführt, das bereits Ende Juni von mehr als 170.000 Personen genutzt wurde. Zusätzlich zum österreichweiten gibt es die Klimatickets der Bundesländer, die für viele Pendlerinnen und Pendler eine große Kostenersparnis bringen. Je nach Strecke, kann die Ersparnis durch den Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr mit dem Klimaticket vielen Pendlerinnen und Pendlern de facto ein 15. Monatsgehalt bringen, wie eine aktuelle Analyse des VCÖ zeigt. So beträgt beispielsweise die Ersparnis auf den Pendelstrecken Amstetten – St. Pölten, Leoben – Graz oder Kufstein – Innsbruck mehr als 3.000 Euro pro Jahr. Der VCÖ fordert, dass das Klimaticket zu einer umfassenden Mobilitätskarte weiter entwickelt wird.

Mehr dazu
Foto: Sarah Duit