VCÖ: 20 Prozent weniger Verbrauch durch spritsparendes Fahren wirkt sich auf Kosten aus wie Spritpreis von 1,60 statt zwei Euro

VCÖ: Mit 100 km/h statt 130 km/h zu fahren reduziert den Verbrauch im Schnitt um 23 Prozent

Grafik: Zapfhahn auf weißen Hintergrund, aus welchem ein Tropfen Treibstoff tropft

VCÖ (Wien, 27. März 2026) – Die Osterwoche ist für viele auch eine beliebte Reisezeit. Wer mit dem Auto fährt, kann sich mit einem spritsparenden Fahrstil viel Geld sparen. Die Verringerung des Verbrauchs um 20 Prozent wirkt sich auf die Spritkosten wie eine Reduktion des Spritpreises von zwei Euro auf 1,60 Euro aus, verdeutlicht die Mobilitätsorganisation VCÖ. Insbesondere auf der Autobahn kann durch niedrigeres Tempo viel Sprit gespart werden: Bei Tempo 110 statt 130 sinkt der Verbrauch im Schnitt um 16 Prozent, bei Tempo 100 statt 130 sogar um 23 Prozent. Spritsparend fahren heißt vor allem langsamer, vorausschauend und niedrigtourig fahren, betont der VCÖ.

„Für die Spritkosten spielen zwei Komponenten eine Rolle: Der Spritpreis und der Verbrauch. Mit einem spritsparenden Fahrstil kann man sich viel Geld sparen, insbesondere in Zeiten wie diesen“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Bei einem Durchschnittsverbrauch von sieben Litern pro 100 Kilometer und einem Spritpreis von zwei Euro betragen die Spritkosten 14 Euro pro 100 Kilometer. Verringert man durch den Fahrstil den Verbrauch um zehn Prozent, dann sinken die Kosten auf 12,60 Euro, was die gleiche Wirkung hat wie eine Senkung des Spritpreises um 20 Eurocent auf 1,80 Euro. Durch einen spritsparenden Fahrstil kann der Verbrauch aber um gut 20 Prozent reduziert werden, wodurch die Spritkosten für 100 Kilometer auf 11,20 Euro sinken, was die gleiche Wirkung hat wie eine Reduktion des Spritpreises um 40 Cent auf 1,60 Euro, rechnet der VCÖ vor.

Bei Urlaubsfahrten mit dem Auto wird in der Regel ein Großteil der Strecke auf der Autobahn gefahren. „Gerade auf der Autobahn kann durch langsameres Fahren der Spritverbrauch stark verringert werden“, weist VCÖ-Experte Michael Schwendinger auf Daten des Umweltbundesamts hin. Wer 110 statt 130 km/h fährt, reduziert den Verbrauch im Schnitt um 16 Prozent, 100 statt 130 km/h bringt sogar eine Reduktion um durchschnittlich 23 Prozent. Oder anders gesagt: Wer bei 130 km/h einen Verbrauch von sieben Litern pro 100 Kilometern hat, kommt mit einer 50 Liter Tankfüllung 714 Kilometer weit, mit Tempo 100 hingegen 927 Kilometer. Wer langsamer fährt, das Motto gleiten statt rasen, beherzigt, muss seltener zur Tankstelle. Das gilt übrigens auch für Elektroautos: Niedrigeres Tempo verlängert die Reichweite.

Neben langsameren Fahren ist auch vorausschauendes Fahren für das Spritsparen wirksam, weil so frühzeitig der Fuß vom Gaspedal genommen und auch häufiger die Motorbremse eingesetzt werden kann, so ein weiterer Spritspartipp des VCÖ. Wichtig ist zudem, rasch in den höheren Gang zu schalten und niedrig tourig zu fahren. Auch weniger Gepäck hilft beim Spritsparen, denn mehr Gewicht bedeutet auch mehr Verbrauch. Regelrechte Spritfresser sind Dachboxen: Messungen des Adac haben einen Mehrverbrauch von 18 Prozent ergeben. Ein Spritfresser wird wohl aufgrund der aktuellen Temperaturen kein Problem bereiten: Eine zu kalt eingestellte Klimaanlage. Auch der richtige Reifendruck hilft beim Spritsparen.

Für die Spritkosten ist natürlich auch das Mobilitätsverhalten am Urlaubsort entscheidend. Vor allem bei Kurzstrecken ist der Verbrauch pro Kilometer extrem hoch. Wer Ziele in Gehdistanz zu Fuß zurücklegt, spart Sprit und kommt auf eine Portion gesunde Bewegung.  Etliche Unterkünfte bieten kostenlos Fahrräder zum Ausleihen an. In manchen Regionen kann der Öffentliche Verkehr mit der jeweiligen Tourismuskarte kostenlos oder ermäßigt benutzt werden.

Eine VCÖ-Analyse der Spritpreise in der Europäischen Union mit Stand Montag 23. März zeigt, dass Diesel in bereits 15 EU-Staaten mehr als zwei Euro pro Liter kostet, Eurosuper in fünf Staaten.

VCÖ: Minus 20 Prozent Verbrauch durch spritsparendes Fahren wirkt wie Senkung des Spritpreises von 2 auf 1,60 Euro
(Spritkosten pro 100 Kilometer bei Spritpreis von 2 Euro)

8 Liter: 16 Euro
Reduktion Verbrauch um  20 %: 12,80 Euro ( = 8 Liter Verbrauch bei Spritpreis von 1,60  Euro)

7 Liter: 14 Euro
Reduktion Verbrauch um  20 %: 11,20 Euro ( = 7 Liter Verbrauch bei Spritpreis von 1,60  Euro)

6 Liter: 12 Euro
Reduktion Verbrauch um  20 %: 9,60 Euro ( = 6 Liter Verbrauch bei Spritpreis von 1,60  Euro)

5 Liter: 10 Euro
Reduktion Verbrauch um 20 %: 8,0 Euro ( = 5 Liter Verbrauch bei Spritpreis von 1,60  Euro)

Quelle: VCÖ 2026

Zurück zur Übersicht

VCÖ-Magazin 2020-03 Arbeitswege sind auf Klimakurs zu bringen

Vor Covid-19 wurden in Österreich 60 Prozent der Fahrten zur Arbeit und zurück nach Hause mit dem Auto zurückgelegt. Allein diese Autofahrten stießen zuletzt mehr als 2,8 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr aus. Wie der Arbeitsweg zurückgelegt wird, prägt vielfach auch die Mobilität in anderen Lebensbereichen und auf anderen Wegen. Das VCÖ-Magazin "Arbeitswege sind auf Klimakurs zu bringen" zeigt anhand von Beispielen, wie Unternehmen schon jetzt die Klimabilanz von Arbeitswegen verbessern.

Mehr dazu

Güterverkehr auf Klimakurs bringen

Der Güterverkehr hat in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen – vor allem auf der Straße. Damit verbunden sind hohe Umweltbelastungen und externe Kosten, die die Gesellschaft zu tragen hat. Der Güterverkehr verursacht in Österreich rund ein Drittel der verkehrsbedingten CO2-Emissionen. Eine Reduktion ist dringend notwendig. Wie der Transport von Gütern klimaverträglicher werden kann, beschreibt die VCÖ-Publikation „Güterverkehr auf Klimakurs bringen“.

Mehr dazu