VCÖ: 64 Verkehrstote im 1. Quartal sind Mahnung verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen umzusetzen

VCÖ: Verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen insbesondere auf Freilandstraßen umsetzen, Handy am Steuer ins Vormerksystem aufnehmen

Foto: Kleines Kreuz mit Kerzen neben einer Freilandstraße

VCÖ (Wien, 1. April 2026) – Statt zu sinken war auch heuer im 1. Quartal die Zahl der Verkehrstoten in Österreich hoch. 64 Menschen kamen in den ersten drei Monaten bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben und damit um eine Person mehr als in den ersten drei Monaten des Vorjahres, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Die meisten Verkehrstoten gab es in Niederösterreich mit 22. Zwei Bundesländer, Wien und das Burgenland, erreichten das Ziel „null Verkehrstoten“. Durch das eigene Fahr- und Mobilitätsverhalten kann das Unfallrisiko deutlich reduziert werden, betont der VCÖ. Zudem sind verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen nötig.

„Österreich hat im Vorjahr mit 397 Verkehrstoten sein Verkehrssicherheitsziel massiv verfehlt. Anstatt zu sinken, ist die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr leider auch heuer weiter hoch. Es braucht in Österreich weitere Verkehrssicherheitsmaßnahmen, um die Zahl schwerer Verkehrsunfälle zu reduzieren“, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest. 64 Menschen starben in den ersten drei Monaten bei Verkehrsunfällen, um eine Person mehr als im 1. Quartal 2025 und um zehn Menschen mehr als im 1. Quartal 2024. Die meisten Todesopfer waren Pkw-Insassen (34), die zweitgrößte Opfergruppe Fußgängerinnen und Fußgänger (zehn), die drittgrößte Opfergruppe waren Insassen von Klein-Lkw (acht).

Durch das eigene Fahrverhalten kann man das Unfallrisiko deutlich reduzieren. Aufmerksam und rücksichtsvoll fahren, keine riskanten Überholmanöver machen sowie das Motto „Gleiten statt Rasen“ beherzigen, ebenso „Don’t Phone & Drive“ und „Don’t Drink & Drive“. Grundsätzlich ist man mit öffentlichen Verkehrsmitteln sicherer unterwegs als im Pkw. „Mehr Bahn- und Busverbindungen sind nicht nur eine wirksame Maßnahme, um der Bevölkerung bei steigenden Spritpreisen kostengünstige Mobilität zu ermöglichen, sondern auch um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Zahl der schweren Unfälle zu verringern“, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest.

Bereits für das Jahr 2020 hatte sich Österreich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Verkehrstoten auf weniger als 312 zu reduzieren. Dieses Ziel wurde seither in keinem einzigen Jahr erreicht. Im Vorjahr kamen laut vorläufigen Daten des Innenministeriums 397 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Der Handlungsbedarf ist groß, umso mehr als Österreichs Verkehrssicherheitsziel für das Jahr 2030 weniger als 207 Verkehrstote lautet, erinnert der VCÖ.

Dieser Zahl kam die mit Österreich gut vergleichbare Schweiz bereits im Vorjahr mit 214 sehr nahe. Die Schweiz hat niedrigere Tempolimits. Auf Autobahnen gilt Tempolimit 120, auf Freilandstraßen ist 80 km/h als Höchstgeschwindigkeit die Regel. „Niedrigeres Tempo verkürzt den Anhalteweg, reduziert das Unfallrisiko und im Fall des Unfalls die Unfallschwere“, erinnert VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Ein Pkw, der auf einer Freilandstraße mit 80 km/h fährt, steht nach rund 51 Metern Anhalteweg (Reaktionsweg plus Bremsweg). Bei Tempo 100 km/h hat er hingegen einen Anhalteweg von etwa 74 Metern. An dem Punkt, an dem ein Pkw also bei 80 km/h bereits stehen würde, ist er bei Tempo 100 noch mit rund 66 km/h unterwegs.

In der Schweiz ist zudem die Toleranz beim Überschreiten von Tempolimits mit rund 5 km/h deutlich geringer, während sie in Österreich teilweise bis zu 15 km/h beträgt. Untersuchungen zeigen, dass in der Schweiz Tempolimits deutlich häufiger eingehalten werden als in Österreich. Auch die in der Schweiz höheren Strafen tragen zu mehr Disziplin im Straßenverkehr bei.

Auch sind in Österreich verstärkte Maßnahmen gegen Handy am Steuer nötig. Im Vorjahr hat die Exekutive 112.317 Lenkerinnen und Lenker beim Handy-Telefonieren am Steuer erwischt. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert reagiert so langsam wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille, verdeutlicht der VCÖ. Auch deshalb sollte Handy am Steuer in Österreich endlich ins Vormerksystem aufgenommen werden, wie es in der Mehrzahl der EU-Staaten bereits der Fall ist.

Im Bundesländer-Vergleich gab es heuer im 1. Quartal in Niederösterreich mit 22 die mit Abstand meisten Verkehrstoten. Zwei Bundesländer, Wien und das Burgenland, erreichten im 1. Quartal das Ziel „null Verkehrstote“.

VCÖ: Im 1. Quartal bereits 64 Verkehrstote in Österreich
(Anzahl Verkehrstote in Österreich)

1. Quartal 2026: 64 Verkehrstote (vorläufige Daten)
1. Quartal 2025: 63 Verkehrstote (endgültige Daten)
1. Quartal 2024: 54 Verkehrstote
1. Quartal 2023: 76 Verkehrstote
1. Quartal 2022: 77 Verkehrstote
1. Quartal 2021: 48 Verkehrstote
1. Quartal 2020: 69 Verkehrstote
1. Quartal 2019: 64 Verkehrstote

Quelle: BMI, Statistik Austria (2019 – 2025), VCÖ 2026

Zurück zur Übersicht

VCÖ: Realer Spritverbrauch von Österreichs Diesel-Pkw in 20 Jahren um nur sechs Prozent gesunken

VCÖ (Wien, 16. Juli 2025) – Auch 30 Jahre nach dem Versprechen des 3-Liter Autos, ist der reale Verbrauch der Benzin- und Diesel-Pkw von Österreichs Haushalten noch immer mehr als doppelt so hoch, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Bei Benzin-Pkw ist der Verbrauch pro 100 Kilometer in den vergangenen 20 Jahren um nur 1,4 Liter gesunken, der Verbrauch der Diesel-Pkw überhaupt um nur 0,4 Liter. Die Entwicklung zu größeren, schweren und PS-stärkeren Neuwagen macht technologische Fortschritte bei den Motoren wieder zunichte. Den Haushalten entstehen dadurch hohe Kosten, der Umwelt großer Schaden, stellt der VCÖ fest.

Mehr dazu
Foto: Zapfhahn, welcher ein Diesel-Auto betankt.

VCÖ: Erstmals in Österreich Bezirke mit mehr als 50 Prozent E-Pkw-Anteil

VCÖ (Wien, am 11. Juli 2025) – Erstmals gibt es in Österreich Bezirke mit einem E-Pkw-Anteil bei den Neuzulassungen von über 50 Prozent, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. In Wien Rudolfsheim-Fünfhaus waren im 1. Halbjahr 58 Prozent der Neuwagen Elektroautos, in Wien-Mariahilf 56 Prozent. Im Landeshauptstadt-Vergleich liegt Linz an der Spitze, bei den Bundesländern führen ex aequo Salzburg und Oberösterreich, informiert der VCÖ. Was noch auffällt: Der durchschnittliche CO2-Ausstoß der neuzugelassenen Diesel-Pkw ist erneut gestiegen, und 80 Prozent der Diesel-Pkw wurden auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen. Der VCÖ fordert ein Ende der steuerlichen Begünstigung von Diesel sowie von privat genutzten Firmenwagen mit Verbrennungsmotor.

Mehr dazu