VCÖ: Acht Wiener Bezirke erreichten im Vorjahr das Ziel „null Verkehrstote“

VCÖ: Mit verstärkten Verkehrssicherheitsmaßnahmen die Zahl der schweren Unfälle reduzieren

Foto: Grabkerzen mit Blumenstrauß

VCÖ (Wien, 28. Mai 2025) – 20 Menschen kamen im Vorjahr bei Verkehrsunfällen in Wien ums Leben, acht mehr als im Jahr davor. In acht Wiener Bezirken gab es im Vorjahr keinen tödlichen Verkehrsunfall, im Jahr 2023 war das in 15 Bezirken der Fall, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. In drei Bezirken – Wieden, Neubau und Hietzing – gab es im 7-Jahres-Zeitraum 2018 bis 2024 keinen tödlichen Verkehrsunfall, informiert der VCÖ. Auch die Zahl der Schwerverletzten nahm im Vorjahr in Wien zu, in neun Bezirken gab es einen Rückgang. Mit verstärkter Verkehrsberuhigung und unfallvermeidenden Maßnahmen ist die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

„Wenn es um tödliche Verkehrsunfälle geht, dann gibt es nur eine akzeptable Anzahl und die heißt null“, stellt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky fest. Dieses Ziel haben im Vorjahr in Wien nur acht Bezirke erreicht: die Innere Stadt, Wieden, Neubau, Josefstadt, Alsergrund, Hietzing, Währing und Liesing. Im Jahr 2023 waren es noch 15 Bezirke ohne tödlichen Verkehrsunfall, im Jahr 2022 zehn und im Jahr 2021 gab es in 16 Bezirken keinen tödlichen Verkehrsunfall. Im 7-Jahreszeitraum 2018 bis 2024 erreichten drei Bezirke, nämlich Wieden, Neubau und Hietzing, das Ziel „null Verkehrstote“, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ.

Auch die Zahl der Schwerverletzten nahm im Vorjahr in Wien zu, von 559 auf 646. Damit wurden 9,6 Prozent der im Straßenverkehr verletzten Personen schwer verletzt. In den anderen acht Bundesländern ist der Anteil der Schwerverletzten mit 18,1 Prozent fast doppelt so hoch, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Der Anteil tödlicher Unfälle an den Verkehrsunfällen ist in den acht Bundesländern dreimal so hoch wie in Wien. Das insgesamt niedrigere Tempo in der Stadt führt zu einer geringeren Anzahl schwerer Verkehrsunfälle.

Im Bezirksvergleich war in der Josefstadt die Anzahl der Schwerverletzten mit sechs am niedrigsten, vor Margareten und Hernals mit jeweils 13, Hietzing mit 14, Wieden und Währing mit jeweils 15 sowie Neubau mit 16 Schwerverletzten. In 14 Bezirken nahm die Zahl der Schwerverletzten im Vorjahr zu, in neun Bezirken gab es einen Rückgang.

In den Bezirken ist insbesondere in den Wohngebieten, dort, wo viele Kinder und ältere Menschen zu Fuß mobil sind, durch Verkehrsberuhigung die Verkehrssicherheit zu erhöhen. „Ein Verkehrssystem, das für ältere Menschen und Kinder sicher ist, ist für alle anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer auch sicher“, betont VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. Niedrigeres Tempo, Begegnungszonen, übersichtliche Kreuzungen und Straßenübergänge, ausreichend breite Gehwege sind sehr wirksame Maßnahmen, um die Sicherheit für die Schwächsten im Verkehr zu erhöhen.

Wichtig ist zudem ein weiter verstärktes Vorgehen gegen illegale Straßenrennen. Raserei gefährdet das Leben anderer Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, insbesondere in der Stadt, wo viele Menschen unterwegs sind.


VCÖ: Im Vorjahr gab es in acht Wiener Bezirken keinen tödlichen Verkehrsunfall
(Bei Verkehrsunfällen verunglückte Personen im Jahr 2024)

Josefstadt: Kein Verkehrstoter / 72 Verletzte, davon 6 schwer

Neubau: Kein Verkehrstoter / 149 Verletzte, davon 16 schwer

Währing: Kein Verkehrstoter / 155 Verletzte, davon 15 schwer

Wieden: Kein Verkehrstoter / 158 Verletzte, davon 15 schwer

Hietzing: Kein Verkehrstoter / 162 Verletzte, davon 14 schwer

Alsergrund: Kein Verkehrstoter / 241 Verletzte, davon 17 schwer

Innere Stadt: Kein Verkehrstoter / 354 Verletzte, davon 30 schwer

Liesing: Kein Verkehrstoter / 370 Verletzte, davon 31 schwer

Mariahilf: 1 Verkehrstoter / 121 Verletzte, davon 22 schwer

Hernals: 1 Verkehrstoter / 158 Verletzte, davon 13 schwer

Margareten: 1 Verkehrstoter / 183 Verletzte, davon 13 schwer

Brigittenau: 1 Verkehrstoter / 220 Verletzte, davon 23 schwer

Döbling: 1 Verkehrstoter / 222 Verletzte, davon 19 schwer

Rudolfsheim-Fünfhaus: 1 Verkehrstoter / 239 Verletzte, davon 23 schwer

Penzing: 1 Verkehrstoter / 249 Verletzte, davon 19 schwer

Meidling: 1 Verkehrstoter / 271 Verletzte, davon 25 schwer

Ottakring: 1 Verkehrstoter / 298 Verletzte, davon 35 schwer

Leopoldstadt: 1 Verkehrstoter / 402 Verletzte, davon 45 schwer

Floridsdorf: 1 Verkehrstoter / 623 Verletzte, davon 62 schwer

Simmering: 2 Verkehrstote / 298 Verletzte, davon 35 schwer

Landstraße: 2 Verkehrstote / 313 Verletzte, davon 36 schwer

Favoriten: 2 Verkehrstote / 694 Verletzte, davon 63 schwer

Donaustadt: 3 Verkehrstote / 751 Verletzte, davon 69 schwer

Wien: 20 Verkehrstote / 6.703 Verletzte, davon 646 schwer

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2025

VCÖ: Im Vorjahr deutlich weniger Bezirke ohne tödlichen Verkehrsunfall
(Anzahl Bezirke ohne tödlichen Verkehrsunfall)

Jahr 2024: 8 Bezirke

Jahr 2023: 15 Bezirke

Jahr 2022: 10 Bezirke

Jahr 2021: 16 Bezirke

Jahr 2020: 15 Bezirke

Jahr 2019: 14 Bezirke

Jahr 2018: 11 Bezirke

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2025

Zurück zur Übersicht

VCÖ: Verkehrsunfälle in Österreich verursachten im Vorjahr Kosten von rund acht Milliarden Euro!

VCÖ (Wien, 8. Dezember 2023) – Verkehrsunfälle verursachen viel menschliches Leid und auch sehr hohe Kosten. Eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis der neuen Unfallkostenrechnung Straße zeigt, dass die Verkehrsunfälle in Österreich im Vorjahr volkswirtschaftliche Kosten in der Höhe von fast acht Milliarden Euro verursacht haben. Gegenüber dem Jahr 2021 nahmen die Unfallkosten im Jahr 2022 um rund 270 Millionen Euro zu. Für heuer ist mit einer weiteren Zunahme zu rechnen. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert verstärkte unfallvermeidende Maßnahmen.

Mehr dazu
Foto: Sarah Duit

VCÖ: In Wien ist den vergangenen 10 Jahren Radverkehr im Dezember um 50 Prozent gestiegen

VCÖ (Wien, 1. Dezember 2023) – Die Wienerinnen und Wiener sind beim Radfahren heuer auf Rekordkurs unterwegs, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Nach dem Höchstwert im Jahr 2022 ist der Radverkehr heuer weiter gestiegen. In den ersten zehn Monaten waren bei den 18 Zählstellen um fünf Prozent mehr Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Und immer mehr in Wien nutzen das Fahrrad das ganze Jahr. Im Dezember des Vorjahres waren um rund 50 Prozent mehr mit dem Fahrrad unterwegs als im Dezember 2013. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert mehr Platz für den Radverkehr und gibt Tipps für das sichere Radfahren im Winter.

Mehr dazu
Foto: Sarah Duit