VCÖ: Anteil der Kinder, die zu Fuß zur Schule gehen, steigt – jener, die mit Rad fahren, sinkt

VCÖ: Schulweg ist Chance für Kinder auf regelmäßige Portion Bewegung zu kommen

VCÖ (Wien, 4. September 2026) – Am Montag beginnt in Wien, Niederösterreich und Burgenland die Schule, eine Woche später in den anderen sechs Bundesländern. Der Schulweg ist eine große Chance, den zunehmenden Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen zu reduzieren. Kinder, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen oder in Kombination mit dem Öffentlichen Verkehr, bewegen sich regelmäßig, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ. Der Anteil der Kinder, die am Schulweg häufig zu Fuß mobil sind, ist in Österreich in den vergangenen Jahren gestiegen, der Anteil der radfahrenden Kinder hingegen gesunken. Im Bundesländer-Vergleich sind beim Zu-Fuß-Gehen am Schulweg die Kinder in Vorarlberg und Wien Spitzenreiter, beim Radfahren Salzburgs Kinder, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des BMIMI zeigt. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, damit Kinder sicher zu Fuß und mit dem Rad mobil sein können.

Bei der aktiven Mobilität am Schulweg gibt es in Österreich noch Potenzial nach oben, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des Mobilitätsministeriums zeigt. Erhoben wurde in einer repräsentativen Befragung die Mobilität von Kindern bis 15 Jahren auf dem Schulweg beziehungsweise bei den unter 6-Jährigen auf dem Weg in den Kindergarten. Beim Zu-Fuß-Gehen sind Vorarlbergs und Wiens Kinder Spitzenreiter, 62 Prozent gehen täglich oder mehrmals die Woche zu Fuß am Schulweg beziehungsweise zum Kindergarten. Am dritthöchsten ist der Anteil in Oberösterreich mit 58 Prozent, vor Tirol mit 55 Prozent. Insgesamt ist der Anteil der Kinder, die häufig zu Fuß zur Schule beziehungsweise in den Kindergarten gehen, in Österreich gestiegen, nämlich von 44 Prozent im Jahr 2021 auf 54 Prozent im Jahr 2025.

„Bewegungsmangel ist ein zunehmendes Problem bei Kindern und Jugendlichen. Der Schulweg ist die große Chance, dass sich Kinder regelmäßig bewegen, fünfmal die Woche, zweimal am Tag. Umso wichtiger ist es, dass die Verkehrsplanung in den Städten und Gemeinden Bedingungen schafft, unter denen Kinder sicher zu Fuß und mit dem Rad mobil sein können“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

Gerade bei der kindgerechten Radinfrastruktur hat Österreich viel aufzuholen. In den Niederlanden fährt rund die Hälfte der Kinder und Jugendlichen täglich mit dem Rad zur Schule - dank eines sehr dichten Netzes an sicheren Radwegen. In Österreich sind es hingegen nur elf Prozent der Kinder, die täglich radeln, weitere zehn Prozent mehrmals die Woche. Der Anteil der häufig zur Schule radfahrenden Kinder ist in Österreich von 28 Prozent im Jahr 2021 auf 21 Prozent im Jahr 2025 gesunken, informiert der VCÖ. Beim Radfahren sind Salzburgs Kinder mit 35 Prozent Spitzenreiter vor Vorarlberg mit 30 Prozent.

„Ob viele oder wenige mit dem Rad zur Schule fahren, liegt nicht an den Kindern, sondern an der Verkehrsplanung vor Ort. Wo es Verkehrsberuhigung und ein gutes Netz an Radwegen gibt, fahren auch mehr Kinder mit dem Rad. Das ist eine der wirksamsten Maßnahmen gegen Bewegungsmangel“, weist VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk auf die Verantwortung der Städte und Gemeinden hin. Die Anzahl der Kinder, die in einer Stadt oder Gemeinde mit dem Rad unterwegs sind, ist ein guter Indikator für die Qualität der Radinfrastruktur. Wo viele Kinder Radfahren, schätzen Eltern die Bedingungen gut und sicher ein, wo wenige Kinder radeln, ist dies nicht der Fall.

Sicheres Radfahren zur Schule ermöglichen Kindern auch sogenannte Bicibusse. Diese werden auf Initiative von Eltern beziehungsweise Elternvereinen umgesetzt. Kinder fahren in Begleitung von Erwachsenen auf einer definierten Route gemeinsam zur Schule. „Das gemeinsame Radfahren macht den Kindern Spaß, der Kreislauf kommt in Schwung, die Kinder sind ab der ersten Schulstunde munter und aufmerksam“, weist VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk auf weitere Vorteile hin.  

Bis zur absolvierten Radfahrprüfung oder bis zwölf Jahre sind Kinder beim Radfahren zur Schule – selbstverständlich mit Helm - von einer erwachsenen Person zu begleiten. Schulwege sind dank zahlreicher Maßnahmen, wie beispielsweise Schülerlotsen und anderer Maßnahmen, sicherer als Freizeitwege. „Am Schulweg können Kinder Kompetenz im richtigen Verhalten im Straßenverkehr erlangen. Diese Erfahrung hilft ihnen bei all ihren Wegen, die sie in der Freizeit zurücklegen“, erklärt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Kindern, die von Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht werden, wird diese Chance genommen.

Wer auf Gefahren- oder Problemstellen am Schulweg des Kindes stößt, sollte diese am besten der Gemeinde beziehungsweise in Wien dem Bezirk sowie der Schuldirektion melden. So können die zuständigen Stellen rasch Maßnahmen zur Entschärfung der Problemstelle prüfen und umsetzen, betont der VCÖ.

Quellen & Daten

VCÖ: Anteil der Kinder, die häufig zu Fuß zur Schule oder in den Kindergarten gehen, steigt
(Anteil Kinder, die täglich oder mehrmals die Woche zu Fuß zur Schule und in den Kindergarten gehen)

  • Jahr 2025: 54 Prozent
  • Jahr 2023: 48 Prozent
  • Jahr 2021: 44 Prozent

Quelle: BMIMI, VCÖ 2026

VCÖ: Beim Zu-Fuß-Gehen sind Kinder in Wien und Vorarlberg Österreichs Spitzenreiter
(Anteil der Kinder, die täglich oder mehrmals die Woche zu Fuß zur Schule und Kindergarten gehen, Jahr 2025)

  • Vorarlberg: 62 Prozent
  • Wien: 62 Prozent
  • Salzburg: 58 Prozent
  • Tirol: 55 Prozent
  • Burgenland: 53 Prozent
  • Oberösterreich: 53 Prozent
  • Steiermark: 52 Prozent
  • Kärnten: 48 Prozent
  • Niederösterreich: 48 Prozent

Quelle: BMIMI, VCÖ 2026

VCÖ: Anteil der Kinder, die häufig mit Rad zur Schule fahren, sinkt
(Anteil der Kinder, die täglich oder mehrmals die Woche mit dem Rad zur Schule / zum Kindergarten fahren)

  • Jahr 2025: 21 Prozent
  • Jahr 2023: 27 Prozent
  • Jahr 2021: 28 Prozent

Quelle: BMIMI, VCÖ 2026

VCÖ: Beim Radfahren zur Schule sind Salzburgs Kinder Österreichs Spitzenreiter
(Anteil der Kinder, die täglich oder mehrmals die Woche mit Rad zur Schule / zum Kindergarten fahren, Jahr 2025)

  • Salzburg: 35 Prozent
  • Vorarlberg: 30 Prozent
  • Oberösterreich: 28 Prozent
  • Steiermark: 23 Prozent
  • Niederösterreich: 17 Prozent
  • Tirol: 17 Prozent
  • Burgenland: 12 Prozent
  • Kärnten: 10 Prozent
  • Wien: 9 Prozent

Quelle: BMIMI, VCÖ 2026

Befragung im Auftrag des BMIMI. 764 Personen mit Kindern unter 16 Jahren im Haushalt.

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