VCÖ: Autos von Österreichs Haushalten schlucken im Schnitt 645 Liter Benzin und 810 Liter Diesel pro Jahr

VCÖ-Spritspar-Tipps: Mit spritsparendem Mobilitätsverhalten Geld sparen

Grafik: Zapfhahn auf weißen Hintergrund, aus welchem ein Tropfen Treibstoff tropft

VCÖ (Wien, 4. März 2026) – Der Krieg im Iran treibt den Ölpreis in die Höhe und damit auch die Spritpreise. Die Autos von Österreichs Haushalten verbrauchen im Schnitt 645 Liter Benzin und 810 Liter Diesel pro Jahr, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Mit spritsparendem Fahrstil kann der Verbrauch um 15 bis 20 Prozent reduziert werden. Wer zudem kurze Strecken mit dem Rad statt mit dem Auto fährt oder Fahrgemeinschaften bildet, kann die Spritkosten noch zusätzlich deutlich reduzieren, betont der VCÖ.

 

„Die massive Abhängigkeit des Verkehrs vom Erdöl kommt uns erneut teuer. Umso wichtiger ist es, dass rasch politische Maßnahmen gesetzt werden, damit der Verkehr aus der Erdölfalle befreit wird“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Österreichs Auto-Haushalte tanken in Summe laut Statistik Austria rund 3,1 Milliarden Liter Sprit pro Jahr. Im Schnitt fließen in die Pkw der privaten Haushalte 810 Liter Diesel beziehungsweise 645 Liter Benzin pro Jahr, wobei es einen deutlichen Unterschied zwischen den Erst- und Zweitautos gibt, informiert der VCÖ. Die Zweitautos der Haushalte „schlucken“ pro Jahr 485 Liter Benzin und 505 Liter Diesel, die Erstautos mit 725 Litern Benzin und 935 Litern Diesel deutlich mehr.  

Zwischen den Bundesländern gibt es Unterschiede, die jedoch geringer sind als vielfach angenommen wird, wie die aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Salzburgs Auto-Haushalte haben bei Benzin-Pkw mit durchschnittlich 590 Litern den niedrigsten Jahresverbrauch, Niederösterreichs Auto-Haushalte mit 680 Litern Benzin den höchsten Jahresverbrauch. Bei Diesel-Pkw ist der Jahresverbrauch von Tirols Auto-Haushalten mit durchschnittlich 780 Litern am  niedrigsten und von Burgenlands und Niederösterreichs Auto-Haushalten mit 840  Litern am höchsten.    

Mit einem spritsparenden Fahrstil kann der Verbrauch um 15 bis 20 Prozent reduziert werden, betont der VCÖ. Spritfahrend fahren heißt zum einen, langsamer fahren. Tempo 110 statt 130 auf der Autobahn reduziert den Verbrauch im Schnitt um 16 Prozent, wie Daten des Umweltbundesamts zeigen, Tempo 100 statt 130 sogar um 23 Prozent. Zum zweiten ist vorausschauendes Fahren sehr wirksam, weil damit frühzeitig der Fuß vom Gaspedal genommen und gleichmäßiger gefahren werden kann. Beim Beschleunigen ist der Verbrauch am höchsten, Stop & Go bedeutet entsprechend mehr Verbrauch. Weiters spart niedrigtouriges Fahren Sprit, daher rasch in den nächsthöheren Gang schalten. Spritfresser, wie Dachboxen oder eine zu stark eingestellte Klimaanlage vermeiden und auf den richtigen Reifendruck achten. Den Motor nicht am Stand laufen lassen.

Wer den Verbrauch um einen Liter pro 100 Kilometer reduziert, spart pro 15.000 Kilometer rund 250 Euro, verdeutlicht der VCÖ. „Wer darüber hinaus kurze Strecken zu Fuß geht oder mit dem Fahrrad fährt statt mit dem Auto, kann den Verbrauch noch zusätzlich stark senken. Denn gerade auf Kurzstrecken ist der Verbrauch pro Kilometer besonders hoch“, erinnert VCÖ-Experte Michael Schwendinger und weist auf einen Bonusvorteil hin: „Die Mobilität zu Fuß und mit dem Fahrrad stärkt die Gesundheit und Fitness, vermeidet Folgeerkrankungen von Bewegungsmangel.“    

10 VCÖ-Tipps für spritsparende Mobilität

1. Hohes Tempo vermeiden: Gleiten statt rasen spart Sprit und man ist damit auch sicherer unterwegs. Im Schnitt reduziert auf der Autobahn Tempo 110 statt 130 den Verbrauch um 16 Prozent, Tempo 100 statt 130 um 23 Prozent.

2. Vorausschauend und gleichmäßig fahren: Anfahren und beschleunigen verbrauchen viel Sprit.

3. Niedrigtourig fahren verringert den Verbrauch. Rasch in den nächsthöheren Gang schalten. Je höher die Drehzahl, umso mehr Sprit frisst der Motor.

4. Spritfresser vermeiden: Eine Dachbox erhöht den Verbrauch, deshalb runter vom Dach, wenn sie nicht benötigt wird.

5. Den Motor nicht am Stand laufen lassen. Bei längeren Wartezeiten, etwa vor einem Bahnschranken, Motor abschalten.

6. Auf den richtigen Reifendruck achten.

7. Auf Kurzstrecken ist der Verbrauch pro Kilometer besonders hoch. Auf Kurzstrecken statt mit dem Auto möglichst oft zu Fuß oder mit dem Fahrrad mobil sein. Kalorien statt Benzin und Diesel verbrennen ist zudem gesund.

8. Wenn möglich öffentliche Verkehrsmittel sowie Park & Ride benutzen. Innerhalb Wiens ist das Öffi-Netz dicht, die Jahreskarte günstig. Auch für Pendlerinnen und Pendler ins Umland ist der Öffentliche Verkehr mit dem Klimaticket um ein Vielfaches günstiger als das Auto.

9. Fahrgemeinschaften bilden: Dort, wo es keine gute Alternative zum Auto gibt, reduzieren Fahrgemeinschaften, etwa in die Arbeit oder für Einkäufe, die Kosten.

10. Beim Autokauf auf einen niedrigen Spritverbrauch achten: Testfahrt machen, denn oft weicht der wirkliche Spritverbrauch stark vom angegebenen Normverbrauch ab. Und: Wer ein größeres Auto kauft als benötigt wird, hat höhere laufende Kosten. Deshalb beim Autokauf beherzigen: So klein wie möglich und höchstens so groß wie nötig.

VCÖ: Salzburgs Auto-Haushalte haben den niedrigsten Jahresverbrauch bei Benzin-Pkw, Tirols Auto-Haushalte den niedrigsten Verbrauch bei Diesel-Pkw
(Wie viel Sprit die Auto-Haushalte im Schnitt pro Jahr tanken)

Burgenland: 610 Liter Benzin bzw. 840 Liter Diesel
Kärnten: 640 Liter Benzin bzw. 810 Liter Diesel
Niederösterreich: 680 Liter Benzin bzw. 840 Liter Diesel
Oberösterreich: 640 Liter Benzin bzw. 780 Liter Diesel
Salzburg: 590  Liter Benzin bzw. 800 Liter Diesel
Steiermark: 620 Liter Benzin bzw. 820 Liter Diesel
Tirol: 600 Liter Benzin bzw. 760 Liter Diesel
Vorarlberg: 600 Liter Benzin bzw. 820 Liter Diesel
Wien: 670 Liter Benzin bzw. 800 Liter Diesel
Österreich: 645 Liter Benzin bzw. 810 Liter Diesel

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

Zurück zur Übersicht

Wie beeinflusst der Kfz-Verkehr die städtische Hitzebelastung?

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Zahl der Hitze-Tage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius in Österreichs Städten mehr als verdoppelt. Hitze ist ein erhebliches Gesundheitsrisiko, insbesondere für vulnerable Bevölkerungsgruppen. Der Kfz-Verkehr trägt nicht nur indirekt durch den CO2-Ausstoß zur Hitzebelastung bei. Die Hitzebelastung wird durch die beim Fahren vom Motor erzeugte Abwärme, die Schadstoffemissionen und durch die für Straßen und Parkplätze mit Asphalt versiegelten Flächen verstärkt.

Mehr dazu
Foto: Spencer Imbrock, unsplash

VCÖ: Spritpreise in etlichen beliebten Urlaubsländern höher als in Österreich

VCÖ (Wien, 25. Juni 2024) – Italien, Frankreich, Griechenland und Deutschland sind beliebte Urlaubsreiseziele der Österreicherinnen und Österreicher – und Länder, wo die Spritpreise spürbar höher sind als in Österreich, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Auch in anderen Staaten wie Schweiz, Serbien, Belgien, Finnland oder den Niederlanden ist fürs Tanken mehr zu zahlen. Niedriger sind die Spritpreise vor allem in osteuropäischen Staaten und auch in Kroatien. Die Mobilitätsorganisation VCÖ weist darauf hin, dass durch das eigene Fahrverhalten der Spritverbrauch und damit die Spritkosten deutlich reduziert werden können.

Mehr dazu