VCÖ begrüßt KlimaTicket-Aktion - weitere Maßnahmen für die Reduktion des Spritverbrauchs rasch umsetzen

VCÖ: "Maßnahmenpaket zur Reduktion des Spritverbrauchs ist das politische Gebot der Stunde"

VCÖ (Wien, 20. April 2026) - Die Mobilitätsorganisation VCÖ begrüßt die heute von Mobilitätsminister Peter Hanke vorgestellte Kennenlern-Aktion für das KlimaTicket-Österreich. Der Umstieg vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel reduziert den Treibstoffverbrauch und die Kosten für die Bevölkerung. Angesichts der bereits absehbaren Lieferengpässe ab Mai ist ein Maßnahmenpaket zur Reduktion des Spritverbrauchs das politische Gebot der Stunde, betont der VCÖ.

Wer zwischen 1. Mai und 30. Juni ein KlimaTicket-Österreich kauft, kann dieses nach zwei Monaten kostenlos beenden. Damit können Interessierte, das KlimaTicket Österreich zwei Monate testen zum Preis von insgesamt 233 Euro beziehungsweise ermäßigt um 175 Euro. "Das ist ein kleiner Schritt, dem rasch weitere folgen müssen", drängt VCÖ-Experte Michael Schwendinger auf eine umfassende Spritverbrauchsbremse. Dazu zählen eine Bewusstseinskampagne für spritsparendes Fahren und für das Bilden von Fahrgemeinschaften, stärkere Anreize zum Umstieg auf den Öffentlichen Verkehr und das Fahrrad, Maßnahmen zur Erhöhung des Anteils von Elektro-Autos und Elektro-Lkw sowie niedrigere Tempolimits. Auch die Unternehmen sind stärker ins Boot zu holen. Unternehmen können mit Öffi-Jobtickets, Leasingräder und Apps dazu beitragen, dass Arbeitswege verstärkt mit Öffis, Rad oder in Fahrgemeinschaften zurückgelegt werden und damit die Pendlerinnen und Pendler entlasten, betont der VCÖ.

Bei der Reduktion des Dieselverbrauchs ist der Handlungsbedarf besonders groß. In Österreich wird fast dreimal so viel Diesel wie Benzin getankt, im Vorjahr waren es rund 6,2 Milliarden Liter. Fast 40 Prozent des Diesels fließen in die Tanks von Lkw und Klein-Lkw. Als Sofortmaßnahme ist die Einhaltung des Tempolimits auf Autobahnen stärker zu kontrollieren und die bestehende Toleranzgrenze auf Schweizer Niveau zu senken. Das Tempolimit für Lkw beträgt 80 km/h, Untersuchungen der Arbeiterkammer zeigen, dass mehr als 90 Prozent der Lkw schneller fahren. Darüber hinaus ist die Elektrifizierung der Lkw-Fuhrparks zu beschleunigen und die Verlagerung auf die Bahn zu forcieren. Auch die Potenziale zur Vermeidung von Lkw-Transporten sind besser zu nutzen, in der Baubranche etwa durch mehr Kreislaufwirtschaft.

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VCÖ: CO2-Emissionen des Verkehrs im Vorjahr leicht gesunken

VCÖ (Wien, 5. Jänner 2026) – Im Vorjahr wurde in Österreich weniger Treibstoff getankt und damit sind auch die CO2-Emissionen des Verkehrs gesunken, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Laut Fachverband der Mineralölindustrie wurden mit 8,6 Milliarden Litern um rund 300 Millionen Liter Sprit weniger getankt als im Jahr 2024. Mit rund 18,9 Millionen Tonnen sind aber die klimaschädlichen CO2-Emissionen des Verkehrs um ein Drittel höher als im Jahr 1990, verdeutlicht der VCÖ. Die Emissionen des Verkehrs sinken zu langsam, es braucht verstärkte Klimaschutzmaßnahmen.

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VCÖ: Realer CO2-Ausstoß von Plug-in-Hybrid-Pkw im Schnitt viermal so hoch wie die Herstellerangaben

VCÖ (Wien, 17. Dezember 2025) – Die EU-Kommission möchte Plug-in-Hybride mit Verbrennungsmotor als „effiziente Technologie“ auch nach dem Jahr 2035 bei Neuwagen erlauben. Doch Plug-in-Hybride sind nur auf dem Papier „hocheffizient“, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf Daten der Europäischen Umweltagentur hin. Diese zeigen, dass sie beim Fahren auf der Straße im Schnitt viermal so viel klimaschädliches CO2 ausstoßen wie bei den standardisierten WLTP-Messverfahren ermittelt wird. Der reale CO2-Ausstoß von Plug-in-Hybriden ist nur geringfügig niedriger als jener von Benzin- und Diesel-Pkw. Die Ausnahme für Plug-in-Hybride ist ebenso wenig gerechtfertigt, wie deren steuerliche Begünstigung. In Österreich gibt es erstmals mehr als 100.000 Plug-in-Hybride, informiert der VCÖ.

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