VCÖ begrüßt Österreichs erste Übertragungsverordnung durch das Land Tirol

VCÖ: Zwei Drittel der Unfälle mit Verletzten passierten im Vorjahr im Ortsgebiet

VCÖ (Wien, 25. Juni 2026) - Die Mobilitätsorganisation VCÖ begrüßt die Entscheidung des Landes Tirol, der Gemeinde Kundl zu ermächtigen, die Einhaltung des Tempolimits im Ort zu kontrollieren. Damit ist das Land Tirol das erste Bundesland, das eine sogenannte Übertragungsverordnung erteilt. Der VCÖ weist darauf hin, dass im Vorjahr in Österreich zwei Drittel der Verkehrsunfälle mit Personenschaden im Ortsgebiet passierten. Die effiziente Überwachung von Tempolimits trägt wesentlich zu mehr Verkehrssicherheit bei.

Knapp zwei Jahre nachdem der Gesetzgeber in der Straßenverkehrsordnung (StVO) die Möglichkeit geschaffen hat, dass Gemeinden vom Bundesland ermächtigt werden können, selbstständig die Einhaltung von Tempolimits zu überwachen, nutzt das Land Tirol als erstes Bundesland Österreichs diese Möglichkeit. "Die Geschwindigkeit ist ein zentraler Faktor für die Verkehrssicherheit. Wird im Ortsgebiet schneller als erlaubt gefahren, ist das kein Kavaliersdelikt, sondern gefährdet die Gesundheit insbesondere der Schwächsten im Verkehr, der Fußgängerinnen und Fußgänger, vor allem der Kinder sowie der älteren Menschen. Umso wichtiger ist, dass mit Kontrollen sichergestellt wird, dass die Tempolimits eingehalten werden. Im Interesse der Verkehrssicherheit ist zu hoffen, dass viele andere Gemeinden und Städte dem Vorbild Kundls folgen und dass sich die anderen Bundesländer ein Vorbild an Tirol nehmen", stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest.

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Tempo effektiv reduzieren – braucht es mehr Kontrollen?

Im Jahr 2023 starben in Österreich wegen nicht angepasster Geschwindigkeit 108 Menschen, um 29 Prozent mehr als im Jahr davor. Je schneller gefahren wird, desto länger ist der Anhalteweg und desto höher sind Unfallrisiko und Schwere der Unfälle. Niedrigere Geschwindigkeiten sind eine zentrale Maßnahme, um die Zahl der Verletzten und Getöteten im Straßenverkehr zu reduzieren. Das bloße Aufstellen von Schildern mit niedrigeren Tempolimits alleine erhöht die Verkehrssicherheit allerdings noch nicht – es braucht auch Maßnahmen, die die Einhaltung der Tempolimits sicherstellen.

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash

VCÖ: Jeder 3. Verkehrstote außerhalb des Ortsgebiets wegen nicht angepasster Geschwindigkeit

VCÖ (Wien, 7. November 2024) – 108 Todesopfer, 1.200 schwer Verletzte und 5.138 leicht Verletzte – das ist die Opferbilanz von Verkehrsunfällen in Österreich, die im Vorjahr wegen nicht angepasster Geschwindigkeit verursacht wurden, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Auf Österreichs Straßen herrscht eine Schnellfahrkultur. Der Anteil der Überschreitungen von Tempolimits ist in Österreich deutlich höher als beispielsweise in der Schweiz. In der Schweiz ist die Toleranzgrenze beim Überschreiten von Tempolimits niedriger als in Österreich. Die Einhaltung von Tempolimits hängt neben den Toleranzgrenzen und der Anzahl der Kontrollen auch von der Straßengestaltung ab, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ.

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Foto: Kleines Kreuz mit Kerzen neben einer Freilandstraße