VCÖ: Beim Radfahren gibt es große Bundesländer-Unterschiede – In Vorarlberg und Salzburg fahren die meisten mit dem Rad

VCÖ: Elektrofahrräder sind in Vorarlberg am häufigsten im Einsatz

VCÖ: Bedingungen zum Radfahren durch Verkehrsberuhigung und mehr Radwege verbessern

Foto: Lächelnde Person auf Fahrrad. Im Hintergrund ist ein Markt zu sehen.

VCÖ (Wien, 14. August 2026) – In Vorarlberg und Salzburg ist der Anteil häufig Fahrrad fahrender Personen am höchsten, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf nun vom Mobilitätsministerium veröffentlichte Daten hin. Österreichweit radeln 28 Prozent mindestens mehrmals pro Woche und 68 Prozent zumindest gelegentlich. 40 Prozent der Radfahrenden sind bereits mehrmals mit Elektrofahrrädern gefahren, in Vorarlberg sogar 58 Prozent. Das Potenzial für mehr Radverkehr ist in Österreich groß: 36 Prozent wohnen nur fünf Kilometer von der Arbeit oder Ausbildungsstätte entfernt, 56 Prozent weniger als zehn Kilometer. Um mehr Menschen den Umstieg aufs Fahrrad zu ermöglichen, fordert der VCÖ mehr Verkehrsberuhigung in den Städten und Gemeinden sowie den rascheren Ausbau des Radwegenetzes.

„Wenn es darum geht, die Klimabilanz des Verkehrs zu verbessern sowie Staus und andere Verkehrsprobleme zu verringern, dann spielt der Radverkehr eine große Rolle. Die nun veröffentlichten Daten des Mobilitätsministeriums zeigen einerseits die großen Bundesländer-Unterschiede und zum anderen das große Potenzial, das es österreichweit für mehr Radverkehr gibt“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Laut Studie „Aktive Mobilität 2026“ des Mobilitätsministeriums radelten im Vorjahr neun Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ab 16 Jahren täglich oder fast täglich und 28 Prozent zumindest mehrmals die. Insgesamt fahren 68 Prozent zumindest gelegentlich Rad. Der VCÖ weist auf die großen Bundesländer-Unterschiede hin: In Vorarlberg radeln 20 Prozent der Bevölkerung täglich oder fast täglich. Damit ist Vorarlberg Österreichs Spitzenreiter, vor Salzburg mit 16 Prozent. Zumindest mehrmals die Woche radeln in Vorarlberg 38 Prozent und in Salzburg 39 Prozent, während es in Oberösterreich nur 26 Prozent sind sowie in Niederösterreich und Burgenland jeweils 27 Prozent. In Vorarlberg und Salzburg ist zudem die Freude am Radfahren am größten: Jeweils 61 Prozent sagen, dass sie sehr gerne Radfahren, in Wien sind es nur 46 Prozent, in Niederösterreich nur 50 Prozent.

Elektrofahrräder sind das meistgekaufte Elektrofahrzeug in Österreich. Allein in den vergangenen fünf Jahren wurden in Österreich mehr als eine Million Elektrofahrräder verkauft, informiert der VCÖ. Bereits 40 Prozent von Österreichs Radfahrerinnen und Radfahrern sind mehrmals mit Elektrofahrrädern gefahren. Die Hälfte davon radelt nun dank Elektrofahrrad längere Distanzen, vier von zehn fahren wegen des E-Bikes nun häufiger Rad. „Elektrofahrräder verändern bei vielen das Mobilitätsverhalten, führen dazu, dass mehr Strecken mit dem Fahrrad gefahren werden. Damit Elektrofahrräder verstärkt als Verkehrsmittel genutzt werden, ist eine gute Radinfrastruktur zentral. Insbesondere in Ballungsräumen kann mit Radschnellwegen ein Teil des Pendelverkehrs auf das Elektrofahrrad verlagert und damit Staus auf der Straße reduziert werden“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Am stärksten verbreitet sind sie in Vorarlberg, wo bereits 58 Prozent der Radfahrenden öfters mit einem E-Bike gefahren sind, vor Salzburg mit 48 Prozent sowie Burgenland, Steiermark und Tirol mit jeweils 45 Prozent. In Wien sind nur 27 Prozent der Radfahrerinnen und Radfahrer schon öfters mit einem Elektrofahrrad gefahren.

Dass das Potenzial für mehr Radverkehr in Österreich sehr groß ist, zeigt ein weiteres Ergebnis der Studie des Mobilitätsministeriums: 36 Prozent der Menschen in Österreich wohnen weniger als fünf Kilometer von ihrer Arbeit oder Ausbildungsstätte entfernt, 56 Prozent weniger als zehn Kilometer. Das sind Distanzen, die gut mit einem Fahrrad oder Elektrofahrrad gefahren werden können, wenn es eine gute Infrastruktur gibt. Derzeit nutzen nur 19 Prozent für diese Wege das Fahrrad. Dabei haben viele Berufstätige – nämlich 75 Prozent – und Auszubildende - sogar 81 Prozent – ein Fahrrad und nutzen es zumindest gelegentlich. Insgesamt sagen 46 Prozent von Österreichs Radfahrerinnen und Radfahrern, dass sie häufiger mit Radfahren würden, wenn Anzahl und Qualität der Radwege verbessert werden.

In Zeiten knapper Budgets sind kostengünstige Maßnahmen zur Verbesserung der Bedingungen zum Radfahren besonders gefragt. „Tempo 30 statt 50 ist in Gemeinden und Städten eine sehr kostengünstige Maßnahme, damit mehr Menschen sicher mit dem Rad mobil sein können“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Außerhalb der Ortsgebiete ist der Rückbau überbreiter Freilandstraßen günstig, um neue Radwege zu errichten. Ein Beispiel ist die B83 zwischen Arnoldstein und Riegersdorf in Kärnten. Die Fahrbahn wurde verschmälert, ein Sicherheitsstreifen abgefräst und der verbleibende Asphaltstreifen rechts davon ist heute ein Radweg.

Zur Studie „Aktive Mobilität 2026“

Quellen & Daten

VCÖ: In Vorarlberg und Salzburg wird am häufigsten Rad gefahren
(Häufigkeit Radfahren im Jahr 2025, Bevölkerung ab 16 Jahren, täglich / mindestens mehrmals pro Woche / zumindest gelegentlich)

  • Vorarlberg: 20 Prozent / 38 Prozent / 74 Prozent
  • Salzburg: 16 Prozent / 39 Prozent / 74 Prozent
  • Steiermark: 10 Prozent / 31 Prozent / 70 Prozent
  • Tirol: 10 Prozent / 29 Prozent / 66 Prozent
  • Wien: 10 Prozent / 22 Prozent / 54 Prozent
  • Kärnten: 9 Prozent / 29 Prozent / 70 Prozent
  • Burgenland: 6 Prozent / 27 Prozent / 71 Prozent
  • Niederösterreich: 6 Prozent / 27 Prozent / 70 Prozent
  • Oberösterreich: 6 Prozent / 26 Prozent / 73 Prozent
  • Österreich: 9 Prozent / 28 Prozent / 68 Prozent

  • Männer: 11 Prozent / 32 Prozent / 72 Prozent
  • Frauen: 7 Prozent / 24 Prozent / 63 Prozent

  • Berufstätig: 10 Prozent / 30 Prozent / 75 Prozent
  • In Ausbildung: 15 Prozent / 41 Prozent / 81 Prozent
  • Weder berufstätig noch in Ausbildung: 7 Prozent / 22 Prozent / 52 Prozent

Quelle: BMIMI, VCÖ 2026

VCÖ: Die Freude am Radfahren ist in Vorarlberg und Salzburg am weitesten verbreitet
(Anteil Radfahrerinnen und Radfahrer, die sehr gerne Radfahren, in Klammer inklusive gerne)

  • Salzburg: 61 Prozent (85 Prozent)
  • Vorarlberg: 61 Prozent (85 Prozent)
  • Burgenland: 57 Prozent (83 Prozent)
  • Kärnten: 56 Prozent (81 Prozent)
  • Tirol: 55 Prozent (83 Prozent)
  • Steiermark: 51 Prozent (80 Prozent)
  • Niederösterreich: 50 Prozent (83 Prozent)
  • Oberösterreich: 48 Prozent (77 Prozent)
  • Wien: 46 Prozent (75 Prozent)
  • Österreich: 52 Prozent (81 Prozent)

Quelle: BMIMI, VCÖ 2026

VCÖ: Elektro-Fahrräder in Vorarlberg am häufigsten im Einsatz
(Anteil Radfahrerinnen und Radfahrer, die bereits mehrmals mit E-Fahrrad gefahren sind, Jahr 2025)

  • Vorarlberg: 58 Prozent
  • Salzburg: 48 Prozent
  • Burgenland: 45 Prozent
  • Steiermark: 45 Prozent
  • Tirol: 45 Prozent
  • Oberösterreich: 43 Prozent
  • Kärnten: 38 Prozent
  • Niederösterreich: 37 Prozent
  • Wien: 27 Prozent
  • Österreich: 40 Prozent

Quelle: BMIMI, VCÖ 2026

VCÖ: Viele wohnen in Radfahrdistanz von Arbeit oder Ausbildungsstätte
(Anteil der Berufstätigen und Personen in Ausbildung (ab 16 Jahren), die bis 5 Kilometer (in Klammer bis 10 km) entfernt wohnen)

  • Vorarlberg: 52 Prozent (72 Prozent)
  • Wien: 51 Prozent (76 Prozent)
  • Tirol: 45 Prozent (61 Prozent)
  • Kärnten: 39 Prozent (53 Prozent)
  • Salzburg: 38 Prozent (60 Prozent)
  • Steiermark: 33 Prozent (60 Prozent)
  • Oberösterreich: 31 Prozent (49 Prozent)
  • Burgenland: 27 Prozent (38 Prozent)
  • Niederösterreich: 23 Prozent (39 Prozent)
  • Österreich: 36 Prozent (56 Prozent)

Quelle: BMIMI, VCÖ 2026

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