VCÖ: Bereits jeder 2. Neuwagen war im Vorjahr ein SUV – die meisten SUV wurden in Wien zugelassen

VCÖ: Jeder 2. SUV fährt mit Hybrid-Antrieb

VCÖ (Wien, 23. Jänner 2026) – Mit 143.049 wurden laut Statistik Austria so viele SUV und Geländewagen wie noch nie im Vorjahr neu zugelassen, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Damit war jeder zweite Neuwagen ein SUV. Im Bundesländer-Vergleich wurden die meisten SUV in Wien neu zugelassen. Jeder zweite SUV fährt mit einem Hybridantrieb, jeder vierte SUV ist ein Elektroauto. Bei den Verbrenner-Pkw ist der CO2-Ausstoß der neu zugelassenen Diesel-Pkw höher als jener der Benzin-Pkw, der Spritverbrauch ist mit mehr als sechs Litern nach wie vor hoch. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen auf EU-Ebene, damit mehr sparsame Modelle auf den Markt kommen.

Während insgesamt im Vorjahr um zwölf Prozent mehr Pkw neu zugelassen wurden, war der Anstieg bei den SUV mit 26 Prozent doppelt so hoch, macht der VCÖ aufmerksam. Mittlerweile sind bereits 50 Prozent der Neuwagen SUV, im Jahr 2015 waren es 21 Prozent und im Jahr 2010 rund 13 Prozent. „Unter den SUV gibt es auch kleinere Modelle. Das Problem ist aber, dass auch kleinere SUV im Vergleich zu vergleichbaren herkömmlichen Modellen in der Regel mehr Energie zum Fahren benötigen, bedingt durch höheres Gewicht und schlechtere Aerodynamik“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Gefordert ist die EU, durch bessere Vorgaben dafür zu sorgen, dass die Hersteller mehr schlankere, kleinere und energiesparende Modelle auf den Markt bringen, denn „das Angebot bestimmt die Nachfrage“, so VCÖ-Experte Schwendinger.

Jeder zweite SUV in Österreich hat einen Hybridantrieb, davon ist wiederum jeder vierte ein Plug-in-Hybrid, der über das Stromnetz geladen werden kann. Das Problem bei Plug-in-Hybriden: Ihr realer Spritverbrauch und damit auch der CO2-Ausstoß sind im Schnitt um ein Vielfaches höher als die Herstellerangaben. EU-weit ist der reale CO2-Ausstoß im Schnitt fast viermal so hoch wie auf dem Papier angegeben, informiert der VCÖ. Bei keiner Antriebsform ist der SUV-Anteil so hoch wie bei Plug-in Hybride: Rund 69 Prozent der Plug-in-Hybride sind SUV.

Plug-in-Hybride sind deutlich schwerer als andere Pkw. Laut Umweltbundesamt waren im Jahr 2023 (aktuellste Daten) die neu zugelassenen Benzin-Hybride mit durchschnittlich 2.063 Kilogramm um 760 Kilogramm schwerer als Benzin-Pkw, die Diesel-Plug-in-Hybride waren im Schnitt sogar 2.470 Kilogramm schwer und damit um 810 Kilogramm schwerer als durchschnittliche Diesel-Pkw. Je schwerer ein Auto ist, desto größer ist zudem der Reifenabrieb, was wiederum die Belastung durch Mikroplastik erhöht, weist der VCÖ auf einen weiteren Nachteil hin.

Auch bei E-Pkw ist der SUV-Anteil hoch. Jeder vierte SUV ist ein Elektroauto, und 64 Prozent der im Vorjahr neu zugelassenen Elektroautos waren laut Statistik Austria SUV. „Auch bei Elektroautos nimmt mit dem Gewicht der Verbrauch zu. Eine Entwicklung, die es Österreich erschwert, beim Strom rascher einen Anteil von 100 Prozent erneuerbarer Energie zu erreichen“, drängt VCÖ-Experte Michael Schwendinger auf politische Vorgaben, damit die Hersteller mehr sparsame Modelle auf den Markt bringen. Zudem sind Maßnahmen bei der Firmenwagenbesteuerung wirksam, da rund zwei Drittel aller Pkw auf Firmen oder andere juristische Personen neu zugelassen werden.

Deutlich mehr Sparsamkeit ist auch bei den Benzin- und Diesel-Pkw notwendig. Sie sind vom 3-Liter-Auto, das bereits in den 1990er-Jahren von den Herstellern versprochen wurde, weit entfernt. Die neuen Benzin-Pkw verbrauchen am Papier im Schnitt 5,5 Liter pro 100 Kilometer, die neuen Diesel-Pkw sogar 6,2 Liter. „Der Spritverbrauch hat einen größeren Einfluss auf die Spritkosten als der Spritpreis. Ein Mehrverbrauch von zwei Litern pro 100 Kilometer verursacht pro 100.000 Kilometer Mehrkosten von rund 3.000 Euro“, verdeutlicht VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Der CO2-Ausstoß der neuen Diesel-Pkw ist im Schnitt um 14 Prozent höher als jener der Benzin-Pkw. Zusätzlich stoßen - auf den gesamten Pkw-Bestand bezogen - Diesel-Pkw laut Umweltbundesamt pro Kilometer dreieinhalbmal so viele Feinstaubpartikel und siebenmal so viele Stickoxide aus wie Benzin-Pkw. „Auch das zeigt, dass die Steuerbegünstigung von Diesel absolut ungerechtfertigt ist und endlich abzuschaffen ist“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

 

Im Bundesländer-Vergleich wurden ausgerechnet in der Bundeshauptstadt Wien die meisten SUV neu zugelassen. Den niedrigsten SUV-Anteil an den Neuzulassungen weist Vorarlberg vor Niederösterreich und Oberösterreich auf, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Den höchsten SUV-Anteil hat Burgenlands Neuwagenflotte.  Ein weiteres Ergebnis der VCÖ-Analyse: Bei den Landeshauptstädten ist in St. Pölten der SUV-Anteil an Neuwagen am niedrigsten und in Klagenfurt am höchsten, bei den Statutarstädten hat Wels den niedrigsten und Krems den höchsten SUV-Anteil, bei den Bezirken außerhalb Wiens ist der SUV-Anteil im Bezirk Dornbirn am niedrigsten und im Bezirk Liezen am höchsten.

VCÖ: Jeder zweite Neuwagen war im Vorjahr ein SUV
(Anteil SUV und Geländewagen an Pkw-Neuzulassungen in Österreich, in Klammern Anzahl)

Jahr 2025: 50,0 Prozent (143.049 SUV)
Jahr 2024: 45,1 Prozent (113.304 SUV)
Jahr 2023: 45,2 Prozent (107.432 SUV)
Jahr 2022: 43,0 Prozent (92.387 SUV)
Jahr 2021: 38,8 Prozent (93.109 SUV)
Jahr 2020: 31,5 Prozent (78.403 SUV)
Jahr 2019: 31,9 Prozent (105.102 SUV)
Jahr 2018: 31,3 Prozent (106.627 SUV)
Jahr 2017: 25,4 Prozent (89.583 SUV)
Jahr 2016: 23,7 Prozent (78.077 SUV)
Jahr 2015: 21,0 Prozent (64.774 SUV)
Jahr 2010: 12,9 Prozent (42.246 SUV)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Die meisten SUV wurden in Wien zugelassen
(Anzahl im Jahr 2025 neu zugelassene SUV und Geländewagen, in Klammern Jahr 2024)

Wien 28.394 (24.528)
Niederösterreich: 25.824 (19.855)
Oberösterreich: 22.324 (17.399)
Steiermark: 21.495 (16.192)
Tirol: 14.005 (10.822)
Salzburg: 11.381 (9.249)
Kärnten: 8.266 (6.312)
Vorarlberg: 6.748 (5.585)
Burgenland: 4.612 (3.362)
Österreich: 143.049 (113.304)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Jeder zweite SUV hat einen Hybrid-Antrieb
(Antrieb der in Österreich im Jahr 2025 neu zugelassenen SUV und Geländewagen)

Hybrid-Antrieb: 49 Prozent (davon 13,7 Prozent Plug-in-Hybride)
Elektro: 27 Prozent
Benzin oder Diesel: 24 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Bei Plug-in-Hybriden ist der SUV-Anteil am höchsten
(Anteil SUV und Geländewagen je Antrieb bei Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2025)

Plug-in-Hybrid: 68,7 Prozent der neu zugelassenen Plug-in-Hybride sind SUV
E-Pkw: 63,6 Prozent
Sonstige Hybride: 60,6 Prozent
Verbrenner (Benzin, Diesel): 30,6 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

Zurück zur Übersicht

VCÖ-Analyse: In Österreichs Landeshauptstädten gibt es mehr als 2.300 Ampelanlagen

VCÖ (Wien, 10. August 2023) – Österreich ist reich an Ampeln. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass es in den neun Landeshauptstädten 2.311 Ampelanlagen gibt. Mehr als die Hälfte davon gibt es in Wien. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl gibt es in Graz und St. Pölten die meisten Ampeln. Der VCÖ weist darauf hin, dass viele Fußgängerampeln zu kurze Grün- und zu lange Rotphasen haben. Auf die Gehgeschwindigkeit älterer Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit Mobilitätseinschränkung wird zu wenig Rücksicht genommen.

Mehr dazu

VCÖ: Spritverbrauch in Österreich im ersten Jahresdrittel gesunken, aber noch immer hoch

VCÖ (Wien, 30. Juli 2023) – Im ersten Jahresdrittel wurde in Österreich um 7,8 Prozent weniger Sprit getankt als im ersten Drittel des Vorjahres, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Während der Verbrauch von Benzin leicht gestiegen ist, gab es bei Diesel einen Rückgang um 10,2 Prozent. Durch den Rückgang des Spritverbrauchs sind auch die CO2-Emissionen des Straßenverkehrs gesunken, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Aber der Straßenverkehr verbrennt nach wie vor zu große Mengen an Diesel und Benzin. Um die Klimaziele erreichen zu können, braucht es zusätzliche Maßnahmen.

Mehr dazu
Grafik: Zapfhahn auf weißen Hintergrund, aus welchem ein Tropfen Treibstoff tropft