VCÖ: Bevölkerung ist in Wien häufiger zu Fuß als mit dem Auto mobil

VCÖ: Fußgängerfreundliche Verkehrsplanung in den Bezirken umsetzen

Foto: Fußgängerzone aus der Vogelperspektive. Man sieht zahlreiche Fußgängerinnen und Fußgänger.

VCÖ (Wien, 26. April 2026) – Gehen ist die gesündeste, kostengünstigste, energiesparendste und umweltfreundlichste Mobilität, erinnert die Mobilitätsorganisation VCÖ anlässlich des morgigen Tags des Zu-Fuß-Gehens. Die Wienerinnen und Wiener sind im Bundesländer-Vergleich am häufigsten zu Fuß mobil. Die Bevölkerung legt in Wien mehr Wege zu Fuß als mit dem Auto zurück. Für Kinder und die Generation 50 Plus ist Gehen die häufigste Mobilitätsform. Der VCÖ fordert eine fußgängerfreundliche Verkehrsplanung mit breiten Gehsteigen, sicheren und übersichtlichen Straßenübergängen und längeren Grünphasen bei Fußgängerampeln.

 

„Gehen ist die gesündeste, kostengünstigste, energiesparendste und umweltfreundlichste Mobilität. Doch in der Verkehrsplanung wird das Gehen oft vernachlässigt, Fußgängerinnen und Fußgänger werden zu oft regelrecht an den Rand gedrängt. In vielen Straßen wird nach wie vor parkenden Autos mehr Platz eingeräumt als den Menschen, die zu Fuß mobil sind“, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk anlässlich des österreichweiten Tages des Zu-Fuß-Gehens am 27. April fest. Zu schmale Gehsteige, unübersichtliche Straßenübergänge, zu kurze Grünphasen bei Fußgängerampeln oder zu hohes Tempo des Kfz-Verkehrs sind einige Punkte, die Fußgängerinnen und Fußgängern das Leben schwer machen. Insbesondere auch für ältere Menschen sind längere Grün- und kürzere Rotphasen bei Fußgänger-Ampeln sehr wichtig.

Dabei legt die Bevölkerung in Wien mehr Alltagswege zu Fuß als mit dem Auto zurück. Im Jahr 2024 wurden 30 Prozent der Alltagswege zu Fuß gegangen und 25 Prozent der Wege mit dem Auto gefahren. Diese Zahlen beziehen sich auf das hauptsächlich verwendete Verkehrsmittel. „Die Füße sind auch der wichtigste Zubringer zum Öffentlichen Verkehr. Im Schnitt wird zu Haltestellen und von der Haltestelle ans Ziel ein Fußweg von jeweils 300 Metern zurückgelegt“, macht VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk aufmerksam. Wird nicht nur das Hauptverkehrsmittel, sondern auch für Teile des Weges genutzte andere Verkehrsmittel berücksichtigt, dann kommt das Gehen sogar auf einen Anteil von 58 Prozent.

Wer häufig Alltagswege zu Fuß geht, kommt auf eine regelmäßige Portion gesunde Bewegung und tut damit der eigenen Gesundheit Gutes: Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und Bluthochdruck wird gesenkt und gleichzeitig werden Muskeln, Knochen und Gelenke gestärkt, weist der VCÖ auf die Gesundheitsvorteile hin.

Die MA 18 hat die Mobilitätserhebungen der Jahre 2020 bis 2024 einer Detailauswertung für das Gehen unterzogen, mit zahlreichen beachtenswerten Ergebnissen. So gehen Frauen deutlich mehr zu Fuß als Männer. Während Männer im Zeitraum 2020 bis 2024 30 Prozent ihrer Alltagswege zu Fuß zurücklegten, war der Anteil der Mobilität zu Fuß bei Frauen mit 38 Prozent deutlich höher.

„Zu Fuß gehen ist zudem für mehrere Altersgruppen die häufigste Mobilitätsform“, macht VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk auf ein weiteres Ergebnis aufmerksam. Bei Kindern unter 14 Jahren, bei den 31- bis 40-Jährigen und bei der Generation 50 Plus. Den höchsten Anteil an der Mobilität hat das Gehen bei Kindern im Alter von 7 bis 13 Jahren, die auf 46 Prozent ihrer Alltagswege zu Fuß mobil sind, vor den über 70-Jährigen mit 37 Prozent sowie den 31- bis 40-Jährigen und den 61- bis 70-Jährigen mit jeweils 36 Prozent.

Welche Wege legen die Wienerinnen und Wiener besonders oft zu Fuß zurück? An der Spitze steht der tägliche Einkauf: 59 Prozent der kleineren Einkäufe werden zu Fuß gemacht. Die 6- bis 10-Jährigen legen 57 Prozent ihrer Schulwege zu Fuß zurück. Über alle Altersgruppen kommt das Gehen am Ausbildungsweg auf immerhin 33 Prozent.

Wer in einem autofreien Haushalt lebt, geht im Schnitt 38 Prozent der Wege zu Fuß, in Haushalten mit einem Auto sinkt der Anteil des Gehens auf 33 Prozent und in Haushalten mit zwei oder mehr Autos sinkt der Anteil sogar auf 26 Prozent. Wer regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln mobil ist, geht nicht nur zur Haltestelle, sondern geht auch mehr Wege zur Gänze zu Fuß nämlich 34 Prozent, während bei Personen, die selten oder nie mit Öffis fahren das Gehen nur einen Anteil von 19 Prozent an der Mobilität hat. "Wichtig ist, dass die Haltestellen des Öffentlichen Verkehrs gut und sicher zu Fuß erreichbar sind. Wer Haltestellen kennt, wo Straßenübergänge nicht sicher sind, ein Gehsteig fehlt oder es andere Mängel gibt, kann diese jetzt noch bis 30. April hier melden. Wir sammeln die Einträge und leiten sie an die zuständigen Stellen weiter", erklärt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

Und auch nach Bezirken gibt es beim zu Fuß Gehen Unterschiede: Spitzenreiter sind die Bewohnerinnen und Bewohner des 1. Bezirks, die 57 Prozent ihrer Alltagswege zur Gänze zu Fuß gehen, vor Mariahilf und Neubau mit 51 Prozent sowie Wieden und Margareten mit 45 Prozent, macht der VCÖ aufmerksam. Am niedrigsten ist der Anteil des Gehens an der Mobilität in der Donaustadt mit 24 Prozent.

Haltestellen mit Mängeln hier melden.

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