VCÖ: CO2-Emissionen des Verkehrs im Vorjahr leicht gesunken

VCÖ: Aber Klimaziele nur mit zusätzlichen Maßnahmen erreichbar

VCÖ (Wien, 5. Jänner 2026) – Im Vorjahr wurde in Österreich weniger Treibstoff getankt und damit sind auch die CO2-Emissionen des Verkehrs gesunken, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Laut Fachverband der Mineralölindustrie wurden mit 8,6 Milliarden Litern um rund 300 Millionen Liter Sprit weniger getankt als im Jahr 2024. Mit rund 18,9 Millionen Tonnen sind aber die klimaschädlichen CO2-Emissionen des Verkehrs um ein Drittel höher als im Jahr 1990, verdeutlicht der VCÖ. Die Emissionen des Verkehrs sinken zu langsam, es braucht verstärkte Klimaschutzmaßnahmen.

Im Vorjahr wurde in Österreich um rund fünf Prozent weniger Diesel getankt als im Jahr 2024, der Verbrauch von Benzin nahm um nur 0,8 Prozent zu. In Summe wurde um rund 300 Millionen Liter weniger Treibstoff getankt. Mit dem Spritverbrauch sind auch die CO2-Emissionen des Verkehrs im Vorjahr gesunken. Der VCÖ rechnet mit einem Rückgang um rund 0,4 Millionen Tonnen auf 18,9 Millionen Tonnen. Damit sind die klimaschädlichen Verkehrsemissionen zum vierten Mal in Folge zurückgegangen. Die Daten enthalten den innerösterreichischen Flugverkehr, nicht jedoch Flüge, die von Österreichs Flughäfen ins Ausland gehen, da diese nicht in Österreichs CO2-Bilanz inkludiert sind.

Ein Faktor für den Rückgang der Emissionen ist die zunehmende Anzahl an Elektro-Pkw, aber auch von Elektro-Lkw und Elektro-Bussen, erklärt der VCÖ. So ist die Zahl der Elektro-Pkw im Vorjahr um fast 54.000 auf 254.000 gestiegen, während die Zahl der Diesel-Pkw um 95.000 gesunken ist. Ein weiterer Faktor ist die zunehmende Zahl der auf der Schiene gefahrenen Kilometer. Der Rekord von 15 Milliarden Personenkilometern im Jahr 2024 wurde im Vorjahr übertroffen. Auch, dass der Lkw-Verkehr im Vorjahr nicht zugenommen hat, dämpft den Dieselverbrauch.

Der CO2-Ausstoß des Verkehrs geht aber zu langsam zurück. Dass verstärkte Klimaschutzmaßnahmen im Verkehr nötig sind, zeigt auch der Vergleich mit den anderen Sektoren. Diese haben in den vergangenen Jahrzehnten ihre Emissionen seit dem Jahr 1990 reduziert, der Verkehr hingegen verursacht heute um ein Drittel mehr Treibhausgase als im Jahr 1990, macht der VCÖ aufmerksam. Wenn Österreich den Treibstoffverbrauch im Verkehr rascher und stärker reduziert, gehen nicht nur die CO2-Emissionen zurück, sondern auch die Kosten für die Bevölkerung und die Wirtschaft und Österreich wird energiepolitisch unabhängiger von teuren Erdölimporten, weist der VCÖ auf die Vorteile von verstärktem Klimaschutz im Verkehr hin.

„Es braucht beim Klimaschutz im Verkehr ein Triple-A: Mehr Angebote, mehr Anreize und mehr Anerkennung. Wir brauchen österreichweit ein gutes Angebot mit einem dichteren Öffi-Netz, mehr Bahn- und Busverbindungen und den rascheren Ausbau des Radwegenetzes. Zweitens sind verstärkte Anreize nötig, um auf Öffis, Fahrrad oder Fahrgemeinschaften umzusteigen. Mobilitätsmanagement ist dafür im Pendelverkehr eine sehr wirksame Maßnahme. Und drittens verdienen all jene, die mit Bahn, Bus, Fahrrad oder zu Fuß mobil sind, mehr Anerkennung. Denn ihr Mobilitätsverhalten entlastet die Umwelt, viele Anrainerinnen und Anrainer sowie Autofahrerinnen und Autofahrer, die dadurch weniger im Stau stehen“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Eine schnell wirksame und rasch umsetzbare Klimaschutz-Maßnahme sind zudem niedrigere Tempolimits, die zusätzlich schwere Verkehrsunfälle reduzieren und Menschenleben retten.

VCÖ: CO2-Emissionen des Verkehrs sind in Österreich im Vorjahr erneut gesunken
(exklusive Flugverkehr ins Ausland)

Jahr 2025 (vorläufige Daten): 18,9 Millionen Tonnen

Jahr 2024: 19,3 Millionen Tonnen
Jahr 2023: 19,8 Millionen Tonnen
Jahr 2022: 20,6 Millionen Tonnen
Jahr 2021: 21,6 Millionen Tonnen
Jahr 2020: 20,7 Millionen Tonnen
Jahr 2019: 24,0 Millionen Tonnen
Jahr 2018: 23,9 Millionen Tonnen
Jahr 2017: 23,7 Millionen Tonnen
Jahr 2016: 23,1 Millionen Tonnen
Jahr 2015: 22,2 Millionen Tonnen
Jahr 2014: 21,8 Millionen Tonnen
Jahr 2013: 22,4 Millionen Tonnen
Jahr 2012: 21,3 Millionen Tonnen
Jahr 2011: 21,4 Millionen Tonnen
Jahr 2010: 22,2 Millionen Tonnen
Jahr 2005: 24,6 Millionen Tonnen
Jahr 2004: 24,2 Millionen Tonnen
Jahr 2003: 23,7 Millionen Tonnen
Jahr 2002: 22,0 Millionen Tonnen
Jahr 2001: 19,8 Millionen Tonnen
Jahr 2000: 18,5 Millionen Tonnen
Jahr 1990: 13,8 Millionen Tonnen

Quelle: Umweltbundesamt (1990–2024), VCÖ 2026

 

Zurück zur Übersicht

Der Elefant am Verhandlungstisch: Klimaschädliche Subventionen

Bei den Regierungsverhandlungen dominiert aktuell der Rotstift. Mehr als sechs Milliarden Euro sollen eingespart werden, darunter 495 Millionen an Klimaförderungen, weitere 30 Millionen bei E-Mobilitätsförderungen, 120 Millionen beim Ausbau des Schienennetzes. Unangetastet scheint kurioserweise etwas zu bleiben, was Jahr für Jahr Milliarden kostet, die Transformation in Richtung Nachhaltigkeit behindert und zu dessen Abschaffung sich Österreich bereits explizit verpflichtet hat: klimaschädliche Subventionen. Wollen wir uns das leisten?

Mehr dazu
Foto: Spencer Imbrock, unsplash

VCÖ-Spritpreisbilanz 2024: Benzin und Diesel waren heuer billiger als im Vorjahr

VCÖ (Wien, 18. Dezember 2024) – Während insgesamt die Preise heuer um rund drei Prozent gestiegen sind, sind die Preise für Eurosuper und Diesel im Jahresschnitt niedriger als im Vorjahr, wie die aktuelle VCÖ-Spritpreisbilanz zeigt. Mit durchschnittlich 1,60 Euro war ein Liter Diesel um vier Cent billiger als im Vorjahr und um 22 Cent billiger als im Jahr 2022. Eurosuper ist um zwei Cent günstiger als im Vorjahr, um 15 Cent billiger als im Jahr 2022 und war günstiger als Diesel. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, um den realen Spritverbrauch von Neuwagen zu verringern. Mit spritsparendem Fahrstil kann der Verbrauch bestehender Fahrzeuge reduziert werden.

Mehr dazu