VCÖ fordert Maßnahmenpaket zur Reduktion der Erdölabhängigkeit des Verkehrs

VCÖ: Spritverbrauch in Österreich wurde seit dem Jahr 2019 immerhin um 1,85 Milliarden Liter reduziert

Foto: Zapfhahn, welcher ein Diesel-Auto betankt.

VCÖ (Wien, 2. März 2026) – Der Angriff der USA und Israels auf den Iran führt zu höheren Rohölpreisen am Weltmarkt und damit auch zu höheren Spritpreisen in Österreich. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, um die massive Erdölabhängigkeit des Kfz-Verkehrs rascher zu reduzieren. Immerhin konnte der Treibstoffverbrauch Österreichs seit dem Jahr 2019 um rund 18 Prozent reduziert werden, aber mit rund 8,6 Milliarden Litern war der Verbrauch von Diesel und Benzin im Vorjahr nach wie vor sehr hoch. Der Kfz-Verkehr ist aus der Erdölfalle zu befreien, indem der Anteil der E-Mobilität rascher erhöht wird und Maßnahmen zur stärkeren Verlagerung von Autofahrten auf öffentliche Verkehrsmittel sowie bei kürzeren Strecken auf E-Bike und Fahrrad umgesetzt werden.

Im Vorjahr wurden in Österreich um 1,85 Milliarden Liter weniger Benzin und Diesel getankt als im Jahr 2019, aber mit 8,6 Milliarden Litern ist der Spritverbrauch nach wie vor extrem hoch. „Es kommt uns erneut teuer, dass die Erdölabhängigkeit des Verkehrs nicht stärker reduziert wurde und auf EU-Ebene bei der Energiewende gebremst wurde. Umso wichtiger ist es, jetzt rasch verstärkte Maßnahmen zu setzen, um den Verkehr aus der Erdölfalle zu befreien“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Eine zentrale Maßnahme ist, den Anteil der E-Mobilität zu erhöhen, sowohl bei Pkw als auch bei Lkw und Bussen. Die Anzahl der E-Pkw hat sich in Österreich von rund 29.500 Ende 2019 auf immerhin rund 262.000 verneunfacht, aber beim Anteil der Neuzulassungen liegt Österreich deutlich hinter der EU-Spitze. Während in Österreich im Vorjahr 21 Prozent der Neuwagen Elektroautos waren, war der E-Pkw-Anteil bei Neuanmeldungen in Dänemark mit rund 67 Prozent dreimal so hoch, verdeutlicht der VCÖ. Bei neuen Klein-Lkw hatten die Niederlande im Vorjahr mit 80 Prozent einen rund sechsmal so hohen Elektro-Anteil wie Österreich mit nur 14 Prozent.

Zudem sind die Hersteller gefordert, sparsame Modelle auf den Markt zu bringen. Die Entwicklung hin zu schweren, großen, übermotorisierten Modellen, wie großen SUVs oder Pick-ups, hat dazu geführt, dass der reale Spritverbrauch trotz effizienterer Motoren in den vergangenen 25 Jahren kaum gesunken ist. Im Jahr 1999 hatten die Diesel-Pkw von Österreichs privaten Haushalten einen realen Verbrauch von 7 Litern pro 100 Kilometer, 25 Jahre später war der reale Verbrauch mit 6,4 Litern gerade mal einen halben Liter niedriger und mehr als doppelt so hoch wie beim 3-Liter-Auto, das bereits in den 1990er Jahren von Autoherstellern versprochen wurde.

Großes Potenzial gibt es zudem bei der Verlagerung von Autofahrten auf öffentliche Verkehrsmittel sowie bei kürzeren Strecken auf E-Bike und Fahrrad. „Schon heute zeigen Unternehmen vor, dass mit Mobilitätsmanagement viele Beschäftigte zum Umstieg auf Bahn, Bus, Fahrrad oder Fahrgemeinschaften motiviert werden können. Damit werden Spritverbrauch, Spritkosten und auch die Staus im Pendelverkehr reduziert“, verdeutlicht VCÖ-Experte Michael Schwendinger. In den Ballungsräumen braucht es mehr Verbindungen zwischen Umland und Stadt, so genannte Bus-Rapid-Transit-Systeme mit eigener Busspur auf Autobahnen sind auch in Österreich zu forcieren.

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Großspeicher ermöglicht nachhaltigen Logistik-Hub

Am Standort Hörsching verkehren täglich 250 bis 300 Lkw, 300 bis 400 Pkw und 300 Transporter bei Schachinger Logistik. Seit Frühjahr 2026 wird mit zwölf Container-Batterien, einer Leistung von 30 Megawatt und Kapazität von 60 Megawattstunden der größte Batteriespeicher Österreichs installiert – und direkt an die acht Megawatt starke Photovoltaik-Anlage angeschlossen. Der Eigenversorgungsgrad mit Strom wurde dadurch von 30 auf 95 Prozent angehoben.

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VCÖ-Analyse zeigt: Von Spritpreisbremse profitieren Besserverdienende am stärksten

VCÖ (Wien, 2. Oktober 2026) – Haushalte mit einem Monatseinkommen von mehr als 5.000 Euro tanken fast dreieinhalb Mal so viel Sprit wie Haushalte mit einem Monatseinkommen von bis zu 2.200 Euro, zeigt eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Konsumerhebung der Statistik Austria. Das Gießkannenprinzip führt dazu, dass Besserverdienende deutlich stärker von der Spritpreisbremse profitieren als Wenigverdienende. Sinnvoller und sozial gerechter wäre eine bedarfsorientierte Unterstützung. Gleichzeitig braucht es rasch Maßnahmen zur Reduktion des Spritverbrauchs, um die Versorgungssicherheit gewährleisten zu können, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ.

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