VCÖ fordert reduzierten Mehrwertsteuersatz für Öffi-Tickets

VCÖ warnt vor negativen Folgen einer erneuten Preiserhöhung bei der Öffi-Jahreskarte

VCÖ (Wien, 7. Oktober 2026) – Die Mobilitätsorganisation VCÖ warnt vor den negativen Folgen von weiteren Preiserhöhungen bei Öffi-Fahrkarten, wie sie aktuell für die Jahreskarte in Wien diskutiert wird. Für die Erreichung der Mobilitäts-, Energie- und Klimaziele ist eine Erhöhung des Anteils des Öffentlichen Verkehrs an der Mobilität notwendig. Die Fahrgäste des Öffentlichen Verkehrs leisten nicht nur einen sehr großen Beitrag zur Reduktion von Staus und Parkplatzproblemen in Städten, sie tragen auch zur Verbesserung der Klimabilanz und, dass weniger Diesel und Benzin verbraucht wird, was in der aktuellen Treibstoffkrise besonders wichtig ist. Der VCÖ fordert den reduzierten Mehrwertsteuersatz von 4,9 Prozent auch für Öffi-Fahrkarten

Der Preis der Jahreskarte ist in Wien bereits zum Jahresanfang um 102 Euro von 365 auf 467 Euro erhöht worden. Nun steht für das Jahr 2027 eine erneute Preiserhöhung im Ausmaß der Inflation im Raum. „Die andauernde Treibstoffkrise macht einmal mehr deutlich, wie teuer uns alle der hohe Erdölverbrauch zu stehen kommt. Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, Menschen zum Umstieg auf den Öffentlichen Verkehr zu motivieren. Aber schon allein die Diskussion über höhere Ticketpreise ist dafür kontraproduktiv. Ein verstärkter Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr ist zudem unverzichtbar, damit die Stadt ihre Mobilitäts-, Energie- und Klimaziele erreichen kann“, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest.

Die stark gestiegenen Dieselpreise betreffen natürlich auch den Öffentlichen Verkehr. Dass die Verkehrsunternehmen die höheren Kosten durch vermehrte Einnahmen abdecken müssen, ist nachvollziehbar. Aber die höheren Einnahmen sollen nicht auf Kosten der Fahrgäste erzielt werden. Der VCÖ fordert daher für Öffi-Fahrkarten auch den reduzierten Mehrwertsteuersatz von 4,9 Prozent, der seit Juli für ausgewählte Lebensmittel gilt. Derzeit beträgt die Mehrwertsteuer auf Fahrkarten des Öffentlichen Verkehrs zehn Prozent. Selbst bei einer Inflationsanpassung um 3,5 Prozent wäre dann die Jahreskarte sogar geringfügig billiger als heute. Damit würde es einen starken Anreiz zum Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr geben, und mehr Menschen würden dann eine Öffi-Jahreskarte beziehungsweise in den Bundesländern ein regionales Klimaticket kaufen.

„Die Steuersenkung ist mehr als gerechtfertigt, nicht nur, weil auch die Steuer auf Diesel und Benzin gesenkt wurde. Öffi-Fahrgäste leisten einen sehr großen Beitrag dazu, dass es weniger Staus und Parkplatzprobleme, weniger Abgasbelastung und damit eine bessere Luftqualität in der Stadt gibt. Sie tragen zur Verbesserung der Klimabilanz und zu mehr Verkehrssicherheit bei. Und dank der Öffi-Fahrgäste wird weniger Benzin und Diesel verbraucht. Eine geringere Nachfrage wirkt insbesondere bei knappem Angebot preisdämpfend“, weist VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk auf den vielfachen Nutzen hin, den die Fahrgäste des Öffentlichen Verkehrs schaffen.

Zudem appelliert der VCÖ an die Unternehmen, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein steuerbegünstigtes Öffi-Jobticket zur Verfügung zu stellen. Etliche Unternehmen machen das bereits, aber bei weitem noch nicht alle.

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