VCÖ: Heuer kamen bereits 50 Motorradfahrer im Straßenverkehr ums Leben

VCÖ: Jeder zweite tödliche Motorradunfall der vergangenen drei Jahre wegen zu hoher Geschwindigkeit

VCÖ (Wien, 30. Juli 2026) – Bereits 50 Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer sind seit Jahresbeginn bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben gekommen. Allein in den vergangenen vier Wochen verunglückten 21 Motorradfahrende tödlich, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Vor allem am Wochenende häufen sich tödliche Motorradunfälle, im Vorjahr passierten 43 Prozent aller tödlichen Motorradunfälle an Samstagen oder Sonntagen, wie eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Im Dreijahres-Zeitraum 2023 bis 2025 passierte jeder zweite tödliche Motorradunfall wegen zu hoher Geschwindigkeit, 84 Prozent der tödlichen Motorradunfälle ereigneten sich auf Freilandstraßen.

Zuletzt häuften sich die tödlichen Motorradunfälle in Österreich. Allein in den vergangenen vier Wochen starben 21 Motorradfahrer im Straßenverkehr. Insgesamt verloren heuer bereits 50 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen ihr Leben, damit beträgt der Anteil der Motorradfahrenden an den Verkehrstoten 25 Prozent, macht der VCÖ aufmerksam. Im gleichen Zeitraum – bis 28. Juli - wurden im Vorjahr nach endgültigen Daten (inklusive 30 Tagefrist) 52 tödlich verunglückte Motorradfahrer verzeichnet. Während insgesamt die Zahl der Verkehrstoten in Österreich heuer um rund zehn Prozent zurückgegangen ist, stagniert also die Zahl der tödlichen Motorradunfälle auf hohem Niveau.

Besonders am Wochenende passieren infolge von Ausflugstouren viele schwere Motorradunfälle. Die meisten tödlichen Motorradunfälle gab es im Vorjahr an Sonntagen mit 19, die zweithäufigsten an Samstagen mit 16, berichtet der VCÖ. Die mit Abstand gefährlichsten Straßen sind Freilandstraßen. Im Dreijahres-Zeitraum 2023 bis 2025 passierten 84 Prozent der tödlichen Motorradunfälle auf Freilandstraßen, im Vorjahr waren es sogar 88 Prozent. „Hohes Tempo, Gegenverkehr, riskante Überholmanöver – diese Kombination ist besonders fürs Motorradfahren sehr gefährlich“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

Das spiegelt sich auch bei den Ursachen tödlicher Motorradunfälle wider. Motorradfahrende waren in den vergangenen drei Jahren bei 79 Prozent der tödlichen Unfälle laut Exekutive die Hauptunfallverursacher, wie die VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Von diesen tödlichen Motorradunfällen war nicht angepasste Geschwindigkeit mit 53 Prozent die mit Abstand häufigste Unfallursache. 23 Prozent waren die Folge von Unachtsamkeit und Ablenkung und 14 Prozent dieser tödlichen Motorradunfälle wurden durch Überholmanöver ausgelöst.

Um die Sicherheit für Motorradfahrende zu erhöhen, fordert der VCÖ verstärkte Sicherheitsmaßnahmen auf Freilandstraßen. Neben dem Rückbau von Raserstrecken und der Entschärfung von Gefahrenstellen ist ein Tempolimit von 80 statt 100 km/h mit entsprechenden Kontrollen eine wirksame unfallvermeidende Maßnahme. Durch das Fahrverhalten kann man das Unfallrisiko und die Unfallschwere reduzieren, erinnert der VCÖ: Tempolimits unbedingt einhalten, keine riskanten Überholmanöver, das Motto „gleiten statt rasen“ beherzigen, mit voller Aufmerksamkeit fahren, in Kurven besonders achtsam sein.

Jeder fünfte tödliche Motorradunfall wurde vom Unfallgegner verursacht. Knapp mehr als die Hälfte davon war auf Vorrangverletzungen zurückzuführen, jeder sechste auf Ablenkung und Unachtsamkeit und jeder neunte auf überhöhte Geschwindigkeit des Unfallgegner, so die VCÖ-Analyse.

Die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr ist zu erhöhen. Unfälle durch Vorrangverletzung und das „Übersehen“ von Motorradfahrern stehen auch im Zusammenhang mit Unachtsamkeit. „Beim Lenken von Kfz ist die volle Aufmerksamkeit auf das Verkehrsgeschehen zu richten. Das heißt, während des Autolenkens Hände weg vom Handy. Beim Linksabbiegen ist der Schulterblick unverzichtbar“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

Quellen & Daten

VCÖ: Hohe Anzahl tödlich verunglückter Motorradfahrer in Österreich

  • 1.1.-29.7. 2026: 50 tödlich verunglückte Motorradfahrer (vorläufige Daten)
  • 1.1.-29.7. 2025: 52 tödlich verunglückte Motorradfahrer (endgültige Daten)
  • Jahr 2025: 81 tödlich verunglückte Motorradfahrer
  • Jahr 2024: 83
  • Jahr 2023: 82
  • Jahr 2022: 55
  • Jahr 2021: 75
  • Zeitraum 2021 – 2025: 376 Todesopfer

Quelle: Statistik Austria, BMI, VCÖ 2026

VCÖ: Im Dreijahres-Zeitraum passierten 84 Prozent der tödlichen Motorradunfälle auf Freilandstraßen
(Tödliche Motorradunfälle in Österreich, Anteil auf Freilandstraßen )

  • Jahr 2025: 88 Prozent (71 von 81)
  • Jahr 2024: 78 Prozent (65 von 83)
  • Jahr 2023: 87 Prozent (71 von 82)
  • 2023 bis 2025: 84 Prozent (207 von 246)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Acht von zehn tödlichen Motorradunfällen von Motorrad verursacht
(Anteil Motorrad Hauptunfallverursacher bei tödlichen Motorradunfällen)

  • Jahr 2025: 80 Prozent
  • Jahr 2024: 78 Prozent
  • Jahr 2023: 78 Prozent

Zu hohes Tempo häufigste Unfallursache bei diesen tödlichen Motorradunfällen
(Anteil Hauptunfallursache im Zeitraum 2023 bis 2025 an den von Motorrad verursachten tödlichen Motorradunfällen)

  1. Nicht angepasste Geschwindigkeit: 53 Prozent
  2. Unachtsamkeit, Ablenkung: 23 Prozent
  3. Überholen: 14 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Jeder fünfte tödliche Motorradunfall vom Unfallgegner verursacht
(Anteil Unfallgegner Hauptunfallverursacher bei tödlichen Motorradunfällen)

  • Jahr 2025: 20 Prozent
  • Jahr 2024: 22 Prozent
  • Jahr 2023: 22 Prozent

Bei vom Unfallgegner verursachten tödlichen Motorradunfällen Vorrangverletzung Hauptunfallursache
(Anteil im Zeitraum 2023 bis 2025 an den von Unfallgegner verursachten tödlichen Motorradunfällen)

  1. Vorrangverletzung: 56 Prozent
  2. Unachtsamkeit, Ablenkung: 17 Prozent
  3. Nicht angepasste Geschwindigkeit: 12 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

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