VCÖ: Im Verhältnis zur Einwohnerzahl in Wien um 80 Prozent weniger Verkehrstote als im Österreich-Schnitt

VCÖ (Wien, 3. Februar 2023) – Im Bundesländer-Vergleich ist die Verkehrssicherheit in Wien am höchsten. Pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner kamen in Wien in den vergangenen drei Jahren um 80 Prozent weniger Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben als im Österreich-Schnitt, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Wiens Verkehrssicherheit profitiert davon, dass die Wienerinnen und Wiener die Mehrheit ihrer Wege mit Öffis und zu Fuß zurücklegen, erklärt die Mobilitätsorganisation VCÖ. Zudem ist in der Stadt das Tempo des Verkehrs niedriger, was die Verkehrssicherheit erhöht. Aber in den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der tödlichen Unfälle gestiegen. Verstärkte Maßnahmen sind nötig, betont der VCÖ.

Pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner kamen im Zeitraum 2020 bis 2022 in Österreich pro Jahr vier Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl war die Zahl der Verkehrstoten in Österreich fünfmal so hoch wie in Wien, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Neben Wien liegen auch Tirol und Vorarlberg unter dem Österreich-Schnitt. Als Stadt hat Wien gegenüber den Bundesländern den Vorteil, dass insgesamt das Tempo des Straßenverkehrs niedriger ist. Und in den Bundesländern gibt es viele Freilandstraßen, wo das tödliche Unfallrisiko besonders hoch ist.

„Einen besonders großen Einfluss hat das Mobilitätsverhalten der Wienerinnen und Wiener. Sie legen rund zwei Drittel ihrer Wege zu Fuß oder mit Öffis zurück, was sich sehr positiv auf die Verkehrssicherheit in der Stadt auswirkt“, stellt VCÖ-Expertin Lina Mosshammer fest. Das ist auch ein wesentlicher Grund, warum Wien im Vergleich zu Graz (1,6 Verkehrstote pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner) und Linz (2,9 Verkehrstote pro 100.000 EW) deutlich besser abschneidet.

Aber insgesamt kamen in Wien 46 Menschen in den vergangenen drei Jahren im Straßenverkehr ums Leben. Und mit 18 Verkehrstoten kamen mehr Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben als in den Jahren 2013, 2015, 2019, 2020 und 2021. „Jeder tödliche Verkehrsunfall ist einer zu viel. Dem Ziel „null Verkehrstote“ gilt es so nahe wie möglich zu kommen“, stellt VCÖ-Expertin Mosshammer fest.

Im Vorjahr waren zehn der 18 Todesopfer in Wien Fußgängerinnen und Fußgänger. Die meisten Opfer waren Seniorinnen und Senioren. Mehr Verkehrsberuhigung in den Bezirken, mehr Tempo 30 statt 50, übersichtliche Straßenübergänge, ausreichend breite Gehwege und Ampelschaltungen, die auch auf das Gehtempo älterer Menschen Rücksicht nehmen sind einige zentrale Maßnahmen, die die Sicherheit für alle, die zu Fuß unterwegs sind, erhöhen. Auch Verkehrskontrollen zur Einhaltung der Tempolimits sowie gegen das Handy-Telefonieren am Steuer tragen zu  mehr Verkehrssicherheit bei.

Für die Sicherheit für die steigende Anzahl der Radfahrerinnen und Radfahrer, ist der weitere Ausbau der Radinfrastruktur wichtig. „Durch die flächendeckende Parkraumbewirtschaftung ist in Wien viel Platz frei geworden. Die Bezirke sind gefordert, einerseits zu schmale Gehsteige zu verbreitern und andererseits die Infrastruktur fürs Radfahren zu verbessern. An der Anzahl der Familien, die mit dem Rad fahren, ist die Qualität der Rad-Infrastruktur erkennbar“, betont VCÖ-Expertin Mosshammer.

VCÖ: In Wien ist im Verhältnis zur Bevölkerungszahl die Anzahl an Verkehrstoten am niedrigsten
(Anzahl Verkehrstote im Zeitraum 2020 bis 2022 pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner)

Wien: 0,8
Tirol: 3,7
Vorarlberg: 3,7
ÖSTERREICH: 4,0
Salzburg: 4,2
Steiermark: 4,6
Burgenland: 5,2
Oberösterreich: 5,3
Niederösterreich: 5,5
Kärnten: 5,5

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2023

VCÖ: Im Vorjahr lag Wien vor Salzburg und Kärnten
(Anzahl Verkehrstote im Zeitraum 2022 pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner)

Wien: 0,9
Salzburg: 3,3
Kärnten: 3,7
Tirol: 3,8
Vorarlberg: 3,9
ÖSTERREICH: 4,1
Oberösterreich: 5,3
Steiermark: 5,5
Niederösterreich: 5,6
Burgenland: 6,3

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2023

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