VCÖ: Im Vorjahr erreichten in Österreich einige Bezirke und Statutarstädte das Ziel „null Verkehrstote“

VCÖ: Mit verstärkten Verkehrssicherheitsmaßnahmen die Zahl der schweren Unfälle weiter reduzieren

Foto: Kleines Kreuz mit Kerzen neben einer Freilandstraße

VCÖ (Wien, 12. Juni 2026) – Wenn es um tödliche Verkehrsunfälle geht, dann gibt es nur eine akzeptable Anzahl, nämlich null. Dieses Ziel wurde im Vorjahr in Österreich außerhalb Wiens in drei Bezirken und sechs Statutarstädten erreicht, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. In Wien gab es in neun Bezirken keinen tödlichen Verkehrsunfall. Die meisten Todesopfer forderte der Straßenverkehr in den Bezirken St. Pölten-Land und Innsbruck-Land mit jeweils zwölf. Die Mobilitätsorganisation VCÖ betont, dass in Österreich verstärkte unfallvermeidende Maßnahmen nötig sind, wie niedrigere Tempolimits, mehr öffentliche Verkehrsverbindungen sowie mehr und bessere Radwege.

Die Bezirke Dornbirn, Güssing und Hermagor haben eines gemeinsam: In diesen drei Bezirken wurde im Vorjahr das Ziel „null Verkehrstote“ erreicht, informiert der VCÖ. Auch in den Statutarstädten St. Pölten, Steyr, Krems, Eisenstadt, Waidhofen an der Ybbs und Rust gab es keinen tödlichen Verkehrsunfall, ebenso in den Wiener Bezirken Alsergrund, Favoriten, Innere Stadt, Josefstadt, Margareten, Mariahilf, Neubau, Währing und Wieden. Jeweils ein Verkehrstoter war in elf Bezirken, zwei Statutarstädten und in 13 Wiener Bezirken zu beklagen.

Zwischen Österreichs Bezirken war aber im Vorjahr der Unterschied bei der Anzahl der tödlichen Verkehrsunfälle groß. Allein in den 15 Bezirken mit den meisten Verkehrstoten passierte ein Drittel der tödlichen Verkehrsunfälle, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Die meisten Verkehrstoten gab es mit jeweils zwölf Todesopfern in den Bezirken Innsbruck-Land und St. Pölten-Land, vor Salzburg-Umgebung mit elf sowie den Bezirken Melk, Leibnitz und Spittal an der Drau mit jeweils neun. In neun weiteren Bezirken kamen jeweils acht Menschen im Straßenverkehr ums Leben.

„Jeder tödliche Verkehrsunfall ist einer zu viel. Umso wichtiger ist es, mit verstärkten Verkehrssicherheitsmaßnahmen die Zahl der Unfälle zu reduzieren. Dabei ist einerseits bei den Hauptunfallursachen anzusetzen und andererseits sind mehr präventive Maßnahmen nötig“, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest. 55 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle waren im Vorjahr die Folge von zwei Ursachen, nämlich nicht angepasster Geschwindigkeit sowie Ablenkung und Unachtsamkeit. Vor allem Handy am Steuer ist weiterhin ein großes Problem in Österreich. Im Vorjahr hat die Exekutive 112.000 Handy-Delikte im Straßenverkehr geahndet, was aber nur ein Bruchteil der Vergehen ist. Der VCÖ unterstützt die erst kürzlich von Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll aufgestellte Forderung, dass in Österreich die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden, um den Einsatz sogenannter Handy-Blitzer zu ermöglichen. Zudem soll Handy am Steuer ins Vormerksystem aufgenommen werden.

Die Zahl der schweren Verkehrsunfälle wegen zu hoher Geschwindigkeit kann mit niedrigerem Tempolimit, wie Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen, mehr Kontrollen, dem Rückbau von Raserstrecken sowie höheren Strafen reduziert werden. Die von der Regierung geplante Erhöhung der Verkehrsstrafen, insbesondere für Raser, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Und mehr als 30 km/h zu schnelles Fahren soll Teil des Vormerksystems werden.

Darüber hinaus sind präventive Maßnahmen für die Unfallvermeidung wichtig. Für alle, die mit dem Fahrrad, E-Bike oder E-Scooter unterwegs sind, ist eine gute Rad-Infrastruktur wesentlich, wie auch die Unfallstatistik belegt. Im Drei-Jahres-Zeitraum 2022 bis 2024 kamen in Österreich 118 Menschen mit einem Fahrrad oder E-Bike bei Verkehrsunfällen ums Leben. Kein einziger tödlicher Radunfall passierte auf einem eigenen, baulich getrennten Radweg.

Eine weitere wichtige präventive Maßnahme sind mehr öffentliche Verkehrsverbindungen, auch in den Regionen. Gerade am Wochenende gibt es immer wieder schwere Unfälle von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die mit Anrufsammeltaxis oder Nachtbussen vermeidbar sind. Der VCÖ schlägt vor, dass ein Teil der Einnahmen aus Verkehrsstrafen für Anrufsammeltaxis und Nachtbusse zweckgewidmet werden.

Quellen & Daten

VCÖ: Im Vorjahr erreichten in Österreich einige Bezirke und Statutarstädte das Ziel „null Verkehrstote“
(Anzahl bei Verkehrsunfällen verunglückte Personen im Jahr 2025)

  • Bezirk Dornbirn: Null Verkehrstote / 721 Verletzte, davon 78 schwer
  • Bezirk Güssing: Null Verkehrstote / 84 Verletzte, davon 23 schwer
  • Bezirk Hermagor: Null Verkehrstote / 67 Verletzte, davon 17 schwer
  • Wien-Favoriten: Kein Verkehrstoter / 766 Verletzte, davon 69 schwer
  • Wien-Innere Stadt: Kein Verkehrstoter / 349 Verletzte, davon 32 schwer
  • Wien-Alsergrund: Kein Verkehrstoter / 248 Verletzte, davon 24 schwer
  • Wien-Margareten: Kein Verkehrstoter / 194 Verletzte, davon 16 schwer
  • Wien-Währing: Kein Verkehrstoter / 157 Verletzte, davon 8 schwer
  • Wien-Neubau: Kein Verkehrstoter / 131 Verletzte, davon 19 schwer
  • Wien-Mariahilf: Kein Verkehrstoter / 126 Verletzte, davon 10 schwer
  • Wien-Wieden: Kein Verkehrstoter / 115 Verletzte, davon 12 schwer
  • Wien-Josefstadt: Kein Verkehrstoter / 77 Verletzte, davon 4 schwer
  • Sankt Pölten: Null Verkehrstote / 353 Verletzte, davon 37 schwer
  • Krems: Null Verkehrstote / 172 Verletzte, davon 27 schwer
  • Waidhofen an der Ybbs: Null Verkehrstote / 43 Verletzte, davon 5 schwer
  • Steyr: Null Verkehrstote / 261 Verletzte, davon 22 schwer
  • Eisenstadt: Null Verkehrstote / 89 Verletzte, davon 10 schwer
  • Rust: Null Verkehrstote / 11 Verletzte, davon 2 schwer

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: In 15 Bezirken war ein Drittel aller Verkehrstoten in Österreich zu beklagen  
(Anzahl Verkehrstote und Verletzte im Jahr 2025)

  • Bezirk Innsbruck Land: 12 Verkehrstote / 1.011 Verletzte, davon 176 schwer
  • Bezirk Sankt Pölten Land: 12 Verkehrstote / 638 Verletzte, davon 116 schwer
  • Bezirk Salzburg Umgebung: 11 Verkehrstote / 920 Verletzte, davon 163 schwer
  • Bezirk Melk: 9 Verkehrstote / 522 Verletzte, davon 110 schwer
  • Bezirk Leibnitz: 9 Verkehrstote / 518 Verletzte, davon 97 schwer
  • Bezirk Spittal an der Drau: 9 Verkehrstote / 395 Verletzte, davon 94 schwer
  • Bezirk Graz-Umgebung: 8 Verkehrstote / 917 Verletzte, davon 148 schwer
  • Bezirk Bregenz: 8 Verkehrstote / 905 Verletzte, davon 146 schwer
  • Bezirk Baden: 8 Verkehrstote / 767 Verletzte, davon 121 schwer
  • Bezirk Bruck an der Leitha: 8 Verkehrstote / 549 Verletzte, davon 103 schwer
  • Bezirk Bruck-Mürzzuschlag: 8 Verkehrstote / 440 Verletzte, davon 97 schwer
  • Bezirk Neunkirchen: 8 Verkehrstote / 431 Verletzte, davon 90 schwer
  • Bezirk Mistelbach: 8 Verkehrstote / 370 Verletzte, davon 73 schwer
  • Bezirk Neusiedl am See: 8 Verkehrstote / 282 Verletzte, davon 52 schwer
  • Bezirk Krems Land: 8 Verkehrstote / 281 Verletzte, davon 76 schwer

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

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