VCÖ: Im Vorjahr nahm Zahl der Schulwegunfälle in Österreich um 28 Prozent zu

VCÖ: In Städten und Gemeinden verstärkte Maßnahmen für sichere Schulwege umsetzen

Drei Kinder mit Schultasche auf dem Schulweg, welche von hinten gezeigt werden und einen Gehsteig entlang gehen.

VCÖ (Wien, 25. August 2026) – In rund eineinhalb Wochen beginnt in Ostösterreich wieder die Schule. Im Vorjahr ist die Zahl der Schulwegunfälle in Österreich stark gestiegen und zwar um 28 Prozent, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf Daten der Statistik Austria hin. Das ist der höchste Wert seit dem Jahr 2016. 577 Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren wurden verletzt, ein Kind kam ums Leben. Jedes dritte Opfer eines Schulwegunfalls war zu Fuß unterwegs. Die meisten Schulwegunfälle gab es in Oberösterreich. Die am stärksten betroffene Altersgruppe sind die 15-Jährigen. Der VCÖ fordert mehr Verkehrsberuhigung in Städten und Gemeinden, den verstärkten Ausbau der Radinfrastruktur sowie übersichtliche Straßenübergänge.

Die Zahl der Schulwegunfälle ist in Österreich im Vorjahr um 118 auf 537 gestiegen. Höher war die Anzahl der Schulwegunfälle zuletzt im Jahr 2016, als 538 Verkehrsunfälle mit Kindern am Schulweg passierten, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Die Zahl der bei Schulwegunfällen verletzten Kinder stieg im Vorjahr um 126 auf 577. Davon wurden 505 Kinder leicht und 72 Kinder schwer verletzt. Ein siebenjähriges Kind wurde in Tirol am Schulweg von einem Lkw tödlich verletzt.

„Die Analyse der Schulwegunfälle nach Verkehrsmittel zeigt, dass mit Ausnahme des Busses die Schulwegunfälle bei allen Verkehrsmitteln gestiegen sind“, informiert VCÖ-Expertin Klara Maria Schwenk. 184 Kinder wurden beim Zu-Fuß-Gehen zur Schule im Straßenverkehr verletzt, das ist ein Anstieg um fast 18 Prozent. Mit dem Fahrrad wurden 94 Kinder verletzt, um ein Fünftel mehr als im Vorjahr davor. Die Anzahl der mit E-Scooter verletzten Kinder stieg um rund 38 Prozent auf 76 und die im Pkw mitfahrenden Kinder um fast 83 Prozent auf 42. Die Zahl der mit dem Moped am Schulweg verunglückten Schülerinnen und Schüler stieg um 44 Prozent auf 82.

„Mopedunfälle sind auch der Hauptgrund, warum die 15-Jährigen jene Altersgruppe sind, die am häufigsten einen Schulwegunfall haben“, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest. Im Vorjahr wurden 104 15-Jährige am Schulweg bei einem Verkehrsunfall verletzt und damit fast doppelt so viele wie 14-Jährige (55 Verletzte). Am sichersten sind die Sechsjährigen am Schulweg unterwegs: Im Vorjahr wurden 23 Sechsjährige bei einem Verkehrsunfall am Schulweg verletzt, informiert der VCÖ.

Schulwege sind sicherer als Freizeitwege. Dazu tragen zahlreiche Maßnahmen bei, wie beispielsweise Schülerlotsen, Verkehrsberuhigungsmaßnahmen im Schulumfeld und die erhöhte Aufmerksamkeit der anderen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Vor allem Volksschulkinder haben meist einen kurzen Schulweg, der gut zu Fuß gegangen werden kann. „Damit erlangen die Kinder Kompetenz für das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Diese Erfahrung hilft ihnen bei all ihren Wegen, die sie in der Freizeit zurücklegen“, erklärt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Kindern, die von Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht werden, wird diese Chance genommen.

Wird der Schulweg zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt, kommen die Kinder zudem auf eine regelmäßige Portion gesunde Bewegung. Bis zur absolvierten Radfahrprüfung oder bis zwölf Jahre sind Kinder beim Radfahren zur Schule von einer erwachsenen Person zu begleiten.

Wichtig ist, den Schulweg bereits in den Ferien mit den Kindern zu üben, insbesondere mit den Schulanfängerinnen und Schulanfängern sowie mit Kindern, die die Schule wechseln, beispielsweise von der Volksschule in eine andere Schule. Bei der Routenwahl empfiehlt der VCÖ jenen Schulweg zu nehmen, wo weniger Autos fahren und weniger Straßen zu überqueren sind.

„Wer auf Gefahren- oder Problemstellen am Schulweg des Kindes stößt, kann diese am besten der Gemeinde beziehungsweise in Wien dem Bezirk sowie der Schuldirektion melden. So können die zuständigen Stellen rasch Maßnahmen zur Entschärfung der Problemstelle prüfen und umsetzen“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. So können bei Straßenübergängen Hindernisse oder parkende Autos die Sicht für Kinder einschränken oder die Sicht auf Kinder beeinträchtigen. Deshalb ist es wichtig, das Halte- und Parkverbot vor Schutzwegen endlich von fünf auf zehn Meter auszuweiten. Insgesamt ist den Gemeinden und Städten gerade für die Verkehrssicherheit von Kindern mehr Verkehrsberuhigung wichtig, mehr Tempo 30 statt 50 sowie ein lückenloses Netz an Geh- und Radwegen.

Die meisten Schulwegunfälle passierten im Vorjahr in Oberösterreich mit 102 vor Niederösterreich mit 85 und Wien 80. Im Burgenland kam es mit sieben zu den wenigsten Schulwegunfällen.  

VCÖ: Zahl der Schulwegunfälle im Vorjahr stark gestiegen (Schulwegunfälle im Jahr 2025, in Klammer im Jahr 2024)

  • Österreich: 537 Schulwegunfälle (419 Schulwegunfälle)
  • Oberösterreich: 102 Schulwegunfälle (73 Schulwegunfälle)
  • Niederösterreich: 85 Schulwegunfälle (78 Schulwegunfälle)
  • Wien: 80 Schulwegunfälle (79 Schulwegunfälle)
  • Steiermark: 77 Schulwegunfälle (48 Schulwegunfälle)
  • Tirol: 58 Schulwegunfälle (47 Schulwegunfälle)
  • Kärnten: 48 Schulwegunfälle (29 Schulwegunfälle)
  • Salzburg: 43 Schulwegunfälle (33 Schulwegunfälle)
  • Vorarlberg: 37 Schulwegunfälle (29 Schulwegunfälle)
  • Burgenland: 7 Schulwegunfälle (3 Schulwegunfälle)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Mit Ausnahme des Busses nahm die Zahl der Schulwegunfälle bei allen Verkehrsmitteln zu (Mit welchem Verkehrsmittel die 6- bis 15-Jährigen am Schulweg im Jahr 2025 verunglückten, in Klammer Änderung gegenüber dem Jahr 2024)

  • Zu Fuß: 184 (plus 27 – plus 17,5 Prozent)
  • Fahrrad: 94 (plus 16 – plus 20,5 Prozent)
  • Moped: 82 (plus 25 – plus 43,9 Prozent)
  • E-Scooter: 76 (plus 21 – plus 38,2 Prozent)
  • Pkw mitfahrend: 42 (plus 19 – plus 82,6 Prozent)
  • Bus: 46 (minus 17 – minus 27,0 Prozent)
  • Spiel- / Sportgerät: 14 (keine Änderung)
  • Sonstige Verkehrsmittel: 35 (plus 31)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Die meisten Kinder wurden im Vorjahr in Oberösterreich am Schulweg verletzt (Verkehrsunfälle am Schulweg im Jahr 2025)

  • Oberösterreich: 102 Schulwegunfälle (105 verletzte Kinder / kein tödlicher Schulwegunfall)
  • Niederösterreich: 85 Schulwegunfälle (91 verletzte Kinder / kein tödlicher Schulwegunfall)
  • Wien: 80 Schulwegunfälle (92 verletzte Kinder / kein tödlicher Schulwegunfall)
  • Steiermark: 77 Schulwegunfälle (86 verletzte Kinder / kein tödlicher Schulwegunfall)
  • Tirol: 58 Schulwegunfälle (55 verletzte Kinder / 1 Kind tödlich verletzt)
  • Kärnten: 48 Schulwegunfälle (54 verletzte Kinder / kein tödlicher Schulwegunfall)
  • Salzburg: 43 Schulwegunfälle (40 verletzte Kinder / kein tödlicher Schulwegunfall)
  • Vorarlberg: 37 Schulwegunfälle (42 verletzte Kinder / kein tödlicher Schulwegunfall)
  • Burgenland: 7 Schulwegunfälle (7 verletzte Kinder / kein tödlicher Schulwegunfall)
  • Österreich: 537 Schulwegunfälle (577 verletzte Kinder / 1 Kind tödlich verletzt)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

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