VCÖ: Im Vorjahr verunglückten im Schnitt zehn Kinder pro Tag im Straßenverkehr

VCÖ: Verstärkte Maßnahmen für ein kindgerechtes Verkehrssystem umsetzen

Foto: Zwei Schulkinder zwischen zwei Autos, welche auf die Straße schauen.

VCÖ (Wien, 29. Mai 2026) – Im Vorjahr verunglückten in Österreich insgesamt 3.559 Kinder im Straßenverkehr, um fast 16 Prozent mehr als im Jahr 2024. Die Zahl der bei einem Verkehrsunfall verunglückten radfahrenden Kinder ist sogar um 25 Prozent auf 810 gestiegen, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf Daten der Statistik Austria hin. Das ist der höchste Wert der vergangenen 20 Jahre. Dass insbesondere Kinder sichere und gute Radwege brauchen, darauf macht am kommenden Wochenende die Kidical Mass in mehreren Städten Österreichs aufmerksam. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen für ein kindgerechtes Verkehrssystem.

Kinder benötigen gute Radwege und sichere Bedingungen zum Radfahren, daran erinnert dieses Wochenende die Kidical Mass in mehreren Städten Österreichs, darunter in Wien, Graz, Linz und Salzburg. „Zu schmale Radwege, Lücken im Radwegenetz oder zu hohes Tempo des Verkehrs erhöhen das Unfallrisiko beim Radfahren, insbesondere für Kinder. Dass der Handlungsbedarf in Österreich groß ist, unterstreicht auch die Unfallstatistik“, weist VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk auf die Daten der Statistik Austria hin. Im Vorjahr stieg die Zahl der im Straßenverkehr mit dem Fahrrad verunglückten Kinder um 164 auf 810.

„Radfahren ist bei vielen Kindern beliebt. Gerade in einer Zeit, in der über Bewegungsmangel bei Kindern geklagt wird, ist das Radfahren für Kinder eine Chance, auf eine regelmäßige Portion gesunde Bewegung zu kommen. Umso wichtiger sind verstärkte Maßnahmen für ein kindgerechtes Verkehrssystem“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Dazu zählen mehr und ausreichend breite Radwege, mehr Verkehrsberuhigung und mehr Tempo 30 statt 50 in Städten und Gemeinden sowie übersichtliche Kreuzungen und Straßenübergänge.

Der VCÖ ruft zudem wichtige StVO-Regelungen zum Schutz von Kindern in Erinnerung. Kinder sind vom Vertrauensgrundsatz in der Straßenverkehrsordnung ausgenommen (StVO, § 3), was sich im Fahrverhalten bemerkbar machen sollte: „Der Lenker eines Fahrzeuges hat sich gegenüber Personen, für die der Vertrauensgrundsatz nicht gilt, insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft so zu verhalten, dass eine Gefährdung ausgeschlossen ist.“ Zudem gilt für Kinder die Regelung des „unsichtbaren Schutzweges“: Ist ersichtlich, dass ein Kind die Straße überqueren möchte, dann ist ihm dies auch dort zu ermöglichen, wo es keinen Schutzweg gibt (StVO, §29a/1).

Von den im Vorjahr 3.559 verunglückten Kindern waren Pkw-Insassen mit 1.112 die größte Gruppe vor den Kindern, die mit dem Rad verunglückten. Mit dem E-Scooter wurden im Straßenverkehr 646 Kinder verletzt, 566 Kinder wurden als Fußgängerin oder Fußgänger Opfer eines Verkehrsunfalls. Während insgesamt die Zahl der im Straßenverkehr Verletzten in Österreich im Vorjahr um 2,3 Prozent stieg, war der Anstieg bei den verletzten Kindern mit 15,7 Prozent sechsmal so hoch, verdeutlicht der VCÖ. Die Zahl der tödlich verletzten Kinder hat sich von vier auf acht verdoppelt.

Wie radfahrfreundlich Österreichs Gemeinden und Städte sind, erhebt der VCÖ derzeit im Rahmen einer Umfrage. Bis 21. Juni kann hier teilgenommen werden.

Quellen & Daten

VCÖ: Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Kinder im Vorjahr stark gestiegen
(Anzahl bei Verkehrsunfällen in Österreich verunglückte Kinder, in Klammer mit Fahrrad verunglückt (bis 2022 inkl. E-Scooter))

  • Jahr 2025: 3.559 (810)
  • Jahr 2024: 3.074 (646)
  • Jahr 2023: 2.848  (588)
  • Jahr 2022: 2.702  (785)
  • Jahr 2021: 2.408  (703)
  • Jahr 2020: 2.181  (735)
  • Jahr 2019: 2.738 (658)
  • Jahr 2018: 2.890 (667)
  • Jahr 2017: 2.788 (627)
  • Jahr 2016: 2.865  (580)
  • Jahr 2015: 2.600 (507)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

Zurück zur Übersicht

VCÖ: Im Vorjahr um 74 Prozent mehr Todesopfer bei Lkw-Unfällen

VCÖ (Wien, 22. Mai 2026) – Die Zahl der tödlichen Lkw-Unfälle ist im Vorjahr in Österreich massiv gestiegen: 73 Menschen verloren bei Kollisionen mit Lkw ihr Leben, um 31 mehr als im Jahr 2024, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf Daten der Statistik Austria hin. Jeder 16. Lkw-Unfall endete tödlich. Die meisten Todesopfer gab es mit 25 in Niederösterreich. Der VCÖ fordert umfassende Maßnahmen, um die Zahl der tödlichen Lkw-Unfälle deutlich zu reduzieren. Neben verstärkten Lkw-Kontrollen sowie der Ausrüstung von Lkw mit Assistenzsystemen sind auch Maßnahmen zur Verlagerung von Gütern auf die Schiene und zur Vermeidung von Lkw-Verkehr durch eine bessere Logistik notwendig.

Mehr dazu
Autobahn, auf welcher sehr viele Autos und Lkws zu sehen sind

VCÖ: Im Vorjahr fast zwei Drittel der Verkehrstoten auf Freilandstraßen

VCÖ (Wien, 12. Mai 2026) – 253 Menschen verloren im Vorjahr bei Verkehrsunfällen auf Freilandstraßen ihr Leben, damit waren 63 Prozent der Verkehrstoten in Österreich auf Freilandstraßen zu beklagen, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Fast die Hälfte dieser Todesopfer waren Pkw-Insassen, fast 30 Prozent Motorradfahrer. Und: Es verunglückten auf Freilandstraßen sechsmal so viele Männer tödlich wie Frauen. Der VCÖ fordert ein Maßnahmenpaket für sichere Freilandstraßen, unter anderem mit dem Rückbau von Raserstrecken, Tempolimit 80 statt 100, verstärkten Tempokontrollen sowie baulich getrennten Geh- und Radwegen entlang von Freilandstraßen.

Mehr dazu
Foto: Kleines Kreuz mit Kerzen neben einer Freilandstraße