VCÖ: Jeder Dritte in Österreich lenkt nie oder nur selten ein Auto

VCÖ: Autofasten hilft, gesünder, umweltverträglicher und kostengünstiger mobil zu sein

Foto: Fußgängerzone aus der Vogelperspektive. Man sieht zahlreiche Fußgängerinnen und Fußgänger.

VCÖ (Wien, 17. Februar 2026) – „Autofasten“ wird in Österreich nicht nur in der Fastenzeit praktiziert. 34 Prozent der in Österreich lebenden Menschen ab 16 Jahren lenken nie oder nur selten ein Auto, in Wien sind es sogar 63 Prozent, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Auffallend ist, dass außerhalb von Wien in den westlichen Bundesländern deutlich weniger Auto gefahren wird als in den östlichen Bundesländern. Die Mobilitätsorganisation VCÖ ruft zur Teilnahme an der Initiative Autofasten der katholischen und evangelischen Kirche auf.

Rund 1,8 Millionen Menschen in Österreich ab 16 Jahren lenken nie ein Auto, weitere 810.000 haben selten ein Autolenkrad in der Hand, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Je nach Altersgruppe und Bundesland ist der Anteil der wenig oder gar nicht Autofahrenden unterschiedlich hoch. Während bei den 40- bis 50-Jährigen 25 Prozent nie oder selten ein Auto lenken, sind es bei den 30- bis 40-Jährigen 30 Prozent, bei den 20- bis 30-Jährigen 41 Prozent und bei den 16- bis 19-Jährigen 70 Prozent, informiert der VCÖ. In der Generation 70 plus lenken 44 Prozent nie oder nur selten ein Auto.

Auch regional gibt es Unterschiede. Während in Vorarlberg 34 Prozent sowie in Tirol und Salzburg jeweils 33 Prozent nie oder selten ein Auto lenken, sind es in Niederösterreich nur 22 Prozent. Die drei westlichen Bundesländer sind auch jene, wo der Anteil der Personen, die häufig mit Öffentlichem Verkehr und Fahrrad mobil sind, außerhalb Wiens am höchsten ist. „Das Mobilitätsangebot hat großen Einfluss auf das Mobilitätsverhalten, ebenso die Siedlungsstruktur. Kompaktere Siedlungsstrukturen erleichtern es der Bevölkerung mehr Alltagswege autofrei zurückzulegen, während Zersiedelung vom Auto abhängig macht“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Deshalb ist auch in Städten und Ballungsräumen der Anteil der Bevölkerung, die nie oder wenig Auto fährt, entsprechend höher. Im Ballungsraum Graz sitzen 39 Prozent der Bevölkerung nie oder selten hinter einem Autolenkrad, im Ballungsraum Innsbruck 40 Prozent und in Wien sogar 63 Prozent, informiert der VCÖ. „Wenn die Bevölkerung viele Alltagswege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen kann, ist sie deutlich kostengünstiger mobil. Und weniger Autoverkehr bedeutet weniger Abgase, weniger Lärm, weniger Staus und für Anrainerinnen und Anrainer verbessern sich Luftqualität und Lebensqualität“, macht VCÖ-Experte Michael Schwendinger auf die vielfältigen Vorteile aufmerksam.

Nun startet in der Fastenzeit die Initiative Autofasten unter dem Motto „Fair zu Fuß unterwegs“. Der VCÖ unterstützt die Initiative der Umweltbeauftragten der katholischen und evangelischen Kirche und ruft zur Teilnahme auf. „Bewusster zu leben, sei es bei der Ernährung oder in der Mobilität, zahlt sich immer aus. Mobilitätsuntersuchungen zeigen, dass viele Autofahrten kurz sind. Wird ein Teil davon zu Fuß gegangen oder mit dem Rad gefahren, kommt man auf eine regelmäßige Portion gesunde Bewegung und spart sich zudem Geld“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Gerade das Gehen ist die gesündeste, kostengünstigste und umweltfreundlichste Form der Mobilität. In Österreich sind zwei Drittel täglich zu Fuß mobil, den höchsten Anteil an täglichen Fußgängerinnen und Fußgängern gibt es in Wien mit 73 Prozent, vor dem Land Salzburg und Kärnten mit jeweils 70 Prozent, informiert der VCÖ. Und auch im Bundesland mit dem niedrigsten Anteil, im Burgenland, ist der Anteil der täglichen Fußgängerinnen und Fußgänger mit 62 Prozent hoch.

Initiative Autofasten: www.autofasten.at

VCÖ: Jeder Dritte in Österreich lenkt nie oder nur selten ein Auto
(Anteil Bevölkerung ab 16 Jahren, die nie oder selten ein Auto lenkt, in Klammer nur „nie“)

Wien: 63 Prozent (47 Prozent)
Vorarlberg: 34 Prozent (18 Prozent)
Tirol: 33 Prozent (22 Prozent)
Salzburg: 33 Prozent (20 Prozent)
Steiermark: 27 Prozent (19 Prozent)
Oberösterreich: 25 Prozent (17 Prozent)
Kärnten: 24 Prozent (15 Prozent)
Burgenland: 23 Prozent (14 Prozent)
Niederösterreich: 22 Prozent (15 Prozent)

Österreich: 34 Prozent (24 Prozent)

Quelle: Statistik Austria „Umweltverhalten 2023“, VCÖ 2026

VCÖ: In Wien sind im Bundesländer-Vergleich die meisten zu Fuß mobil
(Anteil Bevölkerung ab 16 Jahren – täglich im Alltag zu Fuß mobil)

Wien: 73 Prozent
Land Salzburg: 70 Prozent
Kärnten: 70 Prozent
Tirol: 69 Prozent
Oberösterreich: 67 Prozent
Steiermark:  66 Prozent
Vorarlberg: 65 Prozent
Niederösterreich: 65 Prozent
Burgenland: 62 Prozent

Österreich: 68 Prozent

Quelle: Statistik Austria „Umweltverhalten 2023“, VCÖ 2026

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