VCÖ: Kosten durch Verkehrsunfälle in Österreich stiegen im Vorjahr auf über 8,6 Milliarden Euro!

VCÖ: Mit verstärkten unfallvermeidenden Maßnahmen Menschenleben retten, Unfallkosten reduzieren

VCÖ (Wien, 3. Mai 2024) – Die Zahl der Verkehrsunfälle und Verkehrstoten ist im Vorjahr gestiegen und damit auch die Unfallkosten. Die Verkehrsunfälle in Österreich verursachten im Vorjahr volkswirtschaftliche Kosten in der Höhe von mehr als 8,6 Milliarden Euro, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Gegenüber dem Jahr 2022 nahmen die Unfallkosten um rund 800 Millionen Euro zu. Verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen vermeiden viel Leid, retten Menschenleben und verringern die Unfallkosten, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ.

 

Die Zahl der Verkehrstoten ist in Österreich im Vorjahr auf 402 gestiegen, die Zahl der Verletzten auf 44.585. Jeder sechste Verletzte wurde schwer verletzt. „Verkehrsunfälle verursachen viel menschliches Leid, viele Schwerverletzte leiden ein Leben lang an den Unfallfolgen. Und Unfälle verursachen auch hohe volkswirtschaftliche Kosten“, macht VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky aufmerksam. Im Vorjahr stiegen die Unfallkosten um rund 800 Millionen Euro auf 8,65 Milliarden Euro, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis der Unfallstatistik und Unfallkostenrechnung zeigt.

Enthalten sind in den Unfallkosten unter anderem Behandlungskosten, Einsatzkosten, Sachschäden, Kosten für die Wirtschaft durch Arbeitskräfte-Ausfall und Krankenstände sowie die monetäre Bewertung des Leids, der Schmerzen und des Verlusts an Lebensqualität. Mit Ausnahme von Vorarlberg und Wien sind die Unfallkosten in allen Bundesländern gestiegen.

Im Bundesländer-Vergleich waren im Vorjahr die volkswirtschaftlichen Kosten der Verkehrsunfälle in Niederösterreich mit über 1,8 Milliarden Euro am höchsten, gefolgt von Oberösterreich mit fast 1,6 Milliarden Euro und der Steiermark mit knapp mehr als 1,5 Milliarden Euro, informiert der VCÖ. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Wien betrugen die Unfallkosten rund 0,73 Milliarden Euro. Aufgrund des dichten Öffi-Netzes und dem niedrigeren Tempo in der Stadt ist die Verkehrssicherheit höher und die Unfallkosten sind entsprechend niedriger.

Der VCÖ fordert mehr unfallvermeidende Maßnahmen. Ein zentraler Hebel für mehr Verkehrssicherheit ist eine geringere Geschwindigkeit. Geschwindigkeit und Masse eines Fahrzeugs spielen eine große Rolle bei Unfallschwere und Verletzungsrisiko bei Unfällen. Die Kräfte, die bei einem Aufprall wirken ergeben sich anhand der Formel der kinetischen Energie: ein halb mal die Masse mal der Geschwindigkeit zum Quadrat. „Die Gesetze der Physik lassen sich nicht außer Kraft setzen. Ein niedrigeres Tempolimit bedeutet einen kürzeren Anhalteweg, wodurch die Zahl der Unfälle sinkt, ebenso die Verletzungsschwere“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. Gerade auf den unfallträchtigen Freilandstraßen sollte so wie in etlichen anderen europäischen Staaten auch Tempo 80 die Regelgeschwindigkeit sein und Tempo 100 die Ausnahme dort, wo es aus Sicht der Verkehrssicherheit zulässig ist.  

Als präventive Maßnahme sind auch mehr Bus- und Bahnverbindungen insbesondere in den Regionen wichtig, Discobusse und Anrufsammeltaxis am Wochenende können wiederum schwere Unfälle von Jugendlichen und jungen Erwachsenen verhindern, betont der VCÖ.

In Gemeinden und Städte sind Verkehrsberuhigung und eine Verkehrsplanung, die sich an der Sicherheit für Kinder und ältere Menschen orientiert, sehr wirksam, um die Zahl der Unfälle zu verringern. Der Ausbau der Radinfrastruktur, auch in den Regionen um Siedlungen sicher mit dem nächst gelegenen Ortsgebiet zu verbinden, reduziert wiederum die Zahl schwerer Radunfälle. Im Jahr 2022 passierte kein einziger tödlicher Radunfall auf einem Radweg.

Wichtig ist zudem die Aufmerksamkeit im Straßenverkehr zu erhöhen, um Unfälle durch Ablenkung und Unachtsamkeit zu reduzieren, sollte Handy am Steuer endlich auch in Österreich in das Vormerksystem aufgenommen werden.  

VCÖ: Verkehrsunfälle verursachten im Vorjahr volkswirtschaftliche Kosten von über 8,6 Milliarden Euro
(Volkswirtschaftliche Unfallkosten im Jahr 2023)

Niederösterreich: 1,85 Milliarden Euro
Oberösterreich: 1,57 Milliarden Euro
Steiermark: 1,51 Milliarden Euro
Tirol: 0,98 Milliarden Euro
Wien: 0,73 Milliarden Euro
Salzburg: 0,71 Milliarden Euro
Kärnten: 0,62 Milliarden Euro
Vorarlberg: 0,39 Milliarden Euro
Burgenland: 0,29 Milliarden Euro

Österreich: 8,65 Milliarden Euro

Quelle: BMK, Statistik Austria, VCÖ 2024

Zurück zur Übersicht

VCÖ zu Diesel-Höchstpreis: Endlich verstärkte Maßnahmen zur Reduktion des Dieselverbrauchs umsetzen

VCÖ (Wien, 17. September 2026) – Der Preis für einen Liter Diesel hat gestern laut E-Control mit 2,268 Euro einen neuen Höchstwert erreicht. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, um den weiterhin sehr hohen Dieselverbrauch zu reduzieren. Neben einer Kampagne zum Spritsparen und der Unterstützung von Beschäftigten mit Öffi-Jobtickets ist der Umstieg auf Elektrofahrzeuge zu beschleunigen. Transportunternehmen sollen beim Umstieg auf Elektro-Lkw stärker gefördert werden.

Mehr dazu
Grafik: Zapfhahn auf weißen Hintergrund, aus welchem ein Tropfen Treibstoff tropft

VCÖ ruft zum Spritsparen auf und fordert ein Maßnahmenpaket für weniger Spritverbrauch

VCÖ (Wien, 14. September 2026) – Die politische Lage im Nahen Osten spitzt sich zu, die Erdölpreise steigen und damit auch die Treibstoffpreise in Österreich. Die Mobilitätsorganisation VCÖ ruft zum Spritsparen auf. Mit einem spritsparenden Fahrstil kann der Verbrauch um bis zu 20 Prozent reduziert werden. Dringend und sehr wichtig ist aber auch ein politisches Maßnahmenpaket. Der VCÖ fordert einen 20 Prozent Rabatt auf die Klimatickets, eine Kampagne für spritsparendes Fahren, ein Anreizsystem für die Bildung von Fahrgemeinschaften, einen höheren Sachbezug für Firmenwagen mit Verbrennungsmotor, die Wiedereinführung der NoVA für Klein-Lkw mit Verbrennungsmotor sowie temporär niedrigere Tempolimits.

Mehr dazu
Foto: Zapfhahn, welcher ein Diesel-Auto betankt.