VCÖ: Mehr als 2,6 Millionen Fahrrad-Haushalte in Österreich

Projekte, die das Radfahren im Alltag fördern, beim VCÖ-Mobilitätspreis gesucht

Foto: Drei Fahrradfahrerinnen vor einer Straßenüberquerung

VCÖ (Wien, 27. Mai 2026) - In Österreich besitzen laut Statistik Austria 63 Prozent aller Haushalte zumindest ein funktionstüchtiges Fahrrad. Zwischen den Bundesländern gibt es bei den Fahrrad-Haushalten einige Unterschiede, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. In Oberösterreich und Salzburg ist der Anteil der Fahrrad-Haushalte mit 71 Prozent am höchsten, in Wien mit 52 Prozent am niedrigsten. Wien ist aber das einzige Bundesland, wo es mehr Rad-Haushalte als Auto-Haushalte gibt. Beim VCÖ-Mobilitätspreis Österreich sind Projekte gesucht, die es der Bevölkerung erleichtern, das Fahrrad häufiger als Verkehrsmittel nutzen zu können.


Österreich ist nicht nur ein Land der Berge, der Äcker und der Dome, sondern auch ein Land der Fahrräder: Mehr als 2,6 Millionen Haushalte besitzen zumindest ein funktionstüchtiges Fahrrad, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf Daten der Statistik Austria hin. Auffallend ist, dass der Anteil der Fahrrad-Haushalte in kleinen Gemeinden unter 2.000 Einwohnerinnen und Einwohner mit 69 Prozent am höchsten ist. In Gemeinden mit einer Bevölkerungszahl von 2.500 bis 5.000 Personen und von 5.000 bis 20.000 Personen haben jeweils 67 Prozent der Haushalte mindestens ein Fahrrad und in den Städten ohne Wien 65 Prozent.

"Diese Ergebnisse zeigen, dass gerade auch in den Regionen das Potenzial für mehr Radverkehr groß ist, umso mehr als viele bereits ein Elektrorad haben. E-Bikes erleichtern es, Steigungen ohne Schweißperlen zu bewältigen und ermöglichen es, längere Distanzen zu fahren als mit einem herkömmlichen Fahrrad. Eine zentrale Voraussetzung, damit die Bevölkerung mehr Wege kostengünstig mit dem Rad fahren kann, ist eine gute und sichere Rad-Infrastruktur", stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest.

Viele Verkehrsprobleme können reduziert werden, wenn ein größerer Anteil jener, die bisher vor allem für Sport und Freizeit mit dem Rad fahren, das Fahrrad auch als Verkehrsmittel nutzen. Die Mobilitätserhebungen zeigen, dass auch eine weitere Voraussetzung für mehr Radverkehr gegeben ist: Auch in den Regionen sind an Werktagen rund 50 Prozent der Alltagswege kürzer als fünf Kilometer und damit in Radfahrdistanz. Zwei Drittel aller Wege sind kürzer als zehn Kilometer, was mit einem E-Bike gut zu bewältigen ist. "Natürlich können nicht alle diese Wege aufs Rad verlagert werden, aber ein Teil davon. Umso wichtiger ist es, dass Gemeinden, Regionen und auch Unternehmen Maßnahmen setzen, die es der Bevölkerung einfacher machen, mit dem Rad mobil zu sein", betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Projekte, die genau das machen, sind beim VCÖ-Mobilitätspreis in der Kategorie "Bewegungsaktive Mobilität" gesucht, die von bikeleasing.at unterstützt wird.

„Besonders Unternehmen können viel dazu beitragen, aktive und nachhaltigere Mobilität im Alltag praktisch zugänglich zu machen. Dienstrad-Leasing erleichtert Beschäftigten den Zugang zu hochwertigen Fahrrädern und E-Bikes und verbindet Mobilität, Gesundheit und Arbeitgeberattraktivität. Deshalb ist es uns ein Anliegen, praxisnahe Ansätze für bewegungsaktive Mobilität sichtbarer zu machen. Wir freuen uns daher sehr, den VCÖ-Mobilitätspreis dieses Jahr bereits zum zweiten Mal zu unterstützen", sagt Helmut Schleich, Managing Director von bikeleasing.at.

Im Bundesländer-Ranking ist der Anteil der Fahrrad-Haushalte laut Daten der Statistik Austria in Oberösterreich und Salzburg mit jeweils 71 Prozent am höchsten, vor Niederösterreich mit rund 69 Prozent. Am häufigsten als Verkehrsmittel genutzt wird das Fahrrad aber in Vorarlberg, wo bereits 22 Prozent der Alltagswege mit dem Rad gefahren werden, berichtet der VCÖ. Den niedrigsten Anteil an Rad-Haushalten weist Wien mit 52 Prozent auf. Aber: Nur in Wien ist der Anteil der Rad-Haushalte höher als jener der Auto-Haushalte, der bei 47 Prozent liegt.

Noch bis einschließlich 2. Juni können Gemeinden, Städte, Tourismusregionen, Unternehmen, Schulen und Universitäten sowie Initiativen und Vereine Projekte für eine umweltverträgliche Mobilität beim VCÖ-Mobilitätspreis einreichen. Auch Projekte für einen nachhaltigen Gütertransport sind gesucht. Informationen und Einreichunterlagen gibt es hier. Der VCÖ-Mobilitätspreis ist Österreichs größter Wettbewerb für nachhaltigen Verkehr und wird vom VCÖ in Kooperation mit dem Mobilitätsministerium und den ÖBB vergeben.

VCÖ-Mobilitätspreis Österreich bis 2. Juni Projekte hier einreichen.

Quellen & Daten

VCÖ: In kleinen Gemeinden ist der Anteil an Fahrrad-Haushalten am höchsten
(Anteil der Fahrrad-Haushalte nach Anzahl Einwohner:innen der Gemeinde)

  • Gemeinden unter 2.000 EW: 69 %
  • Gemeinden 2.000 – 5.000 EW: 67 %
  • Gemeinden 5.000 – 20.000 EW: 67 %
  • Städte ohne Wien: 65 %
  • Wien: 52%

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Salzburg und Oberösterreich haben den höchsten Anteil an Fahrrad-Haushalten
(Anteil der Haushalte mit mindestens einem funktionstüchtigen Fahrrad)

  • Salzburg: 71 Prozent
  • Oberösterreich: 71 Prozent
  • Niederösterreich: 69 Prozent
  • Kärnten: 67 Prozent
  • Burgenland: 65 Prozent
  • Tirol: 65 Prozent
  • Vorarlberg: 64 Prozent
  • Österreich: 63 Prozent
  • Steiermark: 59 Prozent
  • Wien: 52 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

Zurück zur Übersicht

Der aktive Weg zur Gesundheit

Zu Fuß oder mit dem Fahrrad in die Schule oder in die Arbeit, mit dem E-Bike in den Supermarkt – aktive Mobilität als Teil der Alltagswege ist keine Frage des Alters. Die Vorteile für Wohlbefinden und Gesundheit sind für alle Altersgruppen vielfach belegt.

Mehr dazu

Aus der Praxis – Johannes Pressl

Aktive Mobilität ist für uns gelebter Alltag

Mehr dazu