VCÖ: Mehr Autoverkehr auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen, aber nicht überall

VCÖ: Mobilitätsmanagement bei Betrieben und Freizeitzielen forcieren

Foto: Autobahn, auf welcher einige Pkw und Lkw fahren

VCÖ (Wien, 19. Dezember 2025) – Auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen nahm der Autoverkehr heuer zu. Aber bei 86 von 211 Zählstellen waren in den ersten elf Monaten weniger Pkw unterwegs als im Vorjahr, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Asfinag zeigt. Österreichs meist befahrene Autobahn ist weiterhin die A23, wo in den ersten elf Monaten knapp mehr als 59 Millionen Pkw rollten. Die Verkehrsbelastung kann mit verstärktem Mobilitätsmanagement von Unternehmen, Freizeiteinrichtungen und Tourismusregionen deutlich reduziert werden, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ. In den Ballungsräumen sind Schnellbuslinien mit eigener Busspur eine wirksame Maßnahme zur Reduktion von Staus.

„Die Verkehrsbelastung ist hoch, aber der Autoverkehr ist heuer nicht überall gestiegen, sondern hat bei rund 40 Prozent der Zählstellen abgenommen“, fasst VCÖ-Experte Michael Schwendinger eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Asfinag zusammen. 211 Zählstellen wurden ausgewertet. Bei 86 waren in den ersten elf Monaten des heurigen Jahres weniger Pkw unterwegs als in den ersten elf Monaten des Vorjahres. Bei 57 Zählstellen nahm der Autoverkehr geringfügig um weniger als zwei Prozent zu, bei 52 Zählstellen gab es eine Zunahme von zwei bis fünf Prozent und bei 16 Zählstellen eine Zunahme von über fünf Prozent.

Die Autobahn mit dem meisten Autoverkehr ist weiterhin die A23 Südosttangente mit 59,3 Millionen Pkw bei der Zählstelle Baumgasse, aber das waren um rund 2,9 Millionen Pkw weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, informiert der VCÖ. Die Autobahn mit der zweihöchsten Belastung ist die A2 Südautobahn, wo bei der Zählstelle Biedermannsdorf knapp mehr als 50 Millionen Pkw gezählt wurden, um rund 780.000 mehr als in den ersten elf Monaten des Vorjahres. Die dritthöchste Anzahl an Autos verzeichnet die A22 Donauufer Autobahn, bei der Brigittenauer Brücke fuhren heuer mit rund 38 Millionen um rund 550.000 weniger Pkw. Die Autobahn mit der geringsten Verkehrsbelastung ist die A11 Karawanken Autobahn mit rund 5,6 Millionen Fahrzeugen bei St. Ulrich. Auch bei den Schnellstraßen ist der Unterschied zwischen der am wenigsten und am stärksten befahrenen groß: Den meisten Autoverkehr gab es auf der S1 Wiener Außenring Schnellstraße mit 22,4 Millionen Pkw bei der Zählstelle Laxenburgerstraße, den wenigsten Autoverkehr auf der S7 Fürstenfelder Schnellstraße mit rund drei Millionen bei Altenmarkt, berichtet der VCÖ.

„Zu viel Autoverkehr macht niemandem eine Freude. Autofahrerinnen und Autofahrer stehen öfter im Stau, Anrainerinnen und Anrainer leiden unter Lärm und Abgasen und die Umwelt wird belastet. Umso wichtiger ist es, das Potenzial zur Verringerung der Verkehrsbelastung auszuschöpfen“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Sehr wirksam, um Staus im Pendelverkehr zu verringern, ist Mobilitätsmanagement. Dabei setzen Unternehmen Maßnahmen, damit mehr Beschäftigte mit dem Öffentlichen Verkehr oder in Fahrgemeinschaften zur Arbeit fahren. Neben Bewusstseinsarbeit und dem Einsatz von Apps ist das Öffi-Jobticket für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders wirksam. Mobilitätsmanagement ist aber auch bei Freizeitzielen und Tourismusregionen wichtig, um die Belastungen durch den in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Freizeitverkehr zu verringern. „Zum einen ist für eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad zu sorgen, zum anderen sind Informationen über das Angebot sowie Anreize, dieses zu nutzen, sehr wichtig“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Um die Staus in den Ballungsräumen zu reduzieren, sieht der VCÖ in Österreich großes Potenzial für Bus Rapid Transitsysteme, die es international bereits gibt. Schnellbuslinien mit eigener Busspur nützen die hochrangige Infrastruktur und ermöglichen insbesondere Pendlerinnen und Pendlern staufrei zur Arbeit zu kommen. Auch das Potenzial von Radschnellwegen wird in Österreich viel zu wenig genutzt. Gerade mit den boomenden Elektrofahrrädern können bei guter Rad-Infrastruktur auch Distanzen von 15 bis 20 Kilometer mit dem Rad bewältigt werden.

VCÖ: Bei 40 Prozent der Zählstellen nahm Pkw-Verkehr heuer ab
(Änderung im 1.1.-30.11. 2025 im Vergleich zum 1.1.-30.11. 2024, 211 Zählstellen)

Kfz unter 3,5 Tonnen
Rückgang: 86 Zählstellen

Zunahme bis 2 Prozent: 57 Zählstellen

Zunahme 2 bis 5 Prozent: 52 Zählstellen

Zunahme über 5 Prozent: 16 Zählstellen
Quelle: Asfinag, VCÖ 2025


VCÖ: A23 war auch heuer die Autobahn mit dem meisten Autoverkehr
(Anzahl Pkw 1.1.bis 30.11.2025, jeweils der am stärksten befahrene Abschnitt, in Klammer Änderung zu 1.1. bis 30.11. 2024)

A23 Baumgasse: 59,31 Millionen Pkw (minus 4,7 Prozent)

A2 Biedermannsdorf: 50,16 Millionen Pkw (plus 1,5 Prozent)

A22 Brigittenauer Brücke: 37,97 Millionen Pkw (minus 1,4 Prozent)

A7 Bindermichl: 30,76 Millionen Pkw (minus 1,6 Prozent)

A4  Mannswörth: 30,05 Millionen Pkw (plus 2,4 Prozent)

A1 Liefering: 28,44 Millionen Pkw (plus 1,4 Prozent)

A21 ASt Brunn am Gebirge: 26,47 Millionen Pkw (minus 2,3 Prozent)

A9 Graz-Webling: 22,45 Millionen Pkw (plus 1,9 Prozent)

A10 Anif: 20,57 Millionen Pkw (plus 1,1 Prozent)

A12 Kematen: 20,57 Millionen Pkw (keine Vergleichsdaten)

A14 Dornbirn: 19,81 Millionen Pkw (plus 1,4 Prozent)

A25 Puchberg: 17,18 Millionen Pkw (minus 0,6 Prozent)

A8 Krenglbach: 16,73 Millionen Pkw (minus 0,1 Prozent)

A13 Gärberbach: 13,98 Millionen Pkw (minus 6,2 Prozent)

A3 Ebreichsdorf: 12,83 Millionen Pkw (plus 2,2 Prozent)

A5 Eibesbrunn: 12,54 Millionen Pkw (plus 1,1 Prozent)

A6 Potzneusiedl:  7,36 Millionen Pkw (plus 2,6 Prozent)

A11 St. Ulrich: 5,61 Millionen Pkw (plus 1,3 Prozent)

Quelle: Asfinag, VCÖ 2025


VCÖ: Großer Unterschied zwischen der am stärksten und am wenigsten befahrenen Schnellstraße
(Anzahl Pkw 1.1.bis 30.11.2025, jeweils der am stärksten befahrene Abschnitt, in Klammer Änderung zu 1.1. bis 30.11. 2024)

S1 Laxenburger Straße: 22,42 Millionen Pkw (plus 1,9 Prozent)

S2 Hermann Gebauer Straße: 15,11 Millionen Pkw (minus 0,3 Prozent)

S33 Getzersdorf: 10,90 Millionen Pkw (plus 4,0 Prozent)

S6 Tunnel Tanzenberg: 10,62 Millionen Pkw (plus 0,5 Prozent)

S31 Wulkaprodersdorf: 9,22 Millionen Pkw (plus 3,4 Prozent)

S4 Wr. Neustadt Süd: 8,82 Millionen Pkw (minus 1,9 Prozent)

S5 Seebarn am Wagram: 8,75 Millionen Pkw (plus 1,7 Prozent)

S36 Zmöllach: 7,16 Millionen Pkw (plus 0,8 Prozent)

S10 Götschka: 6,56 Millionen Pkw (plus 3,5 Prozent)

S35 Ungersdorf: 6,49 Millionen Pkw (minus 4,8 Prozent)

S16 Grins: 4,88 Millionen Pkw (plus 6,6 Prozent)

S3 Göllersdorf: 4,67 Millionen Pkw (plus 4,7 Prozent)

S7 Altenmarkt bei Fürstenfeld: 3,05 Millionen Pkw (keine Vergleichsdaten)

Quelle: Asfinag, VCÖ 2025

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