VCÖ: Oberösterreich erreichte im September mit 42 Prozent neuen Bundesland-Rekordwert bei neuzugelassenen Elektroautos

VCÖ: Verbrenner-Aus bei Neuwagen deutlich vor 2035 erreichbar

VCÖ (Wien, 14. Oktober 2026) – Noch nie war in einem Monat in einem Bundesland der Anteil neuzugelassener Elektroautos so hoch wie in Oberösterreich im September, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Bereits 42,2 Prozent der Neuwagen waren Elektroautos, an zweiter Stelle folgt das Burgenland mit 40 Prozent vor Vorarlberg mit 36 Prozent. Elektroautos reduzieren die Erdölabhängigkeit des Verkehrs und benötigen insgesamt weniger Energie als Pkw mit Verbrennungsmotor. Der VCÖ fordert ein Ende der steuerlichen Begünstigung von Firmenwagen mit Verbrennungsmotor. Ein Verbrenner-Aus bei Neuwagen ist deutlich vor dem Jahr 2035 erreichbar.

Die Zahl der Elektroautos hat in den vergangenen Jahren in Österreich deutlich zugenommen. Durch die Dieselkrise hat die E-Mobilität einen zusätzlichen Schub bekommen. Im September hat erstmals in Österreich ein Bundesland bei den Neuzulassungen einen Monatswert von über 40 Prozent erreicht, wie eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria und Austria Tech zeigt. In Oberösterreich waren 42,2 Prozent der Neuwagen Elektroautos, im Burgenland waren es 40 Prozent. Mit Ausnahme der Steiermark, wo 27,1 Prozent der Neuwagen ausschließlich mit Strom fahren, kamen alle anderen Bundesländer auf 30 oder mehr Prozent Elektroautos.

„Mit steigendem Elektroauto-Anteil sinkt Österreichs Abhängigkeit von Erdölimporten. Während die Energie für Elektroautos lokal beispielsweise mit Photovoltaikanlagen in Österreich erzeugt werden kann, muss Erdöl teuer importiert werden. Jedes Jahr fließen dadurch viele Milliarden Euro aus Österreich ins Ausland“, weist VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk auf die Nachteile für die heimische Energiebilanz hin, die durch einen hohen Spritverbrauch verursacht werden.

Zudem sind Elektromotoren viel effizienter als Verbrennungsmotoren. Mit der gleichen Energiemenge kommen Elektroautos im Schnitt dreimal so weit wie Benzin- oder Diesel-Pkw, wie Daten des Umweltbundesamts zeigen. Zudem stoßen Elektroautos beim Fahren keine gesundheitsschädlichen Abgase und kein klimaschädliches CO2 aus.

Auch wenn in Österreich zuletzt der E-Auto-Anteil gestiegen ist, ist der Abstand zur europäischen Spitze ist jedoch groß. In Dänemark sind heuer bereits rund 81 Prozent der Neuwagen Elektroautos, in Norwegen sogar rund 98 Prozent, informiert der VCÖ. „Eines machen aber die Zulassungszahlen auch von Österreich deutlich: Ein Verbrenner-Aus bei Neuwagen ist deutlich vor dem Jahr 2035 möglich“, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest.

Da in Österreich rund zwei Drittel aller Neuwagen auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen werden, sind Änderungen bei der Firmenwagenbesteuerung besonders wirksam, um den Anteil der E-Pkw in Österreich zu erhöhen. Der VCÖ fordert daher ein Ende der steuerlichen Begünstigung von Firmenwagen mit Verbrennungsmotor. Nach belgischem Vorbild soll die steuerliche Absetzbarkeit von Firmenwagen mit Verbrennungsmotor schrittweise auf null gesetzt werden.

Insgesamt verbessert die E-Mobilität nicht nur die Energiebilanz des Verkehrs, sondern kann auch dazu beitragen den Anteil erneuerbarer Energie insgesamt zu erhöhen. Denn Elektroautos können durch intelligente Ladesysteme dann geladen werden, wenn große Mengen an Sonnen- oder Windenergie produziert werden. Somit funktionieren die Elektrofahrzeuge als flexibler Pufferspeicher und stabilisieren das Stromnetz. Voraussetzung für gesteuertes Laden sind digitalisierte Stromnetze, in denen Erzeugung, Verbrauch, Speicher und Ladeinfrastruktur intelligent aufeinander abgestimmt werden können. Das Potenzial für systemdienliches Laden ist bei Elektroautos groß. Denn im Schnitt stehen Autos rund 23 Stunden pro Tag auf einem Parkplatz, verdeutlicht der VCÖ. Studien zeigen, dass schon heute E-Pkw vor allem zu Hause geladen werden, 88 Prozent der Ladevorgänge erfolgen zu Hause, weitere neun Prozent am Arbeitsplatz und nur drei Prozent an öffentlichen Ladestellen.

VCÖ: Oberösterreich erreichte im September den höchsten E-Pkw-Anteil, den es je in einem Bundesland gab (Anteil der E-Pkw an den Pkw-Neuzulassungen im September im Bundesland-Vergleich)

Oberösterreich: 42 Prozent
Burgenland: 40 Prozent
Vorarlberg: 36 Prozent
Niederösterreich: 35 Prozent
Salzburg: 33 Prozent
Tirol: 31 Prozent
Wien: 31 Prozent
Kärnten: 30 Prozent
Steiermark: 27 Prozent
Österreich: 34 Prozent

Quelle: Statistik Austria, Austria Tech, VCÖ 2026  

Zurück zur Übersicht

VCÖ: Spritpreise seit Monatsanfang deutlich gesunken, Preisrückgang bei Diesel stärker als bei Benzin

VCÖ (Wien, 30. April 2026) – Der Preis für Eurosuper ist seit Monatsanfang im Österreich-Schnitt um 12 Cent pro Liter gesunken, der Preis für Diesel sogar um rund 25 Cent, wie eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der E-Control zeigt. Für die Spritkosten ist der Spritpreis nur ein Faktor, ein zweiter ist der Verbrauch. Ein Verbrauch pro 100 Kilometer von fünf statt sieben Litern wirkt so, als würde ein Liter Diesel statt 1,95 Euro nur 1,39 Euro kosten. Auch angesichts drohender Lieferengpässe fordert der VCÖ Maßnahmen zur Reduktion des Spritverbrauchs.

Mehr dazu
Foto: Zapfhahn, welcher ein Diesel-Auto betankt.

VCÖ: Straßenverkehr ist in Österreich die größte Lärmquelle

VCÖ (Wien, 28. April 2026) – Rund 5,3 Millionen Menschen in Österreich werden laut Statistik Austria in ihrem Wohnbereich durch Lärm belastet. Dauerhafte Lärmbelastung macht krank. Der Straßenverkehr wird von 2,2 Millionen Personen als Ursache genannt und ist damit die größte Lärmquelle in Österreich, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ anlässlich des morgigen Tags gegen Lärm aufmerksam. Dabei gibt es gerade gegen Verkehrslärm schon heute zahlreiche wirksame Maßnahmen. Niedrigere Tempolimits, mehr E-Mobilität insbesondere bei Mopeds, Motorrädern und Lkw sowie ein höherer Radverkehrsanteil reduzieren die Lärmbelastung, betont der VCÖ. Fluglärm kann durch Nachtflugverbote und Anreize zum Einsatz leiserer Flugzeuge reduziert werden.

Mehr dazu