VCÖ: Österreich bei E-Ladepunkten in der EU unter Top 10 – Niederlande sind Europameister

VCÖ: Anteil der Elektrofahrzeuge in Österreich am 5. höchsten in der EU

VCÖ (Wien, 29. März 2023) – Österreich hat im Verhältnis zur Bevölkerungszahl im EU-Vergleich die sechsthöchste Anzahl an E-Ladepunkten, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der EU-Kommission zeigt. Sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zur Bevölkerungszahl sind die Niederlande Europas Spitzenreiter. Weiteres Ergebnis: Österreich hat im EU-Vergleich den fünfthöchsten Anteil an Elektrofahrzeugen. Europas Spitzenreiter ist Norwegen, wo der Anteil der batterieelektrischen Pkw und Klein-Lkw bereits über 17 Prozent beträgt. Im Vergleich zu den Verbrennern, wie Diesel, Benzin oder zukünftig möglicherweise auch E-Fuels, benötigen Elektro-Kfz deutlich weniger Energie und stoßen beim Fahren keine gesundheitsschädlichen Schadstoffe aus, verdeutlicht die Mobilitätsorganisation VCÖ.

Das Netz der E-Ladestationen in der EU wird dichter. Bereits 479.500 öffentlich zugängliche E-Ladepunkte gibt es in der EU und damit doppelt so viele wie im Jahr 2020, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Bis zum Jahr 2025 ist die Anzahl der öffentlichen E-Ladepunkte auf eine Million zu erhöhen, so eine EU-Verordnung. Und laut jüngstem EU-Beschluss soll es in der EU entlang der Hauptverkehrsrouten zumindest alle 60 Kilometer eine E-Ladestation geben. In Österreich möchte die Asfinag dieses Ziel bereits heuer erreichen. Die Zahl der E-Ladestationen wird auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen von 31 auf 36 erhöht, die dort verfügbaren Ladepunkte von 191 auf 220.

Insgesamt liegt Österreich mit 197 E-Ladepunkten pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in der EU an sechster Stelle. Österreich hat im Verhältnis zur Bevölkerungszahl fast doppelt so viele öffentliche E-Ladepunkte wie Deutschland (102) und der EU-Schnitt (107), wie die VCÖ-Analyse zeigt. Spitzenreiter sind die Niederlande, wo es sowohl in absoluten Zahlen – knapp mehr als 116.000 Ladepunkte – als auch pro 100.000 Personen (660) die meisten E-Ladepunkte in Europa gibt. Selbst im E-Pkw Vorreiterland Norwegen ist die Zahl der E-Ladepunkte mit 386 pro 100.000 Personen niedriger als in den Niederlanden.  

In Norwegen fahren bereits rund 620.000 Pkw und Klein-Lkw zu 100 Prozent mit Strom, der Anteil der Batterie-elektrischen Fahrzeuge beträgt bereits 17,2 Prozent. Tendenz stark steigend: Im Vorjahr waren rund 80 Prozent der neuzugelassenen Pkw Elektroautos, ab dem Jahr 2025 werden in Norwegen keine Verbrenner-Pkw mehr neuzugelassen, informiert der VCÖ. In der EU ist Schweden mit einem Anteil am Gesamtbestand von 4,0 Prozent der Spitzenreiter, knapp vor Dänemark mit 3,7 Prozent, den Niederlanden mit 3,4 Prozent und Luxemburg mit 3,1 Prozent. Österreich liegt ex aequo mit Deutschland mit 2,1 Prozent an 5. Stelle.

Der Großteil der Ladevorgänge bei Elektroautos erfolgt zu Hause. „Immer mehr Haushalte versorgen sich mit einer Photovoltaikanlage am Dach selber mit Strom fürs Autofahren und sind damit unabhängig von Energie-Importen. Auch das ist aus Energiesicht ein großer Vorteil von Elektroautos im Vergleich zu Diesel, Benzin oder zukünftigen E-Fuels“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Wichtig ist, dass in den Garagen von Wohnhausanlagen der Ausbau der Ladeinfrastruktur forciert wird.

Der Energieverbrauch von Elektro-Autos ist aufgrund des hohen Wirkungsgrades des Elektromotors deutlich geringer als von Pkw mit Verbrennungsmotor. Während inklusive der Energieerzeugung mit 100 kWh Primärenergie ein Pkw der Kompaktklasse mit E-Fuels lediglich 45 Kilometer schafft, kommt ein Kompakt E-Pkw mit fast 430 Kilometer mehr als neunmal so weit, weist der VCÖ auf Daten des Umweltbundesamts hin. Zudem stoßen Pkw, die E-Fuels verbrennen, so wie Benzin- und Diesel-Pkw gesundheitsschädliche Schadstoffe aus.

„Der aktuelle IPCC-Bericht mahnt die Politik, rasch Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgas-Emissionen umzusetzen, um eine Eskalation der Klimakrise zu verhindern. Das heißt für den Verkehrsbereich, die Energiewende hin zu erneuerbarer Energie zu beschleunigen und auch die Verkehrswende hin zu mehr Öffentlichem Verkehr sowie zur bewegungsaktiven Mobilität, dem Radfahren und zu Fuß gehen, ist voranzutreiben. Immerhin ist jede 10. Autofahrt in fußläufiger Distanz, vier von zehn Autofahrten kürzer als fünf Kilometer“, erinnert VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

VCÖ: In den Niederlanden gibt es die meisten E-Ladepunkte (öffentliche E-Ladepunkte / 100.000 EW Anzahl, in Klammer Anzahl E-Ladepunkte)

Niederlande: 660 E-Ladepunkte / 100.000 EW (116.184 E-Ladepunkte)
Luxemburg: 457 (2.952 E-Ladepunkt)
Schweden: 248 (25.949 E-Ladepunkte)
Dänemark: 230 (13.486 E-Ladepunkte)
Belgien: 228 (26.563 E-Ladepunkte)

Österreich: 197 (17.681 E-Ladepunkte)

Finnland: 141 (7.813 E-Ladepunkte)
Frankreich: 136 (92.062 E-Ladepunkte)
Deutschland: 102 (84.536 E-Ladepunkte)
Slowenien: 68 (1.442 E-Ladepunkte)
Spanien: 63 (30.086 E-Ladepunkte)
Portugal: 62 (6.425 E-Ladepunkte)
Italien: 55 (32.442 E-Ladepunkte)
Irland: 46 (2.316 E-Ladepunkte)
Slowakei: 40 (2.184 E-Ladepunkte)
Ungarn: 38 (3.694 E-Ladepunkte)
Tschechien: 35 (3.648 E-Ladepunkte)
Kroatien: 29 (1.133 E-Ladepunkte)
Lettland: 27 (512 E-Ladepunkte)
Estland: 21 (286 E-Ladepunkte)
Zypern: 20 (182 E-Ladepunkte)
Bulgarien: 16 (1.109 E-Ladepunkte)
Litauen: 15 (410 E-Ladepunkte)
Malta: 10 (51 E-Ladepunkte)
Polen: 10 (3.840 E-Ladepunkte)
Griechenland: 10 (1.021 E-Ladepunkte)
Rumänien: 8 (1.499 E- Ladepunkte)

EU-Schnitt: 107 (479.505 E-Ladepunkte)

Norwegen: 386 (21.180 Ladepunkte)
Schweiz: 128 (11.469 E-Ladepunkte)
Großbritannien: 74 (50.344 E-Ladepunkte)

Quelle: EAFO, VCÖ 2023

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