VCÖ: Österreich bei neuzugelassenen E-Pkw nur im Mittelfeld - Dänemark mit 82 Prozent E-Pkw EU-Spitzenreiter

VCÖ: Bei Firmenwagen verstärkte Anreize für E-Pkw statt Verbrenner setzen

Foto: E-Auto, welches gerade geladen wird, vor einem Feld mit Windrädern

VCÖ (Wien, 25. März 2026) – Elektroautos spielen neben spritsparendem Fahren und der Verlagerung von Autofahrten auf Bahn, Bus und Fahrrad eine wichtige Rolle, um den Spritverbrauch zu reduzieren. Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass Österreich beim Anteil der Elektroautos an den Neuzulassungen nur im EU-Mittelfeld liegt, deutlich hinter Europas Spitze. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, um den Anteil der Elektroautos in Österreich rascher zu erhöhen.

In Österreich waren heuer in den ersten zwei Monaten 20,7 Prozent der Neuwagen Elektroautos. Damit liegt Österreich im EU-Vergleich nur an 11. Stelle und deutlich hinter der europäischen Spitze, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten von Acea und der Europäischen Kommission zeigt. In Finnland ist der Anteil der Elektroautos mit rund 45 Prozent doppelt so hoch wie in Österreich, in Dänemark mit 82 Prozent viermal so hoch. Norwegen hat mit 97 Prozent Elektroautos die Energiewende bei den Neuwagen de facto geschafft. Auch in Schweden ist der Anteil der Elektroautos mit fast 41 Prozent deutlich höher als in Österreich, ebenso in Belgien mit 34 Prozent. Während Dänemark den E-Pkw Anteil von 68 Prozent im Vorjahr auf heuer 82 Prozent deutlich erhöhte, stagniert er in Österreich bei rund 21 Prozent.

„Die aktuelle Situation führt uns drastisch vor Augen, wie teuer uns der massive Erdölverbrauch des Verkehrs kommt. Statt wie zuletzt bei der E-Mobilität mit angezogener Handbremse unterwegs zu sein, muss Österreich das Tempo bei der Energiewende im Verkehr deutlich erhöhen“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Da rund zwei Drittel aller Neuwagen auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen werden, ist vor allem auch in diesem Bereich anzusetzen. "Für Unternehmen bedeutet der Umstieg auf E-Pkw eine Investition und für Investitionen braucht es vor allem eines: Planungssicherheit. Der Zickzack-Kurs der vergangenen Jahre ist Gift für solche weitreichenden unternehmerischen Entscheidungen", stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Zudem ist die private Nutzung von Firmenwagen mit Verbrennungsmotor günstiger als wenn das gleiche Auto privat angeschafft wird. Es fehlen auch Anreize mit den Verbrenner-Pkw weniger zu fahren, weil der Sachbezug gedeckelt ist und für eine private Fahrleistung von 7.000 Kilometern gleich hoch ist wie für 30.000 Kilometer oder mehr. „Das ist kontraproduktiv für das Ziel, den Energieverbrauch zu reduzieren und außerdem ungerecht“, fordert VCÖ-Experte Michael Schwendinger eine Änderung. Dänemark setzt über eine hohe Zulassungssteuer für neue Benzin- und Diesel-Pkw einen starken Anreiz, sich beim Neuwagenkauf für Elektroautos zu entscheiden. „Wenn die Politik bei Firmenwagen entsprechende Rahmenbedingungen setzt, dann werden sich deutlich mehr Unternehmen als heute für Elektroautos entscheiden, wie in Dänemark zu sehen ist“, so VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Wenn bei Firmenwagen der Anteil der Elektroautos stark steigt, kommen in der Folge auch deutlich mehr Elektroautos in den für die privaten Haushalte relevanten Gebrauchtwagenmarkt. In Österreich haben bereits viele Haushalte eine Photovoltaikanlage am Dach. „Damit kann die Energie fürs Autofahren kostengünstig selber erzeugt werden und man spart sich viel Geld. Gleichzeitig wird Österreichs Spritverbrauch reduziert“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Und ein niedrigerer Anteil von Benzin- und Diesel-Pkw macht Österreich unabhängiger von Energieimporten. Denn während Erdöl teuer importiert werden muss, kann Österreich die Energie für die E-Mobilität dank Wasserkraft, Sonne und Wind selber herstellen.

VCÖ: Norwegen ist Europameister, Dänemark EU-Spitzenreiter bei neuzugelassenen Elektroautos
(Anteil von Elektro-Pkw an Neuzulassungen Jänner und Februar 2026, in Klammer Jahr 2025)

Norwegen: 97,1 Prozent (95,8 Prozent)
Dänemark: 82,3 Prozent (68,5 Prozent)
Finnland: 45,1 Prozent (37,2 Prozent)
Schweden: 40,6 Prozent (36,6 Prozent)
Belgien: 34,0 Prozent (34,4 Prozent)
Niederlande: 27,5 Prozent (40,2 Prozent)
Frankreich: 27,5 Prozent (20,1 Prozent)
Luxemburg: 25,8 Prozent (26,9 Prozent)
Portugal: 24,3 Prozent (23,3 Prozent)
Malta: 23,2 Prozent (37,8 Prozent)
Island: 22,9 Prozent (41,2 Prozent)
Deutschland: 22,0 Prozent (19,1 Prozent)
Großbritannien: 22,0 Prozent (22,0 Prozent)
Österreich: 20,7 Prozent (21,3 Prozent)
Irland: 20,5 Prozent (18,9 Prozent)
Schweiz: 20,3 Prozent (22,6 Prozent)
Zypern: 12,8 Prozent (10,1 Prozent)
Slowenien: 11,4 Prozent (11,2 Prozent)
Rumänien: 11,3 Prozent (5,7 Prozent)
Spanien: 9,0 Prozent (9,2 Prozent)
Litauen: 8,8 Prozent (7,5 Prozent)
Ungarn: 8,6 Prozent (8,5 Prozent)
Italien: 7,3 Prozent (6,2 Prozent)
Lettland: 6,4 Prozent (7,2 Prozent)
Griechenland: 6,4 Prozent (6,2 Prozent)
Polen: 6,2 Prozent (7,2 Prozent)
Bulgarien: 5,7 Prozent (4,9 Prozent)
Estland: 5,6 Prozent (6,7 Prozent)
Tschechische Republik: 5,2 Prozent (5,6 Prozent)
Slowakei: 5,0 Prozent (4,7 Prozent)
Kroatien: 3,8 Prozent (1,9 Prozent)
Europäische Union: 18,8 Prozent (17,4 Prozent)

Quelle: Acea, Eafo, VCÖ 2026

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