VCÖ: Österreich hinkt bei neuzugelassenen E-Pkw dem europäischen Spitzenfeld hinterher

VCÖ: Einseitige Erhöhung des Sachbezugs bei Elektro-Firmenautos wäre „ein Schuss ins eigene Knie“

Foto: E-Auto, welches gerade geladen wird, vor einem Feld mit Windrädern

VCÖ (Wien, 5. Mai 2026) – Das europäische Spitzenfeld fährt Österreich bei den E-Pkw-Neuzulassungen auf und davon. Während in Österreich heuer im 1. Quartal 22,5 Prozent der Neuwagen Elektroautos waren, war der E-Pkw-Anteil in Finnland doppelt so hoch, in Dänemark dreieinhalb Mal so hoch und in Norwegen viereinhalb Mal so hoch, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Da in Österreich rund zwei Drittel der Neuwagen auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen werden, sind Anreize und Maßnahmen bei Firmenwagen essentiell, damit Österreich den E-Pkw-Anteil deutlich erhöht. Der Plan der Bundesregierung, den Sachbezug nur für Elektro-Firmenautos zu erhöhen, wäre kontraproduktiv. Es müsste daher auch der Sachbezug für Firmenwagen mit Verbrennungsmotor entsprechend erhöht werden, betont der VCÖ.

„Wichtiger als eine Spritpreisbremse ist eine Spritverbrauchsbremse, insbesondere angesichts drohender Lieferengpässe“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Neben der Verlagerung von Autofahrten auf öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder E-Bike und einem spritsparenden Fahrstil mit niedrigeren Geschwindigkeiten ist die Erhöhung des Anteils der Elektrofahrzeuge bei Neuzulassungen für die Reduktion des Treibstoffverbrauchs zentral.

Aber Österreich verliert bei den neuen Elektroautos immer mehr den Anschluss zu Europas Spitzenfeld, weist der VCÖ auf die aktuelle Zulassungsstatistik hin. Während in Österreich heuer in den ersten drei Monaten 22,5 Prozent der Pkw-Neuzulassungen Elektro-Autos waren, waren es in Belgien 34 Prozent und in Schweden fast 41 Prozent. In Finnland war der Anteil der E-Pkw mit 45 Prozent doppelt so hoch wie in Österreich, in Dänemark mit 80 Prozent dreieinhalb Mal so hoch und in Norwegen mit 97 Prozent viereinhalb Mal so hoch, verdeutlicht der VCÖ.

Ein zentraler Hebel, um den Anteil der Elektroautos zu erhöhen, sind die Firmenwagen. „Sollte die Regierung tatsächlich einen Sachbezug für Elektroautos einführen, dann muss der Sachbezug für Firmenwagen mit Verbrennungsmotor ebenfalls entsprechend erhöht werden. Wenn das nicht passiert, wäre das in Zeiten der fossilen Energiekrise ein Schuss ins eigene Knie“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Schon im Vorjahr hat die Abschaffung der NoVA für Diesel-Transporter dazu geführt, dass der Anteil der neuzugelassenen Elektro-Klein-Lkw gesunken ist. Während in den Niederlanden im Vorjahr bereits 80 Prozent der neuen Klein-Lkw Elektro-Transporter waren und in Dänemark 31 Prozent, waren es in Österreich nur 14 Prozent.

Der EU-Spitzenreiter bei E-Pkw-Neuzulassungen, Dänemark, hat insgesamt hohe Zulassungssteuern für Pkw mit Verbrennungsmotor und Steuervorteile für E-Pkw, aber keine Verkaufsförderung. Wie insbesondere bei Firmenwagen der E-Pkw-Anteil deutlich erhöht werden kann, zeigt Belgien. In Belgien wird die steuerliche Absetzbarkeit von Firmenwagen mit Verbrennungsmotor oder Hybrid-Motor seit dem Jahr 2023 schrittweise gesenkt, nicht aber für E-Pkw. Der E-Pkw-Anteil bei Neuwagen ist von zehn Prozent im Jahr 2022 auf mittlerweile fast  34 Prozent gestiegen.

Wenn bei Firmenwagen der Anteil der Elektroautos stark steigt, kommen in der Folge auch deutlich mehr Elektroautos in den für die privaten Haushalte relevanten Gebrauchtwagenmarkt. In Österreich haben bereits viele Haushalte einen Photovoltaikanlage am Dach. „Damit kann die Energie fürs Autofahren kostengünstig selbst erzeugt werden und man spart sich viel Geld. Gleichzeitig wird Österreich Spritverbrauch reduziert“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Quellen und Daten

VCÖ: Österreich bei neuzugelassenen E-Pkw deutlich hinter Europas Spitzenfeld
(Anteil von Elektro-Pkw an Neuzulassungen im 1. Quartal 2026)

  • Norwegen: 97,9 Prozent
  • Dänemark: 80,0 Prozent
  • Finnland: 46,9 Prozent
  • Schweden: 40,7 Prozent
  • Belgien: 34,7 Prozent
  • Malta: 32,4 Prozent
  • Island: 32,2 Prozent
  • Niederlande: 30,5 Prozent
  • Frankreich: 27,9 Prozent
  • Luxemburg: 27,0 Prozent
  • Portugal: 23,6 Prozent
  • Deutschland: 22,8 Prozent
  • Österreich: 22,5 Prozent
  • Großbritannien: 22,4 Prozent
  • Irland: 21,5 Prozent
  • Schweiz: 21,5 Prozent
  • Slowenien: 13,9 Prozent
  • Zypern: 11,6 Prozent
  • Rumänien: 9,5 Prozent
  • Spanien: 9,1 Prozent
  • Ungarn: 8,8 Prozent
  • Litauen: 7,9 Prozent
  • Italien: 7,9 Prozent
  • Griechenland: 6,6 Prozent
  • Bulgarien: 6,5 Prozent
  • Lettland: 6,5 Prozent
  • Estland: 6,1 Prozent
  • Polen: 5,8 Prozent
  • Tschechische Republik: 5,7 Prozent
  • Slowakei: 5,1 Prozent
  • Kroatien: 4,6 Prozent
  • Europäische Union: 19,4 Prozent

Quelle: Acea, VCÖ 2026

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