VCÖ: Radverkehr in Graz ist heuer im 1. Halbjahr gestiegen

VCÖ: Umstieg vom Auto auf Fahrrad spart Geld, stärkt Gesundheit und Fitness

VCÖ (Wien, 1. August 2024) – Die Grazerinnen und Grazer waren im 1. Halbjahr häufiger mit dem Fahrrad mobil, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Im 1. Halbjahr waren heuer bei den Zählstellen in Summe um rund sechs Prozent mehr Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs als im 1. Halbjahr 2023. Wer Alltagswege mit dem Fahrrad zurücklegt, stärkt die eigene Fitness und Gesundheit und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Reduktion von Verkehrslärm, Abgasbelastung und Staus, betont der VCÖ. Wichtig ist, dem Radverkehr mehr Platz zu geben, insbesondere auch um Familien, Kindern und älteren Menschen sicheres Radfahren zu ermöglichen.

 

Der Radverkehr in Graz nimmt weiter zu. Bei den fünf Radverkehrszählstellen der Stadt wurden im 1. Halbjahr in Summe 3,053 Millionen Radfahrerinnen und Radfahrer gezählt, um 172.000 mehr als im 1. Halbjahr des Vorjahres, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Die meisten waren bei der Keplerbrücke unterwegs, mit 826.000, vor der Zählstelle Augarten mit 727.000, dem Stadtpark mit 715.000, der Bertha von Suttner Brücke  mit 519.000 und der Körösistraße, wo im Juni die Zählstelle ausgefallen war und von Jänner bis Mai 267.000 Radfahrende unterwegs waren. Die stärkste Zunahme gab es bei der Zählstelle Stadtpark mit rund zwölf Prozent. Beim Augarten gab es einen Rückgang von fast sechs Prozent. Hier gab es mehrere Veranstaltungen, wodurch die Radroute unterbrochen war.

„Wer Alltagswege mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zurücklegt, ist nicht nur kostengünstiger und klimafreundlicher mobil, sondern kommt so auch auf eine regelmäßige Portion gesunde Bewegung, stärkt damit die eigene Gesundheit und Fitness. Darüber hinaus wird auch ein wichtiger Beitrag zur Reduktion von Staus geleistet“, stellt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky fest.  

Der Radverkehrsanteil ist in Graz in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2013 ist die Bevölkerung 16 Prozent ihrer Alltagswege in der steirischen Landeshauptstadt mit dem Fahrrad gefahren, im Jahr 2018 waren es 19 Prozent und im Jahr 2021 bereits 20 Prozent. Das Potenzial für mehr Radverkehr ist in Graz aber noch groß, betont der VCÖ. Rund die Hälfte der Autofahrten ist kürzer als sechs Kilometer, eine Distanz, die gut mit dem Fahrrad zu bewältigen ist.

Einen sehr großen Einfluss, ob bei kürzeren Strecken das Fahrrad oder das Auto gewählt wird, hat die Rad-Infrastruktur. „An der Anzahl von Familien mit Kindern sowie von älteren Menschen, die Radfahren, ist die Qualität der Rad-Infrastruktur einer Stadt zu erkennen. Ist die Anzahl niedrig, dann sind verstärkte Verkehrsberuhigung und Verbesserungen bei der Rad-infrastruktur nötig“, erklärt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. Insgesamt ist dem Radverkehr mehr Platz zu geben, betont der VCÖ.

Unternehmen und Freizeiteinrichtungen können mit Mobilitätsmanagement dazu beitragen, dass mehr Beschäftigte beziehungsweise mehr Gäste das Fahrrad für die Anreise nutzen.

VCÖ: Radverkehr ist in Graz im 1. Halbjahr gestiegen
(Anzahl Radfahrerinnen und Radfahrer bei der jeweiligen Zählstelle, gerundet)

Alle Zählstellen:
Halbjahr 2024: 3,054 Millionen (plus 6,0 Prozent) Halbjahr 2023: 2,882 Millionen

Zählstelle Keplerbrücke:
Halbjahr 2024: 826.000 (plus 8,7 Prozent) Halbjahr 2023: 760.000

Zählstelle Augarten
Halbjahr 2024: 727.000 (minus 5,6 Prozent) Halbjahr 2023: 770.000

Zählstelle Stadtpark:
Halbjahr 2024: 715.000 (plus 12,1 Prozent) Halbjahr 2023: 638.000

Zählstelle Bertha v. Suttner Brücke
Halbjahr 2024: 519.000 (plus 9,3 Prozent) Halbjahr 2023: 475.000

Zählstelle Körösistraße (Jänner – Mai, im Juni Zählstellenausfall)
Halbjahr 2024: 267.000 (plus 11,7 Prozent) Halbjahr 2023: 239.000

Quelle: Stadt Graz, VCÖ 2024  

Zurück zur Übersicht

Tempo effektiv reduzieren – braucht es mehr Kontrollen?

Im Jahr 2023 starben in Österreich wegen nicht angepasster Geschwindigkeit 108 Menschen, um 29 Prozent mehr als im Jahr davor. Je schneller gefahren wird, desto länger ist der Anhalteweg und desto höher sind Unfallrisiko und Schwere der Unfälle. Niedrigere Geschwindigkeiten sind eine zentrale Maßnahme, um die Zahl der Verletzten und Getöteten im Straßenverkehr zu reduzieren. Das bloße Aufstellen von Schildern mit niedrigeren Tempolimits alleine erhöht die Verkehrssicherheit allerdings noch nicht – es braucht auch Maßnahmen, die die Einhaltung der Tempolimits sicherstellen.

Mehr dazu
Foto: Spencer Imbrock, unsplash

VCÖ-Fachveranstaltung: Pkw-Stellplatzverpflichtung reformieren – aber wie?

Während Bauträger zwar in ganz Österreich gesetzlich gezwungen sind, Pkw-Stellplätze zu bauen, gibt es keine verpflichtenden Vorgaben für die Anbindung an den Öffentlichen Verkehr oder die Bereitstellung von Sharing-Angeboten. Die Pkw-Stellplatzverordnungen sind zu reformieren. Aber wie - das war das Thema der VCÖ-Fachveranstaltung am 14. November 2024.

Mehr dazu
Foto: Merwede (Utrecht)