VCÖ: Radverkehr in Graz ist im Vorjahr erneut gestiegen

VCÖ (Wien, 20. Jänner 2025) – Der Radverkehr ist im Vorjahr in Graz leicht, aber doch gestiegen. Der Rekordwert des Jahres 2023 wurde von den Radfahrerinnen und Radfahrern in Graz im Jahr 2024 übertroffen, nämlich um knapp mehr als zwei Prozent, wie eine VCÖ-Analyse auf Basis der Daten der Radzählstellen der Stadt Graz zeigt. Insgesamt waren bei den fünf Zählstellen im Vorjahr 6,23 Millionen Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs. Radfahren ist individuelle Mobilität, die kostengünstig, gesund, platzsparend und klimaverträglich ist. Das Potenzial für mehr Radverkehr ist in Graz groß, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ.

 

Der Juli war im Vorjahr der Radfahr-Rekord Monat in Graz, informiert der VCÖ. Bei den fünf Zählstellen waren 655.000 Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs. Doch auch im Winter ist in Graz das Radfahren sehr beliebt. Das ist auf den Straßen zu sehen und wird durch die Radzählstellen bestätigt, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Im Jänner wurden 377.000 Radfahrende gezählt. „Damit erreicht der Radverkehr in der kalten Jahreszeit mehr als die Hälfte des Wertes von der warmen Jahreszeit. Immer mehr nutzen das ganze Jahr über das Fahrrad als Verkehrsmittel und kommen so auf gesunde Bewegung“, stellt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky fest.

In Graz gibt es insgesamt fünf automatische Zählstellen, wo im Vorjahr in Summe 6,23 Millionen Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs waren, wobei in der Körösistraße im Juni die Zählstelle ausgefallen ist. Im Jahr 2023 war wiederum im Stadtpark die Zählstelle im Juli und August außer Betrieb. Der Vergleich jener Monate der fünf Zählstellen, für die es sowohl im Jahr 2023 als auch im Jahr 2024 Daten gibt, zeigt, dass im Vorjahr in Summe um 2,4 Prozent mehr Radfahrende unterwegs waren.  

„Die Grazerinnen und Grazer leisten durchs Radfahren im Alltag einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Staus, Abgasen, Verkehrslärm und klimaschädlichen CO2-Emissionen. Umso wichtiger ist es, die Bedingungen zum Radfahren in Graz weiter zu verbessern und Anreize zu setzen, damit das Fahrrad auf kurzen Strecken häufiger zum Einsatz  kommt“, betont VCÖ-Expertin Katharina  Jaschinsky.

Die aktuellste Mobilitätserhebung in Graz aus dem Jahr 2021 zeigte, dass drei von zehn Autofahrten kürzer als dreieinhalb Kilometer sind und sechs von zehn Autofahrten kürzer als sieben Kilometer. Distanzen, die mit dem Fahrrad gut bewältigbar sind. Zudem steigt die Reichweite des Radverkehrs durch die immer stärker verbreiteten Elektrofahrräder.

Um das große Potenzial für mehr Radverkehr in Graz besser ausschöpfen zu können, ist einerseits die Radinfrastruktur weiter zu verbessern und das Sicherheitsgefühl insbesondere für Familien und ältere Menschen durch mehr Platz zum Radfahren zu erhöhen, betont der VCÖ. Zudem ist Mobilitätsmanagement bei Betrieben und Freizeiteinrichtungen zu forcieren. „Unternehmen können Beschäftigten mit einem Jobrad unterstützen sowie Anreize für das Radfahren zur Arbeit setzen. Das rechnet sich, wie auch Unternehmen, die Mobilitätsmanagement umsetzen, betonen. Denn Autoparkplätze brauchen viel Platz und das kostet Geld“, erklärt VCÖ-Expertin  Katharina Jaschinksy.

Im Vergleich der fünf Zählstellen waren im Vorjahr bei der Zählstelle Keplerbrücke mit 1,66 Millionen die meisten Radfahrenden unterwegs, knapp vor der Zählstelle Augarten mit 1,48 Millionen und dem Stadtpark mit 1,43 Millionen, informiert der VCÖ. Beim Augarten kommt es jedoch durch Veranstaltungen häufig zu Umleitungen, wodurch weniger Radfahrende gezählt werden.

VCÖ: Radverkehr ist im Vorjahr in Graz erneut gestiegen
(Anzahl Radfahrerinnen und Radfahrer bei jeweiliger Zählstelle)

Zählstelle Keplerbrücke
Jahr 2024: 1,66 Millionen
Jahr 2023: 1,55 Millionen
Jahr 2022: 1,52 Millionen
Jahr 2021: 1,52 Millionen

Zählstelle Augarten
Jahr 2024: 1,48 Millionen
Jahr 2023: 1,61 Millionen
Jahr 2022: 1,63 Millionen
Jahr 2021: 1,51 Millionen

Zählstelle Stadtpark (ohne August und September, weil Zählstellenausfall 2023 – in Klammer mit Juli und August)
Jahr 2024: 1,20 Millionen (1,43 Millionen)
Jahr 2023: 1,11 Millionen
Jahr 2022: 1,15 Millionen (1,39 Millionen)
Jahr 2021: 1,11 Millionen (1,36 Millionen)

Zählstelle Bertha v. Suttner Brücke
Jahr 2024: 1,06 Millionen
Jahr 2023: 1,02 Millionen
Jahr 2022: 0,96 Millionen
Jahr 2021: 0,96 Millionen

Zählstelle Körösistraße (ohne Juni, weil Zählstellenausfall im Juni 2024)
Jahr 2024: 0,60 Millionen
Jahr 2023: 0,57 Millionen
Jahr 2022: 0,46 Millionen
Jahr 2021: 0,61 Millionen

Quelle: Stadt Graz, VCÖ 2025

Zurück zur Übersicht

VCÖ: Zahl der Verkehrstoten in Österreich im 1. Halbjahr stark gestiegen – 162 Todesopfer

VCÖ (Wien, 1. Juli 2025) – Die Zahl der Verkehrstoten ist heuer im 1. Halbjahr um 17 Prozent gestiegen, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Seit Jahresbeginn kamen in Österreich bereits 162 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, um 24 mehr als im 1. Halbjahr 2024. Der VCÖ weist darauf hin, dass im Vorjahr die Zahl der Verkehrstoten im zweiten Halbjahr um 54 Prozent höher war als im 1. Halbjahr. Angesichts der hohen Opferzahl fordert der VCÖ verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen, insbesondere auf Freilandstraßen. Bei Hitze steigt das Unfallrisiko, warnt der VCÖ.

Mehr dazu
Foto: Kleines Kreuz mit Kerzen neben einer Freilandstraße

VCÖ: Auch in Österreichs Kleinstädten ist Hitzebelastung großes Problem – fast die Hälfte der Bevölkerung fühlt sich durch Hitze belastet

VCÖ (Wien, 24. Juni 2025) –Nicht nur in Großstädten, auch in Österreichs Kleinstädten ist der Anteil der Bevölkerung, der von der Hitze belastet wird, hoch, macht der VCÖ aufmerksam. Beim aktuellsten Mikrozensus der Statistik Austria gaben österreichweit 46 Prozent der Bevölkerung an, dass die Hitze sie belastet, in Wien sind es fast 60 Prozent, in Kleinstädten 48 Prozent. Nicht nur im Wohnbereich, auch in der Mobilität führt Hitze zu Belastungen. Gehsteige, die ohne Schatten in der prallen Sonne liegen, können von gesundheitlich beeinträchtigten Personen und vielen älteren Menschen de facto nicht benützt werden. Sowohl für die Gesundheit als auch für die Mobilität der Bevölkerung ist es wichtig, den Straßenraum in Städten und Gemeinden durch mehr Bäume und Begrünung an den Klimawandel anzupassen, betont der VCÖ.

Mehr dazu