VCÖ: Spritpreise erreichten im September neuen Monatshöchstwert

VCÖ: Tempolimits temporär senken, 20% Rabatt auf Klimatickets, Kampagne für spritsparendes Fahr- und Mobilitätsverhalten starten

Grafik: Zapfhahn auf weißen Hintergrund, aus welchem ein Tropfen Treibstoff tropft

VCÖ (Wien, 30. September 2026) – Mit durchschnittlich 2,20 Euro erreichte der Diesel-Medianpreis im September einen neuen Monatshöchstwert, so eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der E-Control. Eurosuper war mit durchschnittlich 1,92 Euro günstiger als Diesel. Mit einem Verbrauch von sieben Litern Diesel lagen die Spritkosten im September bei 15,40 Euro pro 100 Kilometer, bei einem Verbrauch von fünf Litern waren sie mit elf Euro um 4,40 Euro pro 100 Kilometer niedriger. Angesichts des sinkenden Treibstoffangebots am Weltmarkt sind Maßnahmen zur Reduktion des Spritverbrauchs das politische Gebot der Stunde. Der VCÖ fordert ein temporär niedrigeres Tempolimit, eine Kampagne für ein spritsparendes Fahr- und Mobilitätsverhalten, einen 20% Rabatt auf Klimatickets und appelliert an die Unternehmen, ihre Beschäftigten zu unterstützen, mit Öffi-Jobtickets, Jobrädern oder bei der Bildung von Fahrgemeinschaften.  

Die Krise im Nahen Osten und der weiterhin hohe Treibstoffverbrauch treiben die Spritkosten in die Höhe. Nach durchschnittlich 2,01 Euro für einen Liter Diesel im August kletterte der Dieselpreis im September auf durchschnittlich 2,20 Euro, wie eine Analyse des VCÖ auf Basis von Daten der E-Control zeigt. Bei Benzin waren es nach durchschnittlich 1,78 Euro im August jetzt im September 1,92 Euro.

„Unfähigkeit oder Unwillen der Kriegsparteien im Nahen Osten verursachen eine Verknappung des Angebots und treiben damit die Erdöl- und Spritpreise in die Höhe. Wir in Österreich haben keine Möglichkeit, das Angebot an Treibstoffen zu erhöhen. Wir haben aber Einfluss auf unsere Nachfrage und auch die Fähigkeit, den Spritverbrauch deutlich zu reduzieren“, sieht VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk die Politik gefordert, endlich Maßnahmen zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs zu setzen.

Je nach Verbrauch der Fahrzeuge fallen die Spritkosten unterschiedlich aus. Bei einem Verbrauch von acht Litern betrugen im September die Spritkosten pro 100 Kilometer für Diesel-Pkw 17,60 Euro und für Benziner 15,40 Euro. Bei einem Verbrauch von sechs Litern waren die Kosten pro 100 Kilometer bei Diesel-Pkw um 4,40 Euro niedriger und bei Benzin-Pkw um 3,80 Euro niedriger, informiert der VCÖ. Wäre das von Autoherstellern bereits in den 1990er Jahren versprochene 3-Liter Auto heute 30 Jahre danach der Durchschnitt, würden die Spritkosten pro 100 Kilometer bei Diesel-Pkw nur 6,60 Euro betragen und bei Benzin-Pkw nur 5,80 Euro. „Dass die Hersteller in den vergangenen 20 Jahren größere, breitere und übermotorisierte Modelle forcierten – Stichwort SUV-Boom – kommt der Bevölkerung heute teuer. Der reale Verbrauch der Diesel-Pkw von Österreichs Haushalten ist in den vergangenen 20 Jahren um nur einen halben Liter pro 100 Kilometer gesunken“, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest.

Rasch wirksam und umsetzbar sind niedrigere Tempolimits. Tempolimit 90 statt 100 auf Freilandstraßen und Tempo 120 statt 130 auf Autobahnen reduzieren laut Umweltbundesamt den Spritverbrauch um rund 110 Millionen Liter pro Jahr. Das sind etwas mehr als neun Millionen Liter pro Monat, was die Spritkosten in Summe um rund 19 Millionen Euro reduziert. Tempolimit 80 auf Freilandstraßen und Tempo 100 auf Autobahnen und Schnellstraßen bringen laut Umweltbundesamt eine Reduktion des Verbrauchs um rund 22 Millionen Liter pro Monat und damit eine monatliche Spritkostenersparnis von insgesamt 46 Millionen Euro. „Das ist viel Geld. Zusätzlich sinkt die Lärm- und Abgasbelastung, die Verkehrssicherheit steigt und weniger Geld fließt für Erdölimporte von Österreich ins Ausland“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

Zudem fordert der VCÖ einen zeitlich begrenzten 20-Prozent-Rabatt auf das österreichweite und die regionalen Klimatickets, als Anreiz für den Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr oder auf Park & Ride. Und der VCÖ appelliert an die Unternehmen, ihre Beschäftigten mit steuerbegünstigten Öffi-Jobtickets oder Jobrädern zu unterstützen sowie mit Apps, die das Bilden von Fahrgemeinschaften erleichtern.

Auch mit einer Bewusstseinskampagne für ein spritsparendes Fahr- und Mobilitätsverhalten kann die Regierung dazu beitragen, den Spritverbrauch in Österreich zu reduzieren und damit die Versorgungssicherheit zu verbessern. Wichtig für die Reduktion der Erdölabhängigkeit ist auch, den Anteil der Elektrofahrzeuge rascher zu erhöhen. In Dänemark sind 80 Prozent der Neuwagen Elektroautos, in Österreich nur 25 Prozent. Rund zwei Drittel aller Neuwagen werden auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen. Die steuerlichen Begünstigungen für Firmenwagen mit Verbrennungsmotor sind sukzessive zu beenden.

Ein Fehler war die Abschaffung der NoVA für Diesel-Klein-Lkw. Damit fiel ein großer Anreiz für Unternehmen weg, auf Elektro-Klein-Lkw umzusteigen. Während in den Niederlanden im Vorjahr bereits 74 Prozent der neuen Klein-Lkw Elektro-Transporter waren, waren es in Österreich nur 14 Prozent.

VCÖ: Spritpreise erreichten im September neuen Monatshöchstwert
(Durchschnitt Medianpreis für 1 Liter Benzin, in Klammer für Diesel)

  • September 2026: 1,92 Euro (2,20 Euro)
  • August 2026: 1,778 Euro (2,014 Euro)
  • Juli 2026: 1,796 Euro (1,905 Euro)
  • Juni 2026: 1,693 Euro (1,777 Euro)
  • Mai 2026: 1,799 Euro (1,917 Euro)
  • April 2026: 1,721 Euro (2,078 Euro)
  • März 2026: 1,766 Euro (1,992 Euro)
  • Februar 2026: 1,484 Euro (1,529 Euro)
  • Jänner 2026: 1,455 Euro (1,488 Euro)

Quelle: E-Control, VCÖ 2026

VCÖ: Geringerer Verbrauch reduziert die Spritkosten stark
(Spritkosten pro 100 Kilometer bei Literpreis von 2,20 Euro, in Klammer von 1,92 Euro)

  • 8 Liter pro 100 km: 17,6 Euro pro 100 km (15,4 Euro)
  • 7 Liter pro 100 km: 15,4 Euro pro 100 km (13,4 Euro)
  • 6 Liter pro 100 km: 13,2 Euro pro 100 km (11,5 Euro)
  • 5 Liter pro 100 km: 11,0 Euro pro 100 km (9,6 Euro)
  • 4 Liter pro 100 km: 8,8 Euro pro 100 km (7,7 Euro)
  • 3 Liter pro 100 km: 6,6 Euro pro 100 km (5,8 Euro)

Quelle: VCÖ 2026

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VCÖ: Im Juni waren Treibstoffpreise deutlich niedriger als im Mai

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VCÖ: Neuwagen wurden seit 2000 deutlich breiter, länger und höher – negativ für Verkehrssicherheit, Energie- und Platzverbrauch

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Fotocredit: Marcus Bauer