VCÖ: Spritpreise seit Monatsanfang deutlich gesunken, Preisrückgang bei Diesel stärker als bei Benzin

VCÖ: Angesichts drohender Lieferengpässe Maßnahmen zur Reduktion des Spritverbrauchs umsetzen

Foto: Zapfhahn, welcher ein Diesel-Auto betankt.

VCÖ (Wien, 30. April 2026) – Der Preis für Eurosuper ist seit Monatsanfang im Österreich-Schnitt um 12 Cent pro Liter gesunken, der Preis für Diesel sogar um rund 25 Cent, wie eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der E-Control zeigt. Für die Spritkosten ist der Spritpreis nur ein Faktor, ein zweiter ist der Verbrauch. Ein Verbrauch pro 100 Kilometer von fünf statt sieben Litern wirkt so, als würde ein Liter Diesel statt 1,95 Euro nur 1,39 Euro kosten. Auch angesichts drohender Lieferengpässe fordert der VCÖ Maßnahmen zur Reduktion des Spritverbrauchs.

Im April sind die Spritpreise österreichweit gesunken. Der Medianpreis von einem Liter Diesel lag am 29. April bei 1,949 Euro und damit um 25 Cent unter dem Preis vom 1. April und um 29 Cent unter dem Höchststand am 30. März, informiert der VCÖ. Der Preis für einen Liter Eurosuper ging weniger stark zurück, um zwölf Cent gegenüber dem Monatsanfang und um 16 Cent gegenüber dem 30. März auf 1.744 Euro. In den westlichen Bundesländern ist für Treibstoff mehr zu zahlen als im Österreich-Schnitt. Am höchsten sind Diesel- und Benzinpreise in Tirol mit 1,979 Euro beziehungsweise 1,799 Euro. Am niedrigsten ist derzeit der Dieselpreis in der Steiermark mit 1,939 Euro im Median, Eurosuper kostet in Niederösterreich und Oberösterreich mit jeweils 1,739 Euro im Median am wenigsten.

„Der Spritpreis ist der eine Faktor, der auf die Spritkosten Einfluss hat. Einen mindestens gleich großen und nachhaltigeren Einfluss hat aber der Spritverbrauch“, macht VCÖ-Experte Michael Schwendinger aufmerksam. Eine Reduktion des Verbrauchs von sieben auf sechs Liter Diesel wirkt so, als würde der Spritpreis von 1,95 auf 1,67 Euro sinken, eine Reduktion auf fünf Liter wie eine Reduktion des Dieselpreises von 1,95 auf 1,39 Euro, verdeutlicht der VCÖ.  

Deshalb bereits beim Autokauf auf einen niedrigen realen Spritverbrauch achten. Das Auto sollte nicht größer sein als wirklich nötig. Große, schwere, übermotorisierte Modelle treiben den Verbrauch in die Höhe. Da der reale Verbrauch öfter von den Herstellerangaben deutlich abweicht, empfiehlt der VCÖ, bei einer Testfahrt den tatsächlichen Verbrauch zu kontrollieren. Zudem spritsparend fahren: Gleiten statt rasen, vorausschauend fahren, damit frühzeitig der Fuß vom Gaspedal genommen werden kann, rasch in den höheren Gang schalten, auf den richtigen Reifendruck achten, so die Tipps des VCÖ. Regelrechte Spritfresser sind Dachboxen und zu kalt eingestellte Klimaanlagen.

Angesichts drohender Lieferengpässe ist aber vor allem auch die Politik gefordert, Maßnahmen zur Reduktion des Verbrauchs zu setzen. Die Internationale Energieagentur hat bereits Mitte April vor Lieferengpässen bei Diesel und Kerosin gewarnt. Österreich ist bei Maßnahmen zur Verbrauchsreduktion säumig. Es gibt nach wie vor keine Bewusstseinskampagne für spritsparendes Fahren, kein temporär niedrigeres Tempolimit, keine Initiative, damit Unternehmen ihre Beschäftigten mit Öffi-Jobticket, Leasingrädern oder mehr Homeoffice unterstützen. Einzig die Klimaticket-Kennenlern-Aktion setzt im Mai und Juni einen Anreiz, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen.

„Bei knappem Angebot ist mit einer Verringerung der Nachfrage gegenzusteuern, um Preisanstiege abzufedern. Je früher wir mit dem Sparen beginnen, umso besser für die Versorgungssicherheit und für die Geldbörse“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Eine Verringerung der Erdölabhängigkeit des Verkehrs ist ein politisches Gebot der Stunde, um Österreich unabhängiger von extremen Preisanstiegen am Rohölmarkt zu machen.

Quellen und Daten

VCÖ: Spritpreise seit Monatsanfang deutlich gesunken
(Änderung Preis für 1 Liter Eurosuper / 1 Liter Diesel, jeweils 29. April zu 1. April 2026)

  • Steiermark: minus 12,9 Cent (minus 26,1 Cent)
  • Kärnten: minus 12,6 Cent (minus 25,0 Cent)
  • Oberösterreich: minus 11,8 Cent (minus 24,6 Cent)
  • Wien: minus 11,6 Cent (minus 24,3 Cent)
  • Salzburg: minus 11,5 Cent (minus 27,0 Cent)
  • Niederösterreich: minus 11,3 Cent (minus 25,0 Cent)
  • Tirol: minus 11,0 Cent (minus 28,0 Cent)
  • Burgenland: minus 10,5 Cent (minus 24,5 Cent)
  • Vorarlberg: minus 8,1 Cent (minus 23,6 Cent)
  • Österreich: minus 12,0 Cent (minus 25,0 Cent)

Quelle: E-Control, VCÖ 2026

VCÖ: In Westösterreich sind die Spritpreise höher als im Österreich-Schnitt
(Preis für 1 Liter Eurosuper, 1 Liter Diesel, jeweils 29. April 2026)

  • Oberösterreich: 1,739 Euro (1,948 Euro)
  • Niederösterreich: 1,739 Euro (1,949 Euro)
  • Steiermark: 1,740 Euro (1,938 Euro)
  • Kärnten: 1,743 Euro (1,949 Euro)
  • Wien: 1,743 Euro (1,954 Euro)
  • Burgenland: 1,744 Euro (1,949 Euro)
  • Salzburg: 1,764 Euro (1,959 Euro)
  • Vorarlberg: 1,788 Euro (1,964 Euro)
  • Tirol: 1,799 Euro (1,979 Euro)
  • Österreich: 1,744 Euro (1,949 Euro)

Quelle: E-Control, VCÖ 2026

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Foto: Sarah Duit