VCÖ: Straßenraum rascher und stärker an den Klimawandel anpassen

VCÖ: Gehsteige und Haltestellen in der prallen Sonne sind für vulnerable Gruppen de facto nicht nutzbar

VCÖ (Wien, 23. Juni 2026) – Die aktuelle Hitzewelle macht spürbar, dass zu viele Straßen in Städten und Gemeinden nach wie vor nicht an den Klimawandel angepasst sind. Asphalt heizt sich in der prallen Sonne auf rund 60 Grad Celsius auf. Gehsteige und Haltestellen in der prallen Sonne, ohne Schatten, sind für ältere Menschen, chronisch Kranke und andere vulnerable Gruppen kaum benützbar und schränken ihre Mobilität massiv ein, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Laut Statistik Austria fühlt sich fast jede zweite Person in Österreich durch Hitze stark oder eher stark belastet. Der VCÖ fordert Maßnahmen für mehr Schatten bei Gehsteigen und Haltestellen sowie kürzere Rotphasen für Fußgängerampeln.

Straßen und Parkplätze verursachen in vielen Straßen einen regelrechten Hitze-Stau. Asphalt heizt sich in der prallen Sonne auf rund 60 Grad Celsius auf. Damit wird die Hitzebelastung nicht nur tagsüber verschärft, sondern auch eine stärkere Abkühlung in der Nacht durch die gespeicherte Wärme beeinträchtigt. Gleiches passiert durch parkende Autos. „Straßen ohne Bäume, ohne Grünflächen, mit vielen parkenden Autos werden an Hitzetagen tagsüber zu einem regelrechten Backofen. Das ist unerträglich für Fußgängerinnen und Fußgänger und belastet die Anrainerinnen und Anrainer massiv. Umso wichtiger ist es, dass die Städte und Gemeinden den Straßenraum in Wohngebieten rascher und stärker an den Klimawandel anpassen“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Konkret heißt das, im Straßenraum Bäume pflanzen sowie Flächen entsiegeln und begrünen. Schatten, etwa durch Bäume, reduzieren die Oberflächentemperatur von Asphalt um bis zu 25 Grad Celsius, verdeutlicht der VCÖ. Auch Begrünung trägt zur Reduktion der Hitzebelastung im Umfeld bei. Die Oberflächentemperatur einer Grasfläche erhitzt sich in der prallen Sonne auf rund 40 Grad Celsius statt auf 60 Grad Celsius. So wird das Mikroklima sowohl für die Bewohnerinnen und Bewohner als auch für die Fußgängerinnen und Fußgänger verbessert.

Gerade bei älteren Menschen hat das zu Fuß gehen einen überdurchschnittlich hohen Anteil an ihrer Mobilität. Ein weiteres großes Problem stellen Warteflächen bei Fußgängerampeln dar, die ohne Schatten in der prallen Sonne liegen. „Lange Wartezeiten bei Fußgängerampeln sind an Hitzetagen besonders belastend. Um rasch Abhilfe zu schaffen, sind die Rotphasen bei Fußgängerampeln zu verkürzen, was gerade im Sommer möglich ist, weil es in den Städten weniger Kfz-Verkehr gibt. Zudem braucht es bei den Warteflächen Schatten, durch Bäume oder durch technische Maßnahmen“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Auch bei Haltestellen ist mangelnder Hitzeschutz ein großes Problem. Beim VCÖ-Haltestellen-Check wurden im heurigen Frühjahr österreichweit fast 4.600 Haltestellen mit Mängeln gemeldet, 42 Prozent der Meldungen bezogen sich auf fehlenden Schatten im Haltestellenbereich, was an Hitzetagen eine starke Belastung für viele Fahrgäste ist.

In Österreich leiden immer mehr Menschen unter der Hitze. Während im Jahr 2019 bei der Mikrozensus-Erhebung der Statistik Austria 36 Prozent angaben, in Hitzeperioden sehr stark beziehungsweise stark körperlich durch die Hitze belastet zu sein, waren es im Jahr 2023 bereits 46 Prozent. Die Zahl der Hitzetage ist deutlich gestiegen. Während es im Zeitraum 1961 bis 1990 beispielsweise in Wien im Schnitt zehn Hitzetage pro Jahr gab, waren es im Zeitraum 1995 bis 2024 bereits 23 Hitzetage pro Jahr, im Vorjahr 36 und im Jahr 2024 sogar 45.

Auch die Zahl der Hitzetoten ist gestiegen. Im 4-Jahreszeitraum 2022 bis 2025 führte Hitze in Österreich zu 2.659 vorzeitigen Todesfällen, um 20 Prozent mehr als im davorliegenden 4-Jahreszeitraum 2018 bis 2021, weist der VCÖ auf Daten der AGES hin.

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VCÖ: Asphaltwüsten verschärfen Hitzebelastung - bereits 2.400 Quadratkilometer Österreichs durch Bau und Verkehrsflächen versiegelt

VCÖ (Wien, 19. Juli 2022) – Die Hitzewelle erreicht Österreich. Die massive Verbauung in Österreich und die dadurch einhergehende Versiegelung von Böden mit Asphalt und Beton verschärft das Hitzeproblem. Asphalt heizt sich in der Sonne auf über 60 Grad auf. Die Mobilitätsorganisation VCÖ weist darauf hin, dass bereits rund 2.400 Quadratkilometer in Österreich durch Asphalt und Bauflächen versiegelt sind. Hitzewellen werden in Zukunft durch den Klimawandel zunehmen. Es braucht rasche Entsiegelungsmaßnahmen in den Städten und Gemeinden, betont der VCÖ. Zudem ruft der VCÖ die Bevölkerung auf, Straßen und Plätze, die Hitze-Hotspots sind in der VCÖ-Hitzekarte einzutragen.

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Foto: Sarah Duit

Hitzewellen nehmen zu

Durch die Erderhitzung nehmen Wetterextreme, wie Starkregen, Stürme und, wie derzeit stark bemerkbar, Hitze zu. Im Zeitraum der Jahre 1971 bis 1991 gab es in den meisten Österreichischen Landeshauptstädten fünf bis elf Hitzetage mit über 30 Grad. Zwischen den Jahren 1991 bis 2020 waren es bereits 16 bis 22 Hitzetage und Höchstwerte bei über 40. Eine Studie der ETH Zürich rechnet in Wien im Jahr 2050 mit Temperaturen wie heute im nordmazedonischen Skopje. Für Kärnten wird bis zum Jahr 2100 mit einem Anstieg von bis zu 4,2 Grad Celsius im Jahresmittel gerechnet. Das hat gravierende Folgen. Mit der Zunahme von Hitzetagen treten auch vermehrt gesundheitliche Risiken auf.

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Foto: Spencer Imbrock, unsplash