VCÖ – Triple M-Umfrage: Reduktion der Anzahl der Verbrenner-Autos verringert aus Sicht der Mehrheit der Wiener Bevölkerung die Hitzebelastung in der Stadt

VCÖ: Verkehrsbelastung reduzieren, mehr Bäume und Grünflächen entlang der Straßen

VCÖ (Wien, 3. August 2026) – Der Verkehr erhöht nicht nur durch die versiegelten Fahrbahnen und Parkplätze die Hitzebelastung, sondern auch durch die Abwärme von Kfz mit Verbrennungsmotor, wie Studien zeigen. In Wien ist die Mehrheit der Bevölkerung überzeugt, dass eine Reduktion von Verbrenner-Autos in der Stadt auch die Hitzebelastung reduziert, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Triple M hin. Am stärksten stimmen Familien, Personen mit Matura sowie unter 50-Jährige zu. Der VCÖ fordert eine Reduktion der Verkehrsbelastung, mehr Verkehrsberuhigung und verstärkte Maßnahmen für eine effizientere Mobilität in und nach Wien.

Wien weist heuer bereits mehr als 30 Hitzetage auf. Zum Vergleich: Im Zeitraum 1981 bis 2010 gab es in Wien im Durchschnitt 15 Tage pro Jahr mit Höchsttemperaturen von mehr als 30 Grad Celsius. „Angesichts der zunehmenden Anzahl an Hitzetagen braucht es deutlich mehr Tempo bei Maßnahmen zur Klimawandelanpassung. Der Verkehr spielt dabei eine zentrale Rolle, da er mehrfach die Hitzebelastung in der Stadt verstärkt“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Zum einen heizt sich der Asphalt der Fahrbahnen und Parkplätze, insbesondere der Großparkplätze, in der prallen Sonne auf rund 60 Grad Celsius auf. Damit wird die Hitzebelastung nicht nur tagsüber verschärft, sondern auch eine stärkere Abkühlung in der Nacht durch die gespeicherte Wärme behindert. Zusätzlich erhöht die Abwärme der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor die Hitzebelastung in den Städten, macht der VCÖ aufmerksam.

Eine repräsentative Umfrage des Instituts Triple M zeigt nun, dass 52 Prozent der Wiener Bevölkerung der Aussage zustimmen, dass die Hitzebelastung in der Stadt auch dadurch reduziert werden kann, wenn es weniger Autos und andere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren gibt. Besonders stark ist die Zustimmung zu dieser Aussage bei den unter 30-Jährigen mit 62 Prozent und den 30- bis 49-Jährigen mit 61 Prozent. Auch Familien mit Kindern stimmen mit 62 Prozent wesentlich stärker zu, ebenso Personen mit einem monatlichen Haushaltseinkommen von weniger als 3.600 Euro (59 Prozent) sowie Personen mit Matura (58 Prozent).

Christina Matzka, Geschäftsführerin des Meinungsforschungsinstituts Triple M: „Eine Mehrheit der Wiener Bevölkerung meint, dass eine Reduzierung von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren auch zur Verringerung der Hitzebelastung in der Stadt beitragen kann. Familien mit Kindern sowie Wienerinnen und Wiener mit unterdurchschnittlichem Einkommen stimmen dem in noch höherem Maße zu. Sozial Schwächere haben weniger Möglichkeiten, sich vor der Hitze zu schützen und sind daher besonders aufgeschlossen für Maßnahmen, die eine Besserung versprechen.“

Eine heuer veröffentlichte Studie der Universität Manchester bestätigt die Einschätzung der Mehrheit der Wienerinnen und Wiener. Der Verkehr trägt ähnlich viel oder sogar mehr zum Entstehen urbaner Hitzeinseln bei wie Gebäude. Unter anderem untersuchten die Forscher eine Hitzewelle in Großbritannien im Jahr 2022. Die Verkehrshitze erhöhte die Temperaturen in der Stadt am Nachmittag. Sie blieb bis in die Nacht hoch, und erhöhte den gesundheitsschädigenden Hitzestress. Elektroautos erzeugen nur einen Bruchteil der Abwärme.

Der VCÖ fordert eine Reduktion der Verkehrsbelastung für die Wiener Bevölkerung durch mehr Verkehrsberuhigung in den Bezirken und Maßnahmen für eine effizientere Mobilität nach und in Wien. Der Autopendelverkehr kann durch betriebliches Mobilitätsmanagement deutlich reduziert werden. Die öffentlichen Stadt-Umland-Verbindungen sind zu verbessern. Der Ballungsraum Wien ist prädestiniert für Schnellbuslinien mit eigener Busspur auf den Autobahnen und Schnellstraßen, sodass die Bus-Fahrgäste am Stau vorbeifahren können. Auch das große Potenzial der weit verbreiteten Elektrofahrräder ist durch eine deutliche Verbesserung der Radinfrastruktur zu nutzen.

„Gleichzeitig braucht es in der Stadt mehr Tempo bei Entsiegelung und Begrünung. Nach wie vor gibt es viele Straßen in Wien ohne Bäume und Grünflächen. Gehsteige, die in der prallen Sonne liegen, sind für ältere und chronisch kranke Menschen an Hitzetagen de facto nicht benützbar, was ihre Mobilität einschränkt“, macht VCÖ-Experte Michael Schwendinger auf die Notwendigkeit von mehr Begrünung entlang der Straßen aufmerksam.

Quellen & Daten

VCÖ - Triple M - Umfrage: Reduktion der Anzahl der Verbrenner-Autos verringert aus Sicht der Mehrheit der Wiener Bevölkerung die Hitzebelastung in der Stadt

„Glauben Sie, dass die Hitze in der Stadt auch dadurch reduziert werden könnte, wenn es weniger Autos und andere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren gäbe?“

  • Bin sehr / eher dieser Meinung: 52 Prozent
  • Bin weniger / gar nicht dieser Meinung: 41 Prozent
  • Keine Angabe: 7 Prozent

VCÖ - Triple M - Umfrage: Zustimmung bei Jüngeren und Familien am höchsten

Stimme sehr / eher zu, dass die Hitze in der Stadt auch dadurch reduziert werden könnte, wenn es weniger Autos und andere Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren gäbe.

  • Unter 30-Jährige: 62 Prozent
  • 30- bis 49-Jährige: 61 Prozent
  • 50 Jahre und älter: 39 Prozent

  • Kinder im Haushalt: 62 Prozent
  • Keine Kinder im Haushalt: 50 Prozent

  • 4 Personen im Haushalt: 65 Prozent
  • 3 Personen im Haushalt: 51 Prozent
  • 2 Personen im Haushalt: 50 Prozent
  • 1 Person im Haushalt: 50 Prozent

  • Monatliches Haushaltseinkommen unter 3.600 Euro: 59 Prozent
  • Monatliches Haushaltseinkommen über 3.600 Euro: 49 Prozent

  • Mit Matura: 58 Prozent
  • Ohne Matura: 47 Prozent

Online-Befragung über das Bilendi-Panel, repräsentativ für die Wiener Bevölkerung zwischen 16 und 79 Jahren, n = 501, maximale Schwankungsbreite der Gesamtstichprobe +/- 4,2 %, Befragungszeitraum: 21. bis 27. Mai 2026, mobile Beantwortung: 69 %

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