VCÖ: Urlaubsreisen mit der Bahn im Vorjahr auf neuen Rekordwert gestiegen

VCÖ fordert mehr Nachtzüge, mehr grenzüberschreitende Bahnverbindungen

Foto: ÖBB/Philipp Horak

VCÖ (Wien, 19. Juni 2026) – Im Vorjahr machten die Österreicherinnen und Österreicher mit 4,11 Millionen so viele Urlaubsreisen mit der Bahn wie noch nie, weist der VCÖ auf Daten der Statistik Austria hin. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Bahnurlaubsreisen mehr als verdoppelt, in den vergangenen 20 Jahren verdreifacht. Jede dritte Urlaubsreise mit der Bahn ging im Vorjahr ins Ausland. Der VCÖ betont, dass es in der EU mehr grenzüberschreitende Bahnverbindungen und mehr Nachtzüge braucht. Zudem unterzieht der VCÖ Österreichs Bahnhöfe einem Fahrgast-Check: Fahrgäste sind aufgerufen, beim VCÖ-Bahnhofstest Bahnhöfe, die sie nutzen, zu bewerten.

Mit der Bahn auf Urlaub fahren liegt im Trend. Die Österreicherinnen und Österreicher machten im Vorjahr laut Statistik Austria 4,11 Millionen Urlaubsreisen mit der Bahn, so viele wie noch nie, verdeutlicht die Mobilitätsorganisation VCÖ. Zwei Drittel davon, 2,75 Millionen, waren Urlaubsreisen innerhalb Österreichs. Damit wurde der bisherige Höchstwert von 2,59 Millionen im Jahr 2023 um 160.000 übertroffen. Im Vergleich zum Vor-Coronajahr 2019 stiegen die Urlaubsreisen mit dem Zug um fast 1,1 Millionen, das ist ein Plus von 64 Prozent. „Das Klimaticket hat den Bahntourismus innerhalb Österreichs gestärkt. Wer ein Klimaticket Österreich hat, hat bei Urlaubsreise mit der Bahn keine zusätzlichen Reisekosten“, macht VCÖ-Experte Michael Schwendinger auf einen wesentlichen Grund für die Zunahme der Urlaubsreisen mit der Bahn aufmerksam.

Ins Ausland machte Österreichs Bevölkerung im Vorjahr 1,37 Millionen Urlaubsreisen, um 123.000 mehr als im Jahr 2024, aber um 103.000 weniger als im Jahr 2023, als der bisherige Höchstwert von 1,47 Millionen erreicht wurde, wie die VCÖ-Analyse zeigt. „Ein wesentlicher Grund für den Rückgang: Die Baustellen und die Verschlechterungen beim Bahnfahren in Deutschland“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Langfristig haben aber auch die Bahnurlaubsreisen ins Ausland deutlich zugelegt, nämlich um 553.000 gegenüber dem Jahr 2019, was einer Zunahme um zwei Drittel entspricht. Gegenüber dem Jahr 2015 hat sich die Zahl der Auslandsbahnurlaubsreisen mit der Bahn mehr als verdoppelt, gegenüber dem Jahr 2006 mehr als verdreifacht.

Von Österreich aus sind auf der Schiene viele Städte gut erreichbar. Von Wien gehen Nachtzüge beispielsweise nach Rom, Florenz, Hamburg, Berlin oder Amsterdam. Per Direktzug sind Städte wie beispielsweise Dresden, Warschau, Ljubljana, Venedig oder Zürich gut erreichbar. Von Salzburg ist beispielsweise Bozen mit der Bahn nur knapp mehr als vier Stunden entfernt und Zagreb nur knapp über sieben Stunden, informiert der VCÖ. Von Graz ist man in knapp mehr als vier Stunden mit dem Zug in Triest und in weniger als sieben Stunden in Prag. Von Innsbruck nach Bologna beträgt die Reisezeit mit der Bahn weniger als fünf Stunden, Lindau am Bodensee ist in drei Stunden zu erreichen.

„Auch wenn es in den vergangenen Jahren Verbesserungen gegeben hat, insgesamt zeigt sich, dass es bei den grenzüberschreitenden Bahnverbindungen noch großen Aufholbedarf gibt. Die Nachfrage nach Bahnreisen ist größer als das Angebot. Europa braucht deutlich mehr internationale Bahnangebote“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Die EU und ihre Mitgliedsstaaten sollten stärker daran arbeiten, dass jede Hauptstadt und jede Großstadt in der EU optimal mit internationalen Bahnverbindungen erreichbar ist und, dass das Bahnfahren innerhalb der EU so einfach wie möglich wird, fordert der VCÖ. Das betrifft auch die Fahrplanauskunft und das Buchen und Suchen von internationalen Bahnreisen.

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Quellen & Daten

VCÖ: Im Vorjahr machten Österreicherinnen und Österreicher so viele Urlaubsreisen mit der Bahn wie noch nie
(Anzahl der Urlaubsreisen mit der Bahn von Österreichs Bevölkerung – in Klammer Reisen in Österreich)

  • Jahr 2025: 4,11 Millionen (2,75 Millionen)
  • Jahr 2024: 3,74 Millionen (2,50 Millionen)
  • Jahr 2023: 4,08 Millionen (2,59 Millionen)
  • Jahr 2022: 3,83 Millionen (2,37 Millionen)
  • Jahr 2021: 1,81 Millionen (1,21 Millionen)
  • Jahr 2020: 1,46 Millionen (1,13 Millionen)
  • Jahr 2019: 2,50 Millionen (1,68 Millionen)
  • Jahr 2018: 2,25 Millionen (1,61 Millionen)
  • Jahr 2017: 2,04 Millionen (1,42 Millionen)
  • Jahr 2016: 1,91 Millionen (1,34 Millionen)
  • Jahr 2015: 1,81 Millionen (1,26 Millionen)
  • Jahr 2014: 1,82 Millionen (1,30 Millionen)
  • Jahr 2013: 1,93 Millionen (1,38 Millionen)
  • Jahr 2012: 1,98 Millionen (1,34 Millionen)
  • Jahr 2011: 1,64 Millionen (1,10 Millionen)
  • Jahr 2010: 1,45 Millionen (1,00 Millionen)
  • Jahr 2009: 1,86 Millionen (1,32 Millionen)
  • Jahr 2008: 1,50 Millionen (1,07 Millionen)
  • Jahr 2007: 1,58 Millionen (1,15 Millionen)
  • Jahr 2006: 1,32 Millionen (0,91 Millionen)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

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