VCÖ: Weniger Verkehrstote im heurigen Sommer, aber Zahl der Todesopfer weiterhin hoch

VCÖ: In Österreich heuer bereits mehr Verkehrstote als in der Schweiz im gesamten Vorjahr

Foto: Kleines Kreuz mit Kerzen neben einer Freilandstraße

VCÖ (Wien, 1. September 2026) – 81 Menschen kamen heuer nach vorläufigen Daten des Innenministeriums im Juli und August bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Im Juli und August des Vorjahres verloren nach endgültigen Daten der Statistik Austria 102 Menschen ihr Leben im Straßenverkehr. Während die Zahl der tödlichen Motorradunfälle gleich hoch blieb, ging die Zahl der tödlich verletzten Pkw-Insassen sowie Rad- und E-Bike-Fahrenden deutlich zurück. Mit 242 Verkehrstoten seit Jahresanfang weist Österreich nach acht Monaten mehr Todesopfer im Straßenverkehr auf als die Schweiz im gesamten Vorjahr. Insbesondere auf den Freilandstraßen sind verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen nötig, betont der VCÖ.

„So erfreulich der deutliche Rückgang der tödlichen Verkehrsunfälle in den heurigen Sommermonaten ist, so tragisch ist die Tatsache, dass allein in den vergangenen zwei Monaten 81 Menschen im Straßenverkehr ums Leben kamen. Jedes Todesopfer ist eines zu viel und eine Mahnung, durch weitere Verkehrssicherheitsmaßnahmen die Zahl der schweren Unfälle zu verringern“, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk zur Verkehrsunfallbilanz für Juli und August fest. Im Vorjahr war die Zahl der Verkehrstoten im Juli und August so hoch wie zuletzt im Jahr 2013. Zudem kamen in der Vergangenheit nicht nur in den Coronajahren 2020 und 2021 weniger Menschen im Juli und August im Straßenverkehr ums Leben: Sowohl im Jahr 2014 mit 75, als auch im Jahr 2018 mit 78 war die Zahl der Verkehrstoten im Juli und August niedriger als heuer.

Im Bundesländer-Vergleich war die Zahl der im Straßenverkehr tödlich Verunglückten nach vorläufigen Zahlen in der Steiermark mit 22 am höchsten, vor Oberösterreich mit 18, berichtet der VCÖ. Die wenigsten Todesopfer gab es in Wien, wo ein Fußgänger bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. 29 Menschen wurden mit dem Motorrad im Straßenverkehr tödlich verletzt, gleich viele wie im Juli und August des Vorjahres. 24 Menschen kamen nach vorläufigen Daten mit dem Pkw ums Leben, im vergangenen Sommer waren es nach endgültigen Daten 36 Todesopfer. Stark zurückgegangen ist auch die Zahl der tödlichen E-Bike- und Fahrradunfälle auf fünf beziehungsweise vier. Im Juli und August des Vorjahres wurden jeweils elf Menschen bei einem Verkehrsunfall mit einem Fahrrad und einem E-Bike tödlich verletzt.

Besonders im Juli und in der ersten August-Hälfte war die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle mit 71 hoch, in der zweiten August-Hälfte kamen zehn Menschen im Straßenverkehr ums Leben. „In der zweiten Augusthälfte waren die Temperaturen niedriger. Es wäre aber viel zu einfach, den Rückgang allein darauf zurückzuführen. Ob ein Unfall tödlich endet oder nicht, hängt von zahlreichen Faktoren ab, wie etwa von der Geschwindigkeit. Zudem können auch ein paar Zentimeter oder der Bruchteil einer Sekunde darüber entscheiden, ob ein Unfall tödlich endet oder nicht“, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest.

Insgesamt ist die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle in Österreich nach wie vor sehr hoch. Das zeigt sich zum einen daran, dass Österreich in den vergangenen sechs Jahren seine Verkehrssicherheitsziele deutlich verfehlt hat und zum anderen durch den internationalen Vergleich. In Österreich kamen heuer in den ersten acht Monaten mit 242 mehr Menschen im Straßenverkehr ums Leben als in der Schweiz im gesamten Vorjahr, verdeutlicht der VCÖ. Die mit Österreich gut vergleichbare Schweiz verzeichnete im Vorjahr 214 Verkehrstote, in Österreich waren es mit 403 fast doppelt so viele.

„Die Achillessehne von Österreichs Verkehrssicherheit sind die Freilandstraßen. Im ersten Halbjahr waren 61 Prozent der Verkehrstoten die Folge von Unfällen auf Freilandstraßen. Österreich kann seine Verkehrssicherheitsziele nur erreichen, wenn die Zahl der schweren Unfälle auf Freilandstraßen stark reduziert wird“, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest. Von der Schweiz kann Österreich lernen, dass es mehr Tempokontrollen auf diesen Straßen braucht sowie mehr Tempo 80 statt 100, betont der VCÖ. Raserstrecken sind durch Rückbau zu entschärfen. Zudem ist in Österreich der Aufholbedarf bei Radwegen entlang von Freilandstraßen, etwa von Siedlungen zum nächsten Ortsgebiet, sehr groß.

Quellen & Daten

VCÖ: Im Vergleich zum Vorjahr weniger Verkehrstote im heurigen Sommer, aber die Zahl der Todesopfer ist weiterhin sehr hoch
(Verkehrstote jeweils im Juli und August)

  • 1.7. bis 31.8.2026: 81 Verkehrstote (vorläufige Zahl)
  • 1.7. bis 31.8.2025: 102 Verkehrstote (endgültige)
  • 1.7. bis 31.8.2024: 98 Verkehrstote
  • 1.7. bis 31.8.2023: 92 Verkehrstote
  • 1.7. bis 31.8. 2022: 89 Verkehrstote
  • 1.7. bis 31.8. 2021: 79 Verkehrstote
  • 1.7. bis 31.8. 2020: 72 Verkehrstote
  • 1.7. bis 31.8. 2019: 93 Verkehrstote
  • 1.7. bis 31.8. 2018: 78 Verkehrstote
  • 1.7. bis 31.8. 2017: 95 Verkehrstote
  • 1.7. bis 31.8. 2016: 101 Verkehrstote
  • 1.7. bis 31.8. 2015: 106 Verkehrstote
  • 1.7. bis 31.8. 2014: 75 Verkehrstote

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2026

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