VCÖ: Wien-Mariahilf hat österreichweit den höchsten E-Pkw Anteil - im Bundesland-Vergleich ist Salzburg Spitzenreiter

VCÖ: Mehr Ladestellen in Garagen und auf Großparkplätzen, etwa von Supermärkten, errichten

VCÖ (Wien, am 16. Jänner 2025) – 40,8 Prozent der Neuwagen sind Elektroautos – Wien-Mariahilf hatte im Vorjahr österreichweit den höchsten E-Pkw Anteil bei Neuzulassungen, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Im Bundesland-Vergleich ist Salzburg mit knapp mehr als 20 Prozent Spitzenreiter. In Wien und vier anderen Bundesländern wurden im Vorjahr mehr Elektroautos als Diesel-Pkw neuzugelassen. Im Vergleich zu Benzin- und Diesel-Pkw benötigen Elektroautos im Schnitt um zwei Drittel weniger Energie. Auch wenn die Zahl der E-Pkw steigt, die mit Abstand meisten e-mobilen Kilometer werden mit den Öffis gefahren, die platzsparender sind und eine noch deutlich bessere Energie- und Umweltbilanz haben, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ.

Zwischen Österreichs Bezirken gibt es beim Anteil der E-Pkw an den Neuzulassungen große Unterschiede, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Mit 40,8 Prozent weist Wien-Mariahilf den höchsten E-Pkw-Anteil auf, außerhalb Wiens ist Linz-Land mit 26,8 Prozent vor dem Mühlviertler Bezirk Rohrbach mit 25,2 Prozent E-Pkw-Spitzenreiter. Den niedrigsten E-Pkw-Anteil bei Neuwagen hatte im Vorjahr der steirische Bezirk Liezen mit 4,6 Prozent.

Im Bundesländer-Vergleich hatte Salzburg mit 20,2 Prozent E-Pkw-Anteil die Nase vorne, vor Wien mit 19,8 Prozent und Oberösterreich mit 19,4 Prozent. Am niedrigsten war der E-Pkw Anteil in der Steiermark mit 13,7 Prozent. Bei den Landeshauptstädten sind Innsbruck und die Stadt Salzburg mit jeweils 22,6 Prozent die E-Pkw-Spitzenreiter, informiert der VCÖ.

In fünf Bundesländern - Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Wien - haben Elektroautos bei den Neuzulassungen die Diesel-Pkw überholt. „Mit steigendem Anteil von E-Pkw sinkt der Energiebedarf des Autoverkehrs. Im Schnitt benötigen Elektroautos um rund zwei Drittel weniger Energie beim Fahren als Benzin- und Diesel-Pkw“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Während Elektroautos laut Umweltbundesamt 100 Kilometer im Schnitt mit 21 Kilowattstunden bewältigen, benötigen Benzin-Pkw und Diesel-Pkw dafür im Schnitt mit umgerechnet 64 beziehungsweise 67 Kilowattstunden dreimal so viel Energie.

Zudem erhöht ein steigender Anteil von Elektroautos die Unabhängigkeit von teuren Erdöl-Importen. Mit einer Photovoltaikanlage am Dach können Unternehmen und Haushalte Strom fürs Autofahren selber erzeugen.

Doch auch bei Elektroautos steigt der Verbrauch mit Größe und Gewicht. Der VCÖ warnt davor, Fehler, die bei den Diesel-Pkw gemacht wurden, bei den Elektro-Autos zu wiederholen. Werden vermehrt übergewichtige und übermotorisierte Modelle auf den Markt gebracht werden, verschlechtert das die Energie- und Umweltbilanz der Elektro-Autos. Deshalb braucht es EU-weit Anreize für die Herstellung von sparsamen Modellen. In Norwegen, wo im Vorjahr 89 Prozent der Neuwagen E-Pkw waren, besteuert E-Pkw nach Gewicht.

Neuwagen werden seit vielen Jahren Großteils auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen, bei Diesel-Pkw betrug der Anteil österreichweit 81 Prozent, bei E-Pkw 76 Prozent. „Maßnahmen bei Firmenwagen sind ein starker Hebel, um mehr E-Pkw in den für die privaten Haushalte wichtigen Gebrauchtwagenmarkt zu bringen. Diesel- und Benzin-Dienstwagen sollten nicht mehr steuerlich begünstigt werden“, betont VCÖ-Experte Schwendinger.

Mit der steigenden Anzahl an E-Pkw nimmt auch der Bedarf an Ladestellen zu. „Wichtig ist, einerseits in bestehenden Großgaragen verstärkt Lademöglichkeiten zu schaffen, andererseits sind insbesondere in Städten Anreize zu schaffen, damit Anrainerinnen und Anrainer sowie kleinere Unternehmen ohne Betriebsparkplatz die Ladeinfrastruktur auf Großparkplätzen von Supermärkten und Baumärkten in der Nacht mitnutzen können“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Auch wenn die Zahl der E-Pkw steigt, die mit Abstand meisten e-mobilen Kilometer werden mit dem Öffentlichen Verkehr gefahren. Bahn, Straßenbahn, U-Bahn, O-Bus und E-Bus haben nicht nur eine noch bessere Energie- und Umweltbilanz, sie sind auch deutlich platzsparender und tragen so insbesondere zu Stoßzeiten zur Vermeidung und Reduktion von Staus bei.

VCÖ: Wien-Mariahilf hat österreichweit den höchsten E-Pkw Anteil
(Anteil Elektroautos an Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2024)

1. Wien-Mariahilf: 40,8 Prozent (171 E-Pkw)

2. Wien-Innere Stadt: 33 Prozent (524 E-Pkw)

3. Wien-Neubau: 27,8 Prozent (77 E-Pkw)

4. Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus: 27,5 Prozent (216 E-Pkw)

5. Bezirk Linz Land (OÖ): 26,8 Prozent (1321 E-Pkw)

6. Bezirk Rohrbach (OÖ): 25,2 Prozent (258 E-Pkw)

7. Wien-Leopoldstadt: 25,1 Prozent (799 E-Pkw)

8. Bezirk Kirchdorf (OÖ): 25 Prozent (305 E-Pkw)

9. Bezirk Graz Umgebung (ST): 24,9 Prozent (754 E-Pkw)

10. Wien-Hernals: 24,8 Prozent (115 E-Pkw)

11. Wien-Josefstadt: 24,7 Prozent (46 E-Pkw)

12. Wien-Landstraße: 24,4 Prozent (849 E-Pkw)
Wien-Alsergrund: 24,4 Prozent (109 E-Pkw)

14. Wien-Ottakring: 24,1 Prozent (175 E-Pkw)

15. Bezirk Mattersburg: 24 Prozent (141 E-Pkw)

16. Eisenstadt (inkl. Rust): 23,9 Prozent (321 E-Pkw)

17. Wien-Donaustadt: 23,3 Prozent (1.160 E-Pkw)

18. Innsbruck: 22,6 Prozent (835 E-Pkw)
Stadt Salzburg: 22,6 Prozent (1.942 E-Pkw)

20. Bezirk Salzburg Land: 22,3 Prozent (1.253 E-Pkw)

21. Bezirk Steyr Land: 22,2 Prozent (253 E-Pkw)

22. Wien-Brigittenau: 22,2 Prozent (223 E-Pkw)

23. Bezirk Eisenstadt-Umgebung: 21,6 Prozent (136 E-Pkw)

24. Linz: 21,2 Prozent (1.218 E-Pkw)

25. Bezirk Grieskirchen: 21 Prozent (322 E-Pkw)

26. Bezirk Innsbruck Land: 20,7 Prozent (859 E-Pkw)

27. Bezirk Perg: 20,6 Prozent (360 E-Pkw)

28. Bezirk St. Pölten Land: 20,5 Prozent (601 E-Pkw)

29. Bezirk Bregenz: 20,3 Prozent (654 E-Pkw)

30. Wien Liesing: 20,2 Prozent (2.955 E-Pkw)

31. Bezirk Urfahr: 20 Prozent (349 E-Pkw)

32. Bezirk Vöcklabruck: 19,9 Prozent (616 E-Pkw)
Bezirk Gmünd: 19,9 Prozent (136 E-Pkw)

34. Bezirk Ried: 19,8 Prozent (419 E-Pkw)

35. Wien-Margareten: 19,7 Prozent (81 E-Pkw)

36. Bezirk Wr. Neustadt Land: 19,5 Prozent (294 E-Pkw)

37. Bezirk Korneuburg: 19,2 Prozent (438 E-Pkw)

38. Wien-Wieden: 19,1 Prozent (138 E-Pkw)

39. Schwechat: 19 Prozent (199 E-Pkw)

40. Bezirk Baden: 18,7 Prozent (611 E-Pkw)

41. Bezirk Bruck an der Leitha: 18,6 Prozent (376 E-Pkw)

42. Bezirk Mistelbach: 18,6 Prozent (311 E-Pkw)

43. Bezirk Neusiedl am See: 18,4 Prozent (286 E-Pkw)

44. Bezirk Wels Land: 18,3 Prozent (496 E-Pkw)

45. Wien-Favoriten: 17,9 Prozent (900 E-Pkw)

46. Bezirk Braunau: 17,8 Prozent (355 E-Pkw)

47. Bezirk Imst: 17,7 Prozent (303 E-Pkw)
Wien-Döbling: 17,7 Prozent (438 E-Pkw)

49. Bezirk Deutschlandsberg: 17,5 Prozent (245 E-Pkw)
Bezirk Waidhofen an der Thaya: 17,5 Prozent (112 E-Pkw)
St. Pölten: 17,5 Prozent (416 E-Pkw)
Wien-Floridsdorf: 17,5 Prozent (568 E-Pkw)
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2025

 

VCÖ: Im Bundesländervergleich ist Salzburg E-Pkw Spitzenreiter
(Anteil E-Pkw an den Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2024)

Salzburg: 20,2 Prozent
Wien: 19,8 Prozent

Oberösterreich: 19,4 Prozent
Burgenland: 18,8 Prozent

Tirol: 17,1 Prozent
Niederösterreich: 16,4 Prozent

Vorarlberg: 16,1 Prozent
Kärnten: 14,1 Prozent

Steiermark: 13,7 Prozent
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2025

Zurück zur Übersicht

VCÖ: Radverkehr in Graz ist heuer im 1. Halbjahr gestiegen

VCÖ (Wien, 1. August 2024) – Die Grazerinnen und Grazer waren im 1. Halbjahr häufiger mit dem Fahrrad mobil, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Im 1. Halbjahr waren heuer bei den Zählstellen in Summe um rund sechs Prozent mehr Radfahrerinnen und Radfahrer unterwegs als im 1. Halbjahr 2023. Wer Alltagswege mit dem Fahrrad zurücklegt, stärkt die eigene Fitness und Gesundheit und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Reduktion von Verkehrslärm, Abgasbelastung und Staus, betont der VCÖ. Wichtig ist, dem Radverkehr mehr Platz zu geben, insbesondere auch um Familien, Kindern und älteren Menschen sicheres Radfahren zu ermöglichen.

Mehr dazu

VCÖ: Spritverbrauch in Österreich heuer im ersten Quartal leicht gesunken

VCÖ (Wien, 18. Juli 2024) – Im ersten Quartal wurde in Österreich um fast ein Prozent weniger Sprit getankt als im ersten Quartal des Vorjahres, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Drei Viertel des getankten Treibstoffs war Diesel. Während der Benzinverbrauch um 5,3 Prozent zunahm, wurde um 2,7 Prozent weniger Diesel getankt. In Vergleich zum 1. Quartal des Vor-Coronajahres 2019 ging der Spritverbrauch in Österreich um 16 Prozent zurück und damit auch der vom Kfz-Verkehr verursachte CO2-Ausstoß. Die Mobilitätsorganisation VCÖ betont, dass der Spritverbrauch durch weitere Maßnahmen von Politik und Wirtschaft noch deutlich gesenkt werden kann.

Mehr dazu
Foto: Zapfhahn, welcher ein Diesel-Auto betankt.