VCÖ: Wien-Mariahilf ist Österreichs E-Pkw-Spitzenreiter mit über 50 Prozent im 1. Halbjahr, außerhalb Wiens ist der Bezirk Rohrbach E-Pkw-Champion

VCÖ: Steuerbegünstigung für Verbrenner-Firmenwagen beenden

Foto: E-Auto, welches gerade geladen wird, vor einem Feld mit Windrädern

VCÖ (Wien, am 10. Juli 2026) – Mit fast 53 Prozent hat Wien-Mariahilf im ersten Halbjahr 2026 den höchsten E-Pkw-Anteil in Österreich, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Außerhalb Wiens liegt der Bezirk Rohrbach im Mühlviertel mit 44 Prozent an der Spitze. Bei den Landeshauptstädten hat Linz mit rund 30 Prozent den höchsten E-Pkw-Anteil. 64 Prozent aller Neuwagen werden auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen, bei Diesel-Pkw beträgt der Anteil sogar 81 Prozent. Der VCÖ fordert ein Ende der steuerlichen Begünstigung von privat genutzten Firmenwagen mit Verbrennungsmotor.

Von Dänemark ist Wien-Mariahilf noch weit entfernt, aber von allen Bezirken Österreichs dem EU-Spitzenreiter am nächsten: In Dänemark waren im ersten Halbjahr 2026 bereits 79,9 Prozent der Neuzulassungen Elektroautos, in Wien-Mariahilf waren es 52,7 Prozent, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Es folgen Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus mit 49,7 Prozent vor dem Bezirk Rohrbach, der mit 44,2 Prozent den höchsten E-Pkw-Anteil außerhalb Wiens aufweist. Mit Kirchdorf (38 Prozent), Wels-Land (37,1 Prozent), Steyr-Land (36,6 Prozent) und Urfahr-Umgebung (34,9 Prozent) liegen noch vier weitere oberösterreichische Bezirke unter den Top 10. Die weiteren Top-10 Platzierungen nehmen die Wiener Bezirke Innere Stadt (42,9 Prozent), Neubau (38,8 Prozent) und Ottakring (35,2 Prozent) ein.

„Die Top-10 zeigen, dass sich Elektroautos sowohl in der Stadt als auch am Land bewähren. Die erneute Eskalation im Nahen Osten treibt die Erdölpreise wieder in die Höhe und zeigt zum wiederholten Male, wie wichtig es ist, die Erdölabhängigkeit des Verkehrs zu reduzieren. Das Hinauszögern des Verbrenneraus bei Neuwagen schafft Verunsicherung und kommt der Bevölkerung letztlich teuer und schadet der Wirtschaft“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Ein zentraler Hebel, um den Anteil der Elektroautos deutlich zu erhöhen, ist die Firmenwagenbesteuerung. Denn im ersten Halbjahr wurden insgesamt 64 Prozent der Neuwagen auf Firmen und andere juristische Personen zugelassen, bei den Diesel-Pkw sogar 81 Prozent, bei Diesel-Hybrid 74 Prozent und bei Elektroautos 66 Prozent, informiert der VCÖ.

Der VCÖ fordert ein Ende der steuerlichen Begünstigung von Firmenwagen mit Verbrennungsmotor. Bei der privaten Nutzung von Verbrenner-Firmenwagen ist der Sachbezug zu erhöhen, zudem soll die steuerliche Absetzbarkeit von Firmen-Pkw, die mit Benzin oder Diesel fahren, schrittweise reduziert werden - wie es in Belgien sehr erfolgreich praktiziert wird.

„Dass nach wie vor Dienstwagen, deren Motoren Diesel oder Benzin verbrennen und dadurch CO2 ausstoßen, steuerlich begünstigt werden, ist angesichts der sich verschärfenden Klimakrise und der aktuellen Budgetprobleme nicht mehr zeitgemäß. Zudem gelangen in den für Privathaushalte relevanten Gebrauchtwagenmarkt mehr Elektroautos, wenn Firmen statt Verbrenner Elektro-Pkw anschaffen“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Im Bundesländer-Vergleich hat Oberösterreich den höchsten E-Pkw-Anteil mit 29,9 Prozent, ex aequo folgen dahinter Salzburg und das Burgenland. Im Landeshauptstadt-Ranking führt Linz mit 30,4 Prozent vor Innsbruck mit 28,3 Prozent und dem Bezirk Bregenz mit 28,1 Prozent, wie die VCÖ-Analyse zeigt.

Quellen & Daten

VCÖ: Wien-Mariahilf Österreichs E-Pkw-Spitzenreiter, Rohrbach stärkster E-Pkw-Bezirk außerhalb Wiens
(Anteil E-Pkw an den Pkw-Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2026, Top 30 in Österreich - in Klammer Anzahl)

  • Wien Mariahilf: 52,7 Prozent (158)
  • Wien Rudolfsheim-Fünfhaus: 49,7 Prozent (188)
  • Bezirk Rohrbach: 44,2 Prozent (399)
  • Wien Innere Stadt: 42,9 Prozent (415)
  • Wien Neubau: 38,8 Prozent (62)
  • Bezirk Kirchdorf: 38 Prozent (321)
  • Bezirk Wels Land: 37,1 Prozent (497)
  • Bezirk Steyr Land: 36,6 Prozent (298)
  • Wien Ottakring: 35,2 Prozent (149)
  • Bezirk Urfahr: 34,9 Prozent (453)
  • Bezirk Grieskirchen: 34,6 Prozent (343)
  • Wien Josefstadt: 34,3 Prozent (36)
  • Wien Favoriten: 33 Prozent (1.064)
  • Wien Leopoldstadt: 33 Prozent (377)
  • Bezirk Salzburg-Umgebung: 32,5 Prozent (1.124)
  • Bezirk Vöcklabruck: 32,3 Prozent (631)
  • Bezirk Freistadt: 32,1 Prozent (384)
  • Bezirk Korneuburg: 31,1 Prozent (463)
  • Bezirk Graz Umgebung: 30,7 Prozent (622)
  • Bezirk Braunau: 30,7 Prozent (417)
  • Bezirk Eisenstadt Umgebung: 30,5 Prozent (155)
  • Linz: 30,4 Prozent (925)
  • Bezirk Perg: 30,3 Prozent (382)
  • Wien Brigittenau: 30,1 Prozent (132)
  • Wien Margareten: 30 Prozent (69)
  • Wien Hernals: 30 Prozent (62)
  • Bezirk Eferding: 30 Prozent (130)
  • Bezirk Linz Land: 29,8 Prozent (893)
  • Bezirk Lilienfeld: 29,8 Prozent (84)
  • Bezirk St. Pölten Land: 29,7 Prozent (592)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Die zehn Bezirke mit dem niedrigsten E-Pkw-Anteil
(Anteil E-Pkw an den Pkw-Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2026, in Klammer Anzahl)

  • Bezirk Liezen: 5,8 Prozent (198)
  • Schwechat: 6,3 Prozent (103)
  • Bezirk Reutte: 9,5 Prozent (256)
  • Wien-Simmering: 14 Prozent (225)
  • Wien-Liesing: 14,3 Prozent (1.196)
  • Wels: 14,5 Prozent (330)
  • Bezirk Tamsweg: 15,2 Prozent (49)
  • Bezirk Murtal: 15,5 Prozent (226)
  • Bezirk Leoben Umgebung: 16 Prozent (154)
  • Bezirk Bruck-Mürzzuschlag: 16 Prozent (311)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Oberösterreich hat im Bundesländer-Vergleich den höchsten E-Pkw-Anteil bei Neuwagen
(Anteil E-Pkw an Pkw-Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2026, in Klammer Anzahl neuzugelassene E-Pkw)  

  • Oberösterreich: 29,9 Prozent (7.719)
  • Salzburg: 26,2 Prozent (3.475)
  • Burgenland: 26,2 Prozent (1.353)
  • Vorarlberg: 25,4 Prozent (2.089)
  • Niederösterreich: 24,4 Prozent (7.825)
  • Wien: 23,3 Prozent (7.154)
  • Tirol: 22,9 Prozent (3.538)
  • Kärnten: 21,7 Prozent (1.951)
  • Steiermark: 20,1 Prozent (4.837)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Linz ist E-Pkw Spitzenreiter bei den Landeshauptstädten
(Anteil E-Pkw an den Pkw-Neuzulassungen im 1. Halbjahr 2026 - in Klammer Anzahl)

  • Linz: 30,4 Prozent (925)
  • Innsbruck: 28,3 Prozent (677)
  • Bregenz (Bezirk): 28,1 Prozent (589)
  • St. Pölten: 26,6 Prozent (414)
  • Salzburg: 26,5 Prozent (1.508)
  • Eisenstadt (Stadt, inkl. Rust): 25,6 Prozent (228)
  • Wien: 23,3 Prozent (7.154)
  • Klagenfurt: 20,3 Prozent (495)
  • Graz: 20,2 Prozent (978)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

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