VCÖ: Wien-Mariahilf ist Österreichs erster Bezirk mit mehr als 50 Prozent E-Pkw-Anteil bei Neuwagen

VCÖ: Mehr Ladestellen in Garagen und auf Großparkplätzen, etwa von Supermärkten, errichten

VCÖ (Wien, am 16. Jänner 2026) – Im Vorjahr waren erstmals in Österreich in einem Bezirk mehr als die Hälfte der Neuwagen Elektroautos, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt: In Wien-Mariahilf kamen die Elektroautos auf einen Anteil von rund 52 Prozent. Außerhalb Wiens hat Steyr-Land mit 34 Prozent den höchsten E-Pkw-Anteil, bei den Bundesländern ist Salzburg mit 25 Prozent Spitzenreiter. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert mehr Tempo beim Ausbau von Ladeinfrastruktur in Garagen und auf Großparkplätzen.

Die Energiewende im Verkehr nimmt Fahrt auf. Die Hersteller bringen immer mehr Elektroauto-Modelle auf den Markt. Das steigende Angebot führt zu einer entsprechend stärkeren Nachfrage“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. 60.651 Elektroautos wurden in Österreich im Vorjahr neuzugelassen, das waren um ein Drittel mehr als im Jahr 2024, viermal so viele wie im Jahr 2020 und sogar 36-mal so viele wie vor zehn Jahren im Jahr 2015, verdeutlicht der VCÖ.

Österreichweit waren im Vorjahr 21 Prozent der Neuwagen Elektroautos. Die Spitzen bei den Bezirken liegen deutlich darüber, wie die VCÖ-Analyse zeigt. In Wien-Mariahilf waren im Vorjahr bereits 52,4 Prozent der Neuwagen Elektroautos und damit ist Mariahilf der erste Bezirk Österreichs, wo mehr als die Hälfte der Neuwagen Stromer sind. Es folgen vier weitere Wiener Bezirke: Rudolfsheim-Fünfhaus mit 45,8 Prozent, die Innere Stadt mit 43,4 Prozent, die Leopoldstadt mit 39,9 Prozent und Neubau mit 39 Prozent.

Außerhalb Wiens ist Steyr-Land mit 34,3 Prozent der Bezirk mit dem höchsten E-Pkw-Anteil bei Neuwagen, berichtet der VCÖ. Dahinter folgen vier weitere oberösterreichische Bezirke, nämlich Rohrbach mit 33 Prozent, Kirchdorf an der Krems mit 29,3 Prozent, Wels-Land mit 28,6 Prozent und Urfahr-Umgebung mit 27,8 Prozent ex aequo mit Graz-Umgebung.

„Diese Zahlen zeigen, dass sich Elektroautos sowohl in der Stadt als auch am Land bewähren. Und das ist gut so. Im Vergleich zu Verbrenner-Pkw ist der Energieverbrauch bei Elektroautos im Schnitt um zwei Drittel niedriger, sie stoßen beim Fahren keine schädlichen Abgase aus und sind im Ortsgebiet leiser“, stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

Ein großer Vorteil von Elektroautos ist, dass Haushalte und Betriebe mit einer Photovoltaikanlage den Strom fürs Autofahren selbst erzeugen können. Damit spart man Spritkosten und macht sich unabhängig von Erdöl. „Derzeit ist der Verkehr noch massiv von Erdölimporten abhängig. Das ist energiepolitisch problematisch und für Österreich teuer, denn die Erdölimporte kosten jedes Jahr mehrere Milliarden Euro“, verdeutlicht VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Auch bei Elektroautos besteht aber die Gefahr, dass Hersteller vor allem zu große, zu schwere und übermotorisierte Modelle auf den Markt bringen. Deshalb braucht es auf EU-Ebene Vorgaben und Anreize, damit Hersteller mehr sparsame Modelle auf den Markt bringen, betont der VCÖ.

Ein großer Hebel in Österreich, um die Zahl der Elektroautos zu erhöhen, sind Betriebe und Unternehmen. Denn rund zwei Drittel aller Neuwagen werden auf Firmen oder andere juristische Personen zugelassen, bei Diesel-Pkw sind es sogar fast 80 Prozent, bei Elektroautos rund 70 Prozent, informiert der VCÖ. „Wenn Firmen stärker auf Elektroautos setzen, dann kommen auch mehr Elektroautos auf den für private Haushalte relevanten Gebrauchtwagenmarkt. Deshalb sollte die Bundesregierung rasch die Firmenwagenbesteuerung reformieren“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Firmenwagen, die mit Diesel oder Benzin angetrieben werden, sollen nicht mehr steuerlich begünstigt werden.  

Mit der steigenden Anzahl an E-Pkw nimmt auch der Bedarf an Ladestellen zu. „In bestehenden Großgaragen sind verstärkt Lademöglichkeiten zu schaffen. Zudem sind in Städten Anreize zu schaffen, damit Anrainerinnen und Anrainer sowie kleinere Unternehmen ohne Betriebsparkplatz die Ladeinfrastruktur auf Großparkplätzen von Supermärkten und Baumärkten in der Nacht mitnutzen können“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Bei den Bundesländern war Salzburg im Vorjahr mit 25 Prozent Spitzenreiter bei den neuzugelassenen Elektroautos, knapp vor Oberösterreich mit 24,7 Prozent und dem Burgenland mit 23,1 Prozent. Und deren Landeshauptstädte stehen im Landeshauptstadt-Ranking am Podest: Die Stadt Salzburg mit 27,2 Prozent, vor Linz mit 26,9 Prozent und Eisenstadt mit 25,2 Prozent, informiert der VCÖ. In der EU war der E-Pkw-Anteil bei Neuwagen in Dänemark mit 67 Prozent im Vorjahr am höchsten, in Europa in Norwegen mit bereits 96 Prozent.

VCÖ: Wien-Mariahilf Österreichs erster Bezirk mit E-Auto-Anteil von mehr als 50 Prozent
(TOP 30 Anteil E-Pkw an Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2025, in Klammer Anzahl neuzugelassene E-Pkw)

1. Wien-Mariahilf: 52,4 Prozent (272 E-Pkw)
2. Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus: 45,8 Prozent (421 E-Pkw)
3. Wien-Innere Stadt: 43,4 Prozent (683 E-Pkw)
4. Wien-Leopoldstadt: 39,9 Prozent (851 E-Pkw)
5. Wien-Neubau: 39,0 Prozent (144 E-Pkw)
6. Bezirk Steyr Land: 34,3 Prozent (510 E-Pkw)
7. Bezirk Rohrbach: 33,0 Prozent (390 E-Pkw)
8. Wien-Josefstadt: 31,7 Prozent (77 E-Pkw)
9. Bezirk Kirchdorf: 29,3 Prozent (398 E-Pkw)
10. Wien-Hernals: 28,9 Prozent (124 E-Pkw)
11. Wien-Alsergrund: 28,6 Prozent (132 E-Pkw)
      Bezirk Wels-Land: 28,6 Prozent (614 E-Pkw)
13. Bezirk Graz-Umgebung: 27,8 Prozent (977 E-Pkw)
      Bezirk Urfahr-Umgebung: 27,8 Prozent (583 E-Pkw)
15. Bezirk Salzburg-Umgebung: 27,7 Prozent (1.690 E-Pkw)
      Bezirk Eisenstadt-Umgebung: 27,7 Prozent (225 E-Pkw)
17. Wien-Donaustadt: 27,5 Prozent (1.465 E-Pkw)
18. Wien-Brigittenau: 27,4 Prozent (256 E-Pkw)
19. Stadt Salzburg: 27,2 Prozent (2.587 E-Pkw)
20. Wien-Landstraße: 27,0 Prozent (921 E-Pkw)
21. Linz: 26,9 Prozent (1.636 E-Pkw)
22. Bezirk Linz Land: 26,8 Prozent (1.412 E-Pkw)
23. Wien-Floridsdorf: 26,5 Prozent (823 E-Pkw)
24. Bezirk Grieskirchen: 26,4 Prozent (469 E-Pkw)
25. Bezirk Korneuburg: 26,2 Prozent (713 E-Pkw)
26. Steyr: 25,8 Prozent (389 E-Pkw)
27. Bezirk Vöcklabruck: 25,8 Prozent (920 E-Pkw)
28. Bezirk Mistelbach: 25,5 Prozent (445 E-Pkw)
29. Wien-Wieden: 25,4 Prozent (144 E-Pkw)
30. Eisenstadt (inkl. Rust): 25,2 Prozent (354 E-Pkw)

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

E-Pkw-Anteil an Pkw-Neuzulassungen im Jahr 2025 von weiteren Bezirken in Österreich:

Bezirk St. Pölten Land: 24,8 Prozent  
Bezirk Güssing: 24,8 Prozent
Bezirk Eferding: 24,6 Prozent
Innsbruck: 24,5 Prozent
Bezirk Amstetten: 24,3 Prozent
Bezirk Landeck: 24,2 Prozent
Bezirk Innsbruck Land: 24,0 Prozent
Klosterneuburg: 23,9 Prozent
Bezirk Perg: 23,7 Prozent
Bezirk Oberwart: 23,7 Prozent
Bezirk Mattersburg: 23,5 Prozent
Bezirk Freistadt: 23,5 Prozent
Bezirk Braunau: 23,3 Prozent
Bezirk Horn: 23,2 Prozent
Bezirk Bregenz: 23,0 Prozent
Bezirk Wr. Neustadt Land: 22,9 Prozent
Bezirk Hallein: 22,7 Prozent
Bezirk Baden: 22,7 Prozent
Wien-Favoriten: 22,6 Prozent
Bezirk Bruck an der Leitha: 22,3 Prozent
St. Pölten Stadt: 22,1 Prozent  
Bezirk Hartberg-Fürstenfeld: 22,0 Prozent
Wien-Hietzing: 22,0 Prozent
Wien-Penzing: 21,9 Prozent
Bezirk Neusiedl am See: 21,9 Prozent
Wien-Margareten: 21,7 Prozent
Bezirk Schärding: 21,7 Prozent
Bezirk Melk: 21,7 Prozent
Bezirk Kufstein: 21,5 Prozent
Bezirk Tulln: 21,5 Prozent
Bezirk Gänserndorf: 21,5 Prozent  
Wien-Ottakring: 21,4 Prozent
Bezirk Feldkirch: 21,3 Prozent
Graz: 21,1 Prozent
Bezirk St. Veit an der Glan: 21,0 Prozent
Bezirk Lilienfeld: 21,0 Prozent  
Bezirk Hollabrunn: 20,9 Prozent  
Bezirk Scheibbs: 20,8 Prozent
Bezirk Krems Land: 20,1 Prozent
Bezirk Schwaz: 20,0 Prozent
Bezirk Leibnitz: 19,9 Prozent
Bezirk Zell am See: 19,9 Prozent
Bezirk Imst: 19,9 Prozent
Bezirk Ried: 19,8 Prozent
Bezirk Südoststeiermark: 19,7 Prozent
Bezirk Völkermarkt: 19,7 Prozent
Klagenfurt: 19,4 Prozent
Wien-Währing: 19,4 Prozent
Bezirk Weiz: 19,4 Prozent
Bezirk Feldkirchen: 19,4 Prozent
Bezirk Lienz: 19,4 Prozent
Bezirk Kitzbühel: 19,3 Prozent
Bezirk Hermagor: 19,3 Prozent
Bezirk Villach Land: 19,2 Prozent
Bezirk St. Johann im Pongau: 19,2 Prozent
Bezirk Zwettl: 19,2 Prozent
Bezirk Gmunden: 19,1 Prozent
Wien-Meidling: 19,0 Prozent
Bezirk Spittal an der Drau: 19,0 Prozent
Bezirk Klagenfurt Land: 19,0 Prozent
Bezirk Gmünd: 19,0 Prozent  
Wien-Döbling: 18,7 Prozent
Bezirk Neunkirchen: 18,4 Prozent  
Bezirk Jennersdorf: 18,2 Prozent
Bezirk Dornbirn: 17,9 Prozent
Wr. Neustadt Stadt: 17,9 Prozent
Pol. Exp. Gröbming: 17,9 Prozent
Bezirk Deutschlandsberg: 17,8 Prozent
Bezirk Oberpullendorf: 17,8 Prozent
Krems Stadt: 17,2 Prozent
Bezirk Bludenz: 17,0 Prozent (434 E-Pkw)
Stadt Wels: 17,0 Prozent (742 E-Pkw)
Bezirk Wolfsberg: 16,5 Prozent
Bezirk Mödling: 16,4 Prozent  
Bezirk Waidhofen an der Thaya: 16,2 Prozent  
Bezirk Murau: 15,9 Prozent
Villach: 15,6 Prozent
Pol. Exp. Bad Aussee: 15,2 Prozent
Bezirk Tamsweg: 15,0 Prozent
Bezirk Voitsberg: 14,4 Prozent
Bezirk Murtal: 14,2 Prozent
Wien-Liesing: 13,9 Prozent
Bezirk Bruck-Mürzzuschlag: 13,6 Prozent
Wien-Simmering: 13,5 Prozent
Waidhofen an der Ybbs: 13,5 Prozent
Stadt Leoben: 13,4 Prozent
Schwechat: 12,7 Prozent
Bezirk Leoben Umgebung: 12,5 Prozent
Bezirk Reutte: 7,2 Prozent
Bezirk Liezen: 5,9 Prozent

Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026

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