VCÖ: Wienerinnen und Wiener legen jeden 3. Alltagsweg zu Fuß zurück

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VCÖ (Wien, 19. April 2024) – Nicht nur beim Vienna City Marathon auch in der Mobilität der Wiener Bevölkerung spielen die Beine eine zentrale Rolle: Die Wienerinnen und Wiener legen 32 Prozent ihrer Alltagswege zu Fuß zurück. Das ist der höchste Anteil im Bundesland- und Landeshauptstadt-Vergleich, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Wo es Verbesserungen für Fußgängerinnen und Fußgänger braucht, erhebt der VCÖ nun gemeinsam mit der Bevölkerung. In einer Online-Karte können Bürgerinnen und Bürger eintragen, wo es Problemstellen, wie beispielsweise zu schmale Gehsteige oder gefährliche Übergänge gibt.


Am Sonntag werden die mehr als 30.000 Läuferinnen und Läufer beim Vienna City Marathon viele Kilometer zurücklegen. Aber nicht nur für Sport, Wandern oder Spaziergänge sind die Beine in Wien viel im Einsatz, auch als Verkehrsmittel, macht der VCÖ aufmerksam. Im Vorjahr legten die Wienerinnen und Wiener 32 Prozent ihrer Alltagswege zu Fuß zurück. Und dazu kommt noch, dass viele Fahrgäste zu Fuß zur Bus- oder Bim-Haltestelle oder zur U-Bahnstation gehen.

Wie wichtig das Gehen für die Mobilität in Wien ist, zeigt auch der Vergleich mit anderen Bundesländern und Landeshauptstädten. So beträgt der Anteil des Gehens an der Mobilität in Linz 26 Prozent, in Innsbruck und Klagenfurt jeweils 24 Prozent, in der Stadt Salzburg 23 Prozent und in Graz 21 Prozent, weist der VCÖ auf die jeweiligen Mobilitätserhebungen der Städte und Bundesländer hin. Der Anteil in den Bundesländern ist noch niedriger: In Oberösterreich legt die Bevölkerung 16 Prozent der Alltagswege zu Fuß zurück, in Tirol 18 Prozent, im Land Salzburg 19 Prozent.

Eine Detailauswertung der Wiener Mobilitätserhebungen für den Zeitraum 2015 bis 2019 zeigt, dass der Anteil des Gehens bei Kindern bis 14 Jahren und bei den Seniorinnen und Senioren ab 75 Jahren am höchsten ist. „Das ist auch österreichweit so. Für Kinder und ältere Menschen ist das Gehen eine zentrale Säule ihrer Mobilität. Umso wichtiger ist es, dass die besonderen Anforderungen von Kindern, älteren Fußgängerinnen und Fußgänger und Menschen mit Mobilitätseinschränkung in der Verkehrsplanung berücksichtigt werden“, stellt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky fest.

Für Menschen mit Mobilitätseinschränkung und für viele ältere Menschen ist Barrierefreiheit besonders wichtig, längere Grün- und kürzere Rotphasen bei Fußgängerampeln sowie ausreichend breite Gehsteige, um beispielsweise mit Rollator oder Rollstuhl ungehindert mobil sein zu können. Für Kinder sind zudem übersichtliche Straßenübergänge zentral. „Die Zahl hoher Fahrzeuge nimmt zu. Parken Pakettransporter oder große SUV vor Schutzwegen wird häufig Autofahrerinnen und Autofahrern die Sicht auf Kinder, die die Straße überqueren möchten, verstellt. Deshalb ist es so wichtig, dass das Halte- und Parkverbot vor Schutzwegen von derzeit fünf auf zehn Meter ausgeweitet wird“, erklärt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky.

Der VCÖ erhebt nun gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, wo es in den Bezirken Problemstellen für Fußgängerinnen und Fußgänger gibt. In einer Online-Karte kann unter www.vcoe.at eingetragen werden, wo beispielsweise Übergänge unübersichtlich oder Gehsteige zu schmal sind, wo es eine Gefahrenstelle gibt oder Barrierefreiheit fehlt. Bis 31. Mai können Problemstellen eingetragen werden. Der VCÖ leitet diese dann an die zuständigen Behörden weiter.

„Gehen ist die gesündeste, kostengünstigste, klimafreundlichste, sozialste und auch platzsparendste Form der Mobilität. Es ist daher aus vielerlei Gründen wichtig, es den Bürgerinnen und Bürgern so einfach wie möglich zu machen, Alltagswege zu Fuß zurücklegen zu können. Fußgängerinnen und Fußgänger wissen am besten, wo es Problemstellen für das zu Fuß gehen gibt. Ein Know-How, das wir mit der Online-Karte sammeln und den zuständigen Behörden zur Verfügung stellen“, betont VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky.

Problemstellen beim Gehen eintragen: https://map.vcoe.at/gehen/

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