VCÖ: Zahl der bei Verkehrsunfällen tödlich verletzten Seniorinnen und Senioren im Vorjahr stark gestiegen – höchste Anzahl seit 2012

VCÖ: Maßnahmen für ein seniorengerechtes Verkehrssystem umsetzen

VCÖ (Wien, 30. Jänner 2026) – 147 Seniorinnen und Senioren kamen im Vorjahr bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben, um 27 mehr als im Jahr 2024, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Das ist die höchste Anzahl seit dem Jahr 2012. Die größte Opfergruppe waren Pkw-Insassen. Hoch war zudem die Zahl der als Fußgängerinnen und Fußgänger sowie mit dem E-Bike und mit dem Fahrrad tödlich verletzten Seniorinnen und Senioren. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen für ein seniorengerechtes Verkehrssystem.

Die Zahl der Seniorinnen und Senioren, die bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen, ist im Vorjahr um rund 23 Prozent gestiegen und damit fast doppelt so stark wie die allgemeine Zahl an Verkehrstoten, wie eine VCÖ-Analyse auf Basis von Daten des BMI zeigt. Mit 147 Todesopfern ist das die höchste Zahl seit dem Jahr 2012, als 154 Seniorinnen und Senioren im Straßenverkehr ihr Leben verloren. Die niedrigste Anzahl an älteren Verkehrstoten gab es im Jahr 2021 mit 99 und im Jahr 2017 mit 101.

Auffallend ist, dass mit 110 fast dreimal so viele Senioren wie Seniorinnen bei Verkehrsunfällen ums Leben kamen. Bei älteren Menschen ist zudem die Zahl der im Ortsgebiet tödlich Verletzten deutlich höher, so ein weiteres Ergebnis der VCÖ-Analyse: Während insgesamt 26 Prozent bei Verkehrsunfällen im Ortsgebiet starben, waren es bei älteren Menschen 44 Prozent.

„Das ist vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: Im Alter nimmt der Anteil der im Wohnumfeld zurückgelegten Alltagswege zu und, zweitens steigt der Anteil des Zu-Fuß-Gehens an der Mobilität. Für die Verkehrssicherheit von Seniorinnen und Senioren ist Verkehrsberuhigung und mehr Tempo 30 statt 50 im Ortsgebiet besonders wichtig“, stellt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky fest. 34 der im Vorjahr im Straßenverkehr tödlich verletzten Fußgängerinnen und Fußgänger waren Seniorinnen und Senioren.

Am höchsten war die Anzahl älterer Verkehrstoten bei Pkw-Insassen mit 52. Die Anzahl tödlicher Pkw-Unfälle kann mit dem verstärkten Ausbau des Öffentlichen Verkehrs deutlich reduziert werden. So ist in den beiden Bundesländern mit der laut ÖROK-Erreichbarkeitsanalyse besten Versorgung mit dem Öffentlichen Verkehr – Wien und Vorarlberg – in den vergangenen zwei Jahren jeweils nur eine ältere Person mit dem Pkw tödlich verunglückt, informiert der VCÖ. Zusätzlich zum Angebot können auch Anreize zum verstärkten Umstieg vom Auto auf den Öffentlichen Verkehr führen. Der VCÖ schlägt vor, dass Personen, die ihren Führerschein freiwillig abgeben, drei Jahre lang kostenlos ein Bundesland-Klimaticket erhalten.

Die dritthöchste Opferzahl bei älteren Menschen verzeichneten im Vorjahr E-Bikes. 22 Seniorinnen und Senioren kamen damit ums Leben, sieben davon in Niederösterreich und sechs in Oberösterreich. Im Burgenland und Wien gab es keinen tödlichen E-Bike Unfall von der Generation 65 plus, informiert der VCÖ.

Mit dem Fahrrad wurden 20 Seniorinnen und Senioren bei Verkehrsunfällen tödlich verletzt, die meisten in Niederösterreich und in Salzburg mit jeweils fünf. „Da für ältere Menschen aufgrund ihres allgemeinen Gesundheitszustands das Risiko tödlicher Verletzungen bei einem Unfall höher ist, sind für sie baulich getrennte, sichere Radwege besonders wichtig“, fordert VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky mehr Tempo beim Radwegeausbau. Selber kann man durch eine aufmerksame Fahrweise zur Unfallvermeidung beitragen und durch das Tragen eines Radhelms die Verletzungsschwere reduzieren.

VCÖ: Zahl der im Straßenverkehr tödlich verletzten Seniorinnen und Senioren im Vorjahr stark gestiegen – Höchste Opferzahl seit dem Jahr 2012
(Anzahl der bei Verkehrsunfällen tödlich verletzten Personen ab 65 Jahren in Österreich)

Jahr 2025: 147 Todesopfer
Jahr 2024: 120 Todesopfer
Jahr 2023: 121 Todesopfer
Jahr 2022: 119 Todesopfer
Jahr 2021: 99 Todesopfer
Jahr 2020: 106 Todesopfer
Jahr 2019: 127 Todesopfer
Jahr 2018: 121 Todesopfer
Jahr 2017: 101 Todesopfer
Jahr 2016: 137 Todesopfer
Jahr 2015: 141 Todesopfer
Jahr 2014: 115 Todesopfer
Jahr 2013: 142 Todesopfer
Jahr 2012: 154 Todesopfer

Quelle: BMI, VCÖ, Statistik Austria (2012-2024), VCÖ 2026

VCÖ: In Niederösterreich war im Vorjahr Anzahl tödlich verletzter Seniorinnen und Senioren am höchsten
(Anzahl Verkehrstote ab 65 Jahren im Jahr 2025)

Niederösterreich: 33 Todesopfer
Oberösterreich: 32 Todesopfer
Steiermark: 19 Todesopfer
Tirol: 19 Todesopfer
Kärnten: 14 Todesopfer
Salzburg: 14 Todesopfer
Wien: 8 Todesopfer
Burgenland: 5 Todesopfer
Vorarlberg: 3 Todesopfer
Österreich: 147 Todesopfer

Quelle: BMI, VCÖ 2026

VCÖ: Die meisten Senior:innen verunglückten im Vorjahr als Pkw-Insassen tödlich
(Anzahl der bei Verkehrsunfällen tödlich verletzten Personen ab 65 Jahren, Österreich)

Pkw-Insassen: 52
Fußgängerinnen und Fußgänger: 34  
E-Bike: 22
Fahrrad: 20
Motorrad: 13
Moped: 2
Traktor: 2
E-Scooter: 1
Sonstiges: 1

Quelle: BMI, VCÖ 2026

VCÖ: Im Vorjahr verunglückten fast dreimal so viele Senioren wie Seniorinnen tödlich

Frauen ab 65 Jahren: 37 Verkehrstote
Männer ab 65 Jahren: 110 Verkehrstote

Quelle: BMI, VCÖ 2026

Zurück zur Übersicht

VCÖ: Im Vorjahr in fünf Wiener Bezirken kein Schulwegunfall

VCÖ (Wien, 4. September 2023) – In fünf Bezirken gab es im Vorjahr keinen einzigen Schulwegunfall. Vier Bezirke erreichten dieses Ziel sogar in den vergangenen drei Jahren, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt. Schulwege sind dank zahlreicher Maßnahmen sicherer als Freizeitwege. Kinder können am Schulweg Kompetenz im richtigen Verhalten im Straßenverkehr lernen. Werden Kinder mit dem Elterntaxi zur Schule chauffiert, wird ihnen diese Chance genommen, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ. Schulen können gemeinsam mit dem jeweiligen Bezirk durch Verkehrsberuhigung und die Umsetzung einer Schulstraße die Sicherheit am Schulweg weiter erhöhen.

Mehr dazu
Foto: Zwei Schulkinder zwischen zwei Autos, welche auf die Straße schauen.

Schulstraßen machen Schulumfeld sicherer

VCÖ - Mobilität mit Zukunft (September 2023) – Autoverkehr verursacht vor vielen Schulen ein für Kinder gefährliches Verkehrschaos. Schulstraßen reduzieren die Verkehrsprobleme im Schulumfeld und erhöhen die Sicherheit für die Kinder. Sie unterstützen Kinder selbständig und bewegungsaktiv mobil sein zu können.

Mehr dazu
Schulstraße mit Eltern und Kindern vor einer Volksschule in Wien