VCÖ: Zahl der tödlichen Fußgängerunfälle im Vorjahr gestiegen - fast zwei Drittel der Todesopfer waren ältere Menschen

VCÖ: Maßnahmen für ein seniorengerechtes Verkehrssystem umsetzen

VCÖ (Wien, 8. Jänner 2026) – 53 Fußgängerinnen und Fußgänger kamen im Vorjahr in Österreich bei Verkehrsunfällen ums Leben, um fünf mehr als im Jahr 2024, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. 33 Todesopfer waren 65 Jahre oder älter. 85 Prozent der tödlichen Unfälle älterer Fußgängerinnen und Fußgänger ereigneten sich im Ortsgebiet. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen für ein seniorengerechtes und fehlertolerantes Verkehrssystem mit mehr Verkehrsberuhigung und mehr Tempo 30 statt 50.

Die Zahl der im Straßenverkehr tödlich verletzten Fußgängerinnen und Fußgänger stieg im Vorjahr um fünf auf 53, weist der VCÖ auf Daten des Innenministeriums hin. Das ist die höchste Anzahl an tödlich verletzten Fußgängerinnen und Fußgängern seit dem Jahr 2019 mit 69 Todesopfern. Die bisher niedrigste Opferzahl wurde im Jahr 2021 mit 37 verzeichnet. Insgesamt ist die Zahl der tödlichen Fußgängerunfälle in Österreich in den vergangenen zehn Jahren dank Verkehrssicherheitsmaßnahmen gesunken, im Jahr 2015 starben sogar 84 Fußgängerinnen und Fußgänger im Straßenverkehr.

Die VCÖ-Analyse zeigt, dass 33 der 53 Todesopfer Seniorinnen und Senioren waren, davon waren mit 18 mehr als die Hälfte 80 Jahre oder älter. „Unser Verkehrssystem muss auf ältere Menschen mehr Rücksicht nehmen, umso mehr als durch den demografischen Wandel die Zahl älterer Menschen in den kommenden Jahren stark zunehmen wird“, macht VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky aufmerksam. Laut Bevölkerungsprognose der Statistik Austria steigt die Zahl der Generation 65 plus in den kommenden fünf Jahren um rund 250.000 auf 2,13 Millionen im Jahr 2030, die Generation 75 plus nimmt um fast 65.000 auf 971.000 zu.

Im Vorjahr passierten 85 Prozent der tödlichen Fußgängerunfälle von Seniorinnen und Senioren im Ortsgebiet. „Aufgrund des schlechteren Gesundheitszustands ist bei älteren Menschen das Risiko tödlicher Verletzungen bei Unfällen höher. Deshalb sind unfallvermeidende Maßnahmen so wichtig“, erklärt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. Und das Verkehrssystem muss fehlertoleranter werden, betont der VCÖ. Wo Menschen unterwegs sind, passieren Fehler. Das Verkehrssystem ist so zu gestalten, dass Fehler möglichst keine fatalen Folgen haben.

Der VCÖ spricht sich daher in den Städten und Gemeinden für mehr Verkehrsberuhigung und mehr Tempo 30 statt 50 aus. Bei Tempo 50 ist der Anhalteweg (Summe von Reaktions- und Bremsweg) doppelt so lang wie bei Tempo 30. Wird ein Fußgänger mit 50 km/h angefahren, ist das Risiko tödlicher Verletzungen vier bis fünfmal so hoch wie bei 30 km/h.

Zudem soll das Delikt „Handy am Steuer“ endlich ins Vormerksystem aufgenommen werden, wie das in den meisten EU-Staaten bereits der Fall ist. „Handy am Steuer ist kein Kavaliersdelikt. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht und langsam wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky.

Im Bundesländer-Vergleich verzeichneten Niederösterreich und Wien mit jeweils zehn die meisten tödlichen Fußgängerunfälle, informiert der VCÖ. In Tirol wurden neun Fußgängerinnen und Fußgänger im Straßenverkehr tödlich verletzt, in Oberösterreich acht. Nur in Vorarlberg wurde das Ziel „kein tödlicher Fußgängerunfall“ erreicht.

VCÖ: 53 Fußgängerinnen und Fußgänger kamen 2025 im Straßenverkehr ums Leben
(bei Verkehrsunfällen in Österreich tödlich verletzte Fußgängerinnen und Fußgänger)

Jahr 2025: 53 Todesopfer (vorläufige Daten)
Jahr 2024: 48 Todesopfer (endgültige Daten)
Jahr 2023: 52 Todesopfer
Jahr 2022: 49 Todesopfer
Jahr 2021: 37 Todesopfer
Jahr 2020: 51 Todesopfer
Jahr 2019: 69 Todesopfer
Jahr 2018: 47 Todesopfer
Jahr 2017: 73 Todesopfer
Jahr 2016: 73 Todesopfer
Jahr 2015: 84 Todesopfer

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2026

VCÖ: Zwei Drittel der im Straßenverkehr tödlich verletzten Fußgängerinnen und Fußgänger waren Seniorinnen und Senioren
(Österreich, Jahr 2025)

65 Jahre oder älter: 33
50 bis 64 Jahre: 7
30 bis 49 Jahre: 6
15 bis 29 Jahre: 5
0 bis 14 Jahre: 2

Quelle: BMI, VCÖ 2026

VCÖ: In Niederösterreich und Wien passierten die meisten tödlichen Fußgängerunfälle
(bei Verkehrsunfällen tödlich verletzte Fußgängerinnen und Fußgänger im Jahr 2025, in Klammer Jahr 2024)

Niederösterreich: 10 (8)
Wien: 10 (6)
Tirol: 9 (5)
Oberösterreich: 8 (5)
Steiermark: 5 (11)
Burgenland: 4 (1)
Kärnten: 4 (5)
Salzburg: 3 (6)
Vorarlberg: 0 (1)

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2026

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Foto: Wolfgang Zajc