VCÖ: Zahl der Verkehrstoten ist im 1. Halbjahr stark zurückgegangen – aber bereits 130 Todesopfer

VCÖ: Gemeinden und Städte können nun leichter Tempo 30 umsetzen

VCÖ (Wien, 1. Juli 2024) – Die Zahl der Verkehrstoten ist heuer im 1. Halbjahr um 27 Prozent zurückgegangen, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Seit Jahresbeginn kamen in Österreich 130 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, um 49 weniger als im 1. Halbjahr 2023. In keinem einzigen Bundesland nahm die Anzahl der im Straßenverkehr tödlich Verunglückten zu. Im Vorjahr war die Zahl der Verkehrstoten im zweiten Halbjahr um ein Viertel höher als im 1. Halbjahr. Mit verstärkten Verkehrssicherheitsmaßnahmen kann die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden weiter reduziert werden, betont der VCÖ.

130 Menschen verloren im 1. Halbjahr bei Verkehrsunfällen in Österreich laut heute veröffentlichter Daten des Innenministeriums ihr Leben. Die Anzahl der Verkehrstoten ist damit um 49 niedriger als im 1. Halbjahr 2023 und die niedrigste Anzahl an Verkehrstoten im 1. Halbjahr seit Bestehen der Unfallstatistik, informiert der VCÖ. "Es gibt nur eine akzeptable Anzahl an Verkehrstoten und die ist null. Diesem Ziel gilt es so nahe wie möglich zu kommen. Die 130 Todesopfer sind auch Mahnung, weitere Verkehrssicherheitsmaßnahmen umzusetzen", betont VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky.

In den vergangenen Jahren war im zweiten Halbjahr die Zahl der Verkehrstoten meist höher als im 1. Halbjahr, im Vorjahr kamen im 2. Halbjahr um 44 Menschen mehr bei Verkehrsunfällen ums Leben als im 1. Halbjahr.

Mit 30 waren die meisten Verkehrstoten in Niederösterreich zu beklagen, die zweithöchste Anzahl an Todesopfern forderte der Straßenverkehr in der Steiermark mit 25, vor Oberösterreich mit 24, dem Land Salzburg mit 14 und Tirol mit elf. In Kärnten kamen neun Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, in Wien sieben, in Vorarlberg sechs und im Burgenland zwei. Mit Ausnahme von Wien, wo die Anzahl tödlich Verunglückter gleich hoch blieb, nahm in allen Bundesländern die Zahl der Verkehrstoten ab, berichtet der VCÖ.

„Von der Exekutive über Bund, Land, Städte, Gemeinden bis hin zu den Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer tragen viele zur Verkehrssicherheit bei. Insgesamt hängt die Verkehrssicherheit von vielen Faktoren ab“, stellt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky fest.

Aufmerksamkeit ist ein zentraler Faktor, Ablenkung erhöht das Unfallrisiko. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert, reagiert so schlecht wie ein Alko-Lenker mit 0,8 Promille, verdeutlicht der VCÖ. Dass Handy am Steuer nach wie vor ein großes Problem ist, zeigt die Bilanz der Exekutive: Allein im Vorjahr wurden in Österreich 129.781 Lenkerinnen und Lenker beim verbotenen Handy-Telefonieren am Steuer erwischt. Das Bewusstsein für die Gefahren durch Handy am Steuer ist zu schärfen und so wie in vielen anderen EU-Staaten auch, sollte Handy am Steuer Teil des Vormerksystems werden, betont der VCÖ.

Ein weiterer sehr wichtiger Faktor für die Sicherheit im Straßenverkehr ist die Geschwindigkeit. Je höher das Tempo, desto länger der Reaktionsweg und der Bremsweg. Das Risiko eines Unfalls steigt und im Fall eines Zusammenstoßes nimmt mit der Geschwindigkeit die Verletzungsschwere zu.

Ein Pkw, der bei Tempo 30 einen Reaktions- und Bremsweg von insgesamt elf Metern hat, hat bei Tempo 50 mit 24 Metern einen doppelt so langen Anhalteweg und nach elf Metern noch fast die volle Geschwindigkeit, informiert der VCÖ. Wird ein Fußgänger mit diesem Tempo angefahren sind schwerste oder gar tödliche Verletzungen die Folge. Deshalb ist es erfreulich, dass nun die mit 1. Juli in Kraft getretene StVO-Novelle es den Gemeinden und Städten erleichtert, Tempo 30 umzusetzen.

Einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leistet der Ausbau des Radwegenetzes. In den vergangenen zwei Jahren gab es österreichweit auf baulich getrennten Radwegen keinen einzigen tödlichen Radunfall, informiert der VCÖ. Da Bahn und Bus um ein Vielfaches sicherer sind als Pkw tragen auch mehr öffentliche Verkehrsverbindungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit bei.

VCÖ: In Österreich im 1. Halbjahr weniger Verkehrstote, aber noch immer viele Todesopfer
(Anzahl Verkehrstote in Österreich)

1. Halbjahr 2024: 130 Verkehrstote (vorläufige Daten)
1. Halbjahr 2023: 179 Verkehrstote (endgültige Daten)
1. Halbjahr 2022: 191 Verkehrstote
1. Halbjahr 2021: 151 Verkehrstote
1. Halbjahr 2020: 153 Verkehrstote
1. Halbjahr 2019: 196 Verkehrstote
1. Halbjahr 2018: 197 Verkehrstote
1. Halbjahr 2017: 170 Verkehrstote
1. Halbjahr 2016: 190 Verkehrstote
1. Halbjahr 2015: 214 Verkehrstote
1. Halbjahr 2014: 238 Verkehrstote
1. Halbjahr 2013: 191 Verkehrstote
1. Halbjahr 2012: 233 Verkehrstote
1. Halbjahr 2011: 246 Verkehrstote
1. Halbjahr 2010: 250 Verkehrstote

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2024

VCÖ: Im Burgenland war die Anzahl der Verkehrstoten mit Abstand am niedrigsten
(Bei Verkehrsunfällen im 1. Halbjahr 2024 tödlich verunglückt – in Klammer endgültige Daten 1. Halbjahr 2023)

Niederösterreich: 30 Verkehrstote (44 Verkehrstote)
Steiermark: 25 (27)
Oberösterreich: 24 (34)
Salzburg: 14 (19)
Tirol: 11 (18)
Kärnten: 9 (14)
Wien: 7 (7)
Vorarlberg: 6 (8)
Burgenland: 2 (8)

Österreich: 130 (179)

Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2024

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VCÖ: Zahl der Verkehrstoten in Österreich im 1. Halbjahr stark gestiegen – 162 Todesopfer

VCÖ (Wien, 1. Juli 2025) – Die Zahl der Verkehrstoten ist heuer im 1. Halbjahr um 17 Prozent gestiegen, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Seit Jahresbeginn kamen in Österreich bereits 162 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, um 24 mehr als im 1. Halbjahr 2024. Der VCÖ weist darauf hin, dass im Vorjahr die Zahl der Verkehrstoten im zweiten Halbjahr um 54 Prozent höher war als im 1. Halbjahr. Angesichts der hohen Opferzahl fordert der VCÖ verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen, insbesondere auf Freilandstraßen. Bei Hitze steigt das Unfallrisiko, warnt der VCÖ.

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Foto: Kleines Kreuz mit Kerzen neben einer Freilandstraße

VCÖ: Auch in Österreichs Kleinstädten ist Hitzebelastung großes Problem – fast die Hälfte der Bevölkerung fühlt sich durch Hitze belastet

VCÖ (Wien, 24. Juni 2025) –Nicht nur in Großstädten, auch in Österreichs Kleinstädten ist der Anteil der Bevölkerung, der von der Hitze belastet wird, hoch, macht der VCÖ aufmerksam. Beim aktuellsten Mikrozensus der Statistik Austria gaben österreichweit 46 Prozent der Bevölkerung an, dass die Hitze sie belastet, in Wien sind es fast 60 Prozent, in Kleinstädten 48 Prozent. Nicht nur im Wohnbereich, auch in der Mobilität führt Hitze zu Belastungen. Gehsteige, die ohne Schatten in der prallen Sonne liegen, können von gesundheitlich beeinträchtigten Personen und vielen älteren Menschen de facto nicht benützt werden. Sowohl für die Gesundheit als auch für die Mobilität der Bevölkerung ist es wichtig, den Straßenraum in Städten und Gemeinden durch mehr Bäume und Begrünung an den Klimawandel anzupassen, betont der VCÖ.

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