VCÖ: Zahl der Verkehrstoten ist im Vorjahr stark gestiegen
VCÖ: Mehr Maßnahmen gegen Hauptunfallursachen sowie verstärkter Ausbau der Rad-Infrastruktur nötig
VCÖ (Wien, 1. Jänner 2026) – Im Vorjahr ist die Zahl der Verkehrstoten statt zu sinken massiv gestiegen: 397 Menschen kamen bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben, um 46 mehr im Jahr 2024, macht die Mobilitätsorganisation VCÖ aufmerksam. Nur in zwei Bundesländern, Wien und Salzburg, ging die Zahl der Verkehrstoten im Vorjahr zurück. Der VCÖ erinnert an Österreichs Verkehrssicherheitsziel, bis zum Jahr 2030 die Zahl der Verkehrstoten auf weniger als 207 zu reduzieren. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen zu hohes Tempo und Ablenkung sowie den verstärkten Ausbau der Rad-Infrastruktur.
Statt zu sinken, ist die Zahl der Verkehrstoten stark gestiegen. Im Vorjahr war die Zahl der Verkehrstoten höher als in den Jahren 2024, 2022, 2021 und 2020. "Jeder Verkehrstote ist einer zu viel. Verkehrsunfälle reißen Menschen aus ihrem Leben, verursachen bei Angehörigen unermessliches Leid. Umso wichtiger ist es, mehr unfallvermeidende Maßnahmen umzusetzen", stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest.
Die drei größten Opfergruppen waren im Vorjahr Pkw-Insassen (164 Todesopfer), Motorradfahrer (81 Todesopfer) sowie Fußgängerinnen und Fußgänger (53 Todesopfer), informiert der VCÖ. 34 Menschen kamen mit dem Fahrrad bei einem Verkehrsunfall ums Leben, 31 Menschen mit einem E-Bike. Die Zahl der tödlich verunglückten Pkw-Insassen war um 20 höher als zur gleichen Zeit des Vorjahres, die Zahl der mit einem Fahrrad tödlich Verunglückten ist um 22 gestiegen und die Zahl der mit einem E-Bike tödlich Verunglückten um elf.
Fast zwei Drittel der mit Fahrrad oder E-Bike tödlich Verunglückten waren Seniorinnen und Senioren. Insgesamt gab es im Vorjahr bei den tödlichen Unfällen von älteren Menschen einen starken Anstieg. „In den kommenden Jahren wird die Anzahl älterer Menschen stark steigen. Unser Verkehrssystem nimmt auf ältere Menschen zu wenig Rücksicht, es braucht verstärkte Maßnahmen für eine seniorengerechte Verkehrsplanung“, betont VCÖ-Sprecher Christian Gratzer. Das heißt konkret im Ortsgebiet mehr Verkehrsberuhigung, mehr Tempo 30 statt 50 sowie übersichtliche Straßenübergänge.
Groß ist der Aufholbedarf bei der Rad-Infrastruktur. Gerade für ältere Menschen sind baulich getrennte Radwege, insbesondere auch außerhalb der Ortsgebiete, für ihre Sicherheit sehr wichtig. Da die Radinfrastruktur jahrzehntelang vernachlässigt wurde, braucht es verstärkte Investitionen, um die nötigen Verbesserungen rasch umzusetzen, betont der VCÖ.
Um dem Verkehrssicherheitsziel – weniger als 207 Verkehrstote im Jahr 2030 – rascher näher zu kommen, braucht es verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen tödlicher Verkehrsunfälle, Ablenkung und Unachtsamkeit sowie zu hohes Tempo. „Insbesondere auf Freilandstraßen ist die Zahl schwerer Verkehrsunfälle hoch. Hier sollte Tempo 80 die Regel und Tempo 100 die zu begründende Ausnahme sein. Und es braucht mehr Tempokontrollen auf Freilandstraßen“, stellt VCÖ-Sprecher Christian Gratzer fest. Zudem ist Handy am Steuer endlich als Delikt ins Vormerksystem aufzunehmen, wie das in der Mehrzahl der EU-Staaten bereits der Fall ist.
VCÖ: Zahl der Verkehrstoten ist im Vorjahr stark gestiegen (Anzahl Verkehrstote in Österreich)
Verkehrssicherheitsziel für das Jahr 2030: weniger als 207 Verkehrstote
Jahr 2025: 397 Verkehrstote (vorläufige Daten)
Jahr 2024: 351 Verkehrstote (endgültige Daten)
Jahr 2023: 402 Verkehrstote
Jahr 2022: 370 Verkehrstote
Jahr 2021: 362 Verkehrstote
Jahr 2020: 344 Verkehrstote
Jahr 2019: 416 Verkehrstote
Jahr 2018: 409 Verkehrstote
Jahr 2017: 414 Verkehrstote
Jahr 2016: 432 Verkehrstote
Jahr 2015: 479 Verkehrstote
Quelle: BMI, Statistik Austria, VCÖ 2026