VCÖ zu ÖBB-Bilanz: Bahnangebot weiter verbessern ist Gebot der Stunde

VCÖ: Abstimmung zwischen Bahn und Bus sowie Erreichbarkeit der Bahnhöfe verbessern

VCÖ (Wien, 17. April 2026) - Angesichts der aktuellen Treibstoffkrise mit absehbaren Lieferengpässen insbesondere bei Diesel, ist die weitere Verbesserung des Bahnangebots in Österreich essenziell, stellt die Mobilitätsorganisation VCÖ fest. Häufigere Verbindungen, optimale Abstimmung zwischen Haupt- und Regionalverbindungen und zwischen Bahn und Bus, die Bahnhöfe gut mit öffentlichen Mobilitätsangeboten und dem Fahrrad erreichbar machen, nennt der VCÖ einige Maßnahmen. Rasche Verbesserungen braucht es zudem bei Pünktlichkeit und Verlässlichkeit, Zugausfälle sind zu verhindern.

"Die heute präsentierten Zahlen zeigen, dass in Österreich viel Bahn gefahren wird. Die Fahrgäste leisten einen wichtigen Beitrag, Verkehrsprobleme und Staus zu verringern sowie den Spritverbrauch zu senken, was in Zeiten eines knappen Treibstoffangebots besonders wichtig ist", stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Im EU-Vergleich ist Österreichs Bahnangebot gut, im Vergleich zur Schweiz hat Österreich noch einiges zu verbessern: Dichteres Netz, häufigere Verbindungen, ein optimaler Taktverkehr, bei dem das Umsteigen weder Stress verursacht noch lange Wartezeiten mit sich bringt. Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sind Grundanforderungen, umso wichtiger sind Maßnahmen, die die Pünktlichkeit erhöhen und Zugausfälle vermeiden.

Mehr Augenmerk ist auf die Gesamtreisezeit zu legen, die zu Hause beginnt und beispielsweise bei Pendlerinnen und Pendlern beim Erreichen des Arbeitsplatzes endet. Das heißt verbesserte Angebote für die sogenannte "First- und Last-Mile": Bahnhöfe gut erreichbar machen, mit Linienverkehren, in Regionen mit Shuttlebussen und Anrufsammeltaxis, mit dem Fahrrad über sichere Radwege zu den Bahnhöfen. Das entlastet auch die Park & Ride Anlagen. Zudem sind optimale Anschlussverbindungen zwischen den Hauptstrecken und Regionalverbindungen für die Gesamtreisezeit zentral. "Das funktioniert in der Schweiz mit dem integrierten Taktfahrplan sehr gut. Auch in der Schweiz gibt es zahlreiche verschiedene Bahnunternehmen, diese müssen sich dem integrierten Taktfahrplan unterordnen. Die Folge ist ein optimales und gut abgestimmtes Bahnsystem, das den Fahrgästen hohe Qualität liefert", erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Statt mehr Güter wurden im Vorjahr weniger Güter auf der Schiene transportiert. Angesichts der aktuellen Treibstoffkrise und der sich abzeichnenden Lieferengpässe bei Diesel, ist eine Trendwende beim Schienengüterverkehr auch aus energiepolitischer Sicht essenziell. Der Straßengüterverkehr ist für rund 40 Prozent des Dieselverbrauchs in Österreich verantwortlich. Um die Dieselabhängigkeit des Güterverkehrs zu reduzieren, ist neben mehr Elektro-Lkw die Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene zentral, betont der VCÖ.

Zudem fordert der VCÖ in der EU ein abgestimmtes Baustellenmanagement zwischen betroffenen Staaten. Derzeit kann beispielsweise Deutschland auch auf für den internationalen Schienenverkehr zentralen Verbindungen selber entscheiden, ob für Baustellen die gesamte Strecke gesperrt wird oder nur ein Gleis. Leidtragende sind die Fahrgäste durch längere Reisezeiten, Verspätungen oder überhaupt Zugausfälle, ebenso Unternehmen, die ihre Güter auf der Schiene transportieren möchten. "Bei Infrastruktursanierungen müssen die Interessen von Personen- und Güterverkehr und damit von Fahrgästen und Wirtschaft stärker berücksichtigt werden. Hier kann die EU von den international erfolgreichsten Eisenbahnstaaten, Schweiz und Japan, lernen", stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest.

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VCÖ: Erdölimporte aus Russland stoppen

VCÖ (Wien, 22. Februar 2022) – Der Einmarsch Russlands in die Ukraine muss zu einem Stopp der Erdölimporte aus Russland führen, fordert der VCÖ. Seit dem Jahr 2010 importierte Österreich rund acht Millionen Tonnen Rohöl, im Jahr 2020 bezog Österreich zehn Prozent der Rohölimporte aus Russland. Der Großteil des Erdöls kommt aus Staaten mit massiven Defiziten bei Menschenrechten und Demokratie. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen, um Mobilität und Gütertransporte rascher von Erdöl unabhängig zu machen.

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VCÖ-Fachkonferenz: E-Kerosin allein kann Flugverkehr nicht auf Klimakurs bringen

Wien (3. Februar 2022) – Am Weg zum Klimaziel ist die Dekarbonisierung des Flugverkehrs eine besonders große Herausforderung. Der Ausstieg aus fossilem Flugtreibstoff und Umstieg auf E-Kerosin ist dabei alternativlos. Bei der VCÖ-Fachkonferenz wiesen heute die Fachleute darauf hin, dass die Umstellung auf E-Kerosin aus erneuerbarer Energie zu beschleunigen ist, aber darüber hinaus auch weitere Maßnahmen nötig sind, wie eine verursachergerechte Bepreisung und politische Vorgaben wie etwa CO2-Obergrenzen. Zentral ist auch, dass künftig weniger geflogen wird als im Vor-Covid-Jahr 2019.

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