VCÖ zu Spritpreisbremse: Es fehlen Maßnahmen zur Reduktion des Spritverbrauchs

VCÖ: Steuersenkung mit Gießkanne ist aus sozialer Sicht nicht treffsicher

Grafik: Zapfhahn auf weißen Hintergrund, aus welchem ein Tropfen Treibstoff tropft

VCÖ (Wien, 18. März 2026) – Die heute von der Regierung vorgeschlagenen Maßnahmen gegen die Energiekrise sind enttäuschend, stellt die Mobilitätsorganisation VCÖ fest. Denn auf die jährlichen Spritkosten von Autofahrerinnen und Autofahrern hat der Spritverbrauch einen stärkeren Einfluss als die Spritpreise. Die vorgeschlagene Spritpreisbremse kommt als Gießkanne zudem den wohlhabenderen Haushalten viel stärker zugute. Der VCÖ fordert die rasche Umsetzung eines Maßnahmenpakets zur Reduktion des Spritverbrauchs.

 

Der VCÖ vermisst Vorstöße der Regierung, um die Erdölabhängigkeit des Verkehrs zu reduzieren. "Das fängt damit an, Bewusstsein zu schaffen, wie man spritsparend fährt und geht bis hin zur Forcierung des Öffentlichen Verkehrs, des Radverkehrs, der E-Mobilität sowie der Reduktion von Tempolimits“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Unternehmen brauchen für den Umstieg auf Elektro-Mobilität Planungssicherheit. Umgekehrt können sie mit betrieblichem Mobilitätsmanagement dazu beitragen, dass Arbeitswege verstärkt mit Öffis, Rad oder in Fahrgemeinschaften zurückgelegt werden und damit die Pendlerinnen und Pendler entlasten. Zudem trägt eine Reduktion des Spritverbrauchs zur Versorgungssicherheit bei.

„Eine Steuersenkung mit der Gießkanne ist teuer, befreit uns nicht aus der Erdölfalle und ist auch aus sozialer Sicht nicht treffsicher, weil wohlhabende Haushalte deutlich mehr Sprit verbrauchen und deshalb stärker davon profitieren", stellt VCÖ-Experte Michael Schwendinger fest. Nach Einkommensdezilen tanken die zehn Prozent mit dem höchsten Einkommen sechsmal so viel Sprit wie die zehn Prozent mit dem niedrigsten Einkommen, mehr als dreimal so viel wie das zweite Einkommensdezil, fast dreimal so viel wie das dritte und mehr als doppelt so viel wie das vierte Einkommensdezil.

Zudem zeigen die Erfahrungen in Deutschland aus dem Jahr 2022, dass Steuersenkungen nicht 1:1 weitergegeben wurden. Heute warnen mehrere deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute davor, den Fehler aus 2022 nochmal zu wiederholen.

Zurück zur Übersicht

VCÖ-Veranstaltung: Güterverkehr auf Klimakurs bringen

Mit den derzeit existierenden Maßnahmen im Güterverkehr können die europäischen und österreichischen Klimaziele nicht erreicht werden, waren sich Fachleute aus der Schweiz, Deutschland und Österreich bei einer virtuellen VCÖ-Diskussion am 13. November 2020 einig. Es bedarf einer verursachergerechten Bepreisung und einer Kombination unterschiedlicher Instrumente, um den Güterverkehr auf Klimakurs zu bringen. Welche Maßnahmen in den kommenden Jahren gesetzt werden müssen, wurde in einer hochrangigen Podiumsbesetzung diskutiert.

Mehr dazu
(c) VCÖ

Güterverkehr auf Klimakurs bringen

Der Güterverkehr hat in den vergangenen Jahrzehnten stark zugenommen – vor allem auf der Straße. Damit verbunden sind hohe Umweltbelastungen und externe Kosten, die die Gesellschaft zu tragen hat. Der Güterverkehr verursacht in Österreich rund ein Drittel der verkehrsbedingten CO2-Emissionen. Eine Reduktion ist dringend notwendig. Wie der Transport von Gütern klimaverträglicher werden kann, beschreibt die VCÖ-Publikation „Güterverkehr auf Klimakurs bringen“.

Mehr dazu