VCÖ zu Unfallbilanz: Verstärkte unfallvermeidende Maßnahmen nötig!

VCÖ fordert Maßnahmenpaket für sichere Freilandstraßen und für ein kindgerechtes Verkehrssystem

Foto: Kleines Kreuz mit Kerzen neben einer Freilandstraße

VCÖ (Wien, 13. Mai 2026) – Statt zu sinken ist die Zahl der Verkehrstoten im Vorjahr um 52 Menschen auf 403 gestiegen. 63 Prozent der Verkehrstoten in Österreich waren im Vorjahr auf Freilandstraßen zu beklagen. 54 Prozent der tödlichen Verkehrsunfälle waren die Folge von Ablenkung, Unachtsamkeit und zu hohem Tempo. Die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Kinder stieg auf den höchsten Wert seit dem Jahr 2007. Der VCÖ fordert verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen sowie ein Maßnahmenpaket für sichere Freilandstraßen und für ein kindgerechtes Verkehrssystem.

 

Österreich droht sein Verkehrssicherheitsziel für das Jahr 2030 massiv zu verfehlen. Weniger als 207 Verkehrstote soll es in Österreich im Jahr 2030 geben. Statt dem Ziel näher zu kommen, ist die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr im Vorjahr um 52 Menschen auf 403 gestiegen. „In Österreich kamen im Vorjahr im Straßenverkehr fast doppelt so viele Menschen ums Leben wie in der mit Österreich gut vergleichbaren Schweiz. Wir sollten uns bei der Verkehrssicherheit ein Vorbild an der Schweiz nehmen und verstärkt unfallvermeidende Maßnahmen umsetzen“, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest. In der Schweiz kamen im Vorjahr 214 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben.

Großen Handlungsbedarf gibt es bei den Freilandstraßen, wo im Vorjahr 63 Prozent der Verkehrstoten zu beklagen waren. Der VCÖ fordert ein Maßnahmenpaket für sichere Freilandstraßen, unter anderem mit dem Rückbau von Raserstrecken, Tempolimit 80 statt 100, verstärkten Tempokontrollen sowie baulich getrennten Geh- und Radwegen entlang von Freilandstraßen.

Dringend nötig sind in Österreich verstärkte Maßnahmen für ein kindgerechtes und seniorengerechtes Verkehrssystem. Die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Kinder stieg im Vorjahr um 16 Prozent auf 3.551. Die Zahl, der im Straßenverkehr tödlich verletzten Seniorinnen und Senioren stieg in der Altersgruppe der 65- bis 84-Jährigen um 34 Menschen auf 128. „Unser Verkehrssystem nimmt sowohl auf Kinder als auch auf ältere Menschen zu wenig Rücksicht, obwohl sie die Schwächsten im Straßenverkehr sind und der Maßstab für ein sicheres Verkehrssystem sein sollten. Wir brauchen insbesondere in den Städten und Gemeinden mehr Verkehrsberuhigung, mehr Tempo 30 statt 50 und insgesamt eine Offensive beim Ausbau der Rad-Infrastruktur. Sichere Radwege sind die wirksamste Maßnahme, um die Zahl der Radunfälle zu reduzieren“, betont VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

Ein weiterer Schwerpunkt ist bei den Hauptunfallursachen zu setzen: 29 Prozent der tödlichen Unfälle waren die Folge von Ablenkung und Unachtsamkeit, 25 Prozent von nichtangepasster Geschwindigkeit. Der VCÖ fordert die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem, wie das in zahlreichen EU-Staaten bereits der Fall ist. Zudem sind nach Schweizer Vorbild die Toleranzgrenzen beim Überschreiten von Tempolimits zu senken, um das Bewusstsein zu erhöhen, dass Tempolimits einzuhalten sind. So gilt beispielsweise für Lkw ein Tempolimit von 80 km/h auf Autobahnen und Schnellstraßen. Untersuchungen der Arbeiterkammer haben jedoch ergeben, dass 93 Prozent schneller als erlaubt fahren.

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