VCÖ zu Weltgedenktag für Straßenverkehrsopfer: Seit 1995 mehr als 20.000 Verkehrstote in Österreich

VCÖ: Mit verstärkten unfallvermeidenden Maßnahmen Menschenleben retten

Foto: Kleines Kreuz mit Kerzen neben einer Freilandstraße

VCÖ (Wien, 14. November 2025) – Seit dem Jahr 1995 ist der dritte Sonntag im November der Weltgedenktag für Straßenverkehrsopfer. Die Mobilitätsorganisation VCÖ weist darauf hin, dass in diesem Zeitraum in Österreich 20.402 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen sind. Die meisten Todesopfer weist Niederösterreich mit 5.665 auf. Im Vorjahr war die Zahl der Verkehrstoten um 71 Prozent niedriger als im Jahr 1995. Doch heuer ist die Zahl der im Straßenverkehr tödlich Verunglückten gestiegen und ist mit 348 um 42 höher als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Die Mobilitätsorganisation VCÖ fordert mehr unfallvermeidende Maßnahmen.

„Der Straßenverkehr hat in Österreich in den vergangenen 30 Jahren deutlich mehr Todesopfer gefordert als Eisenstadt Einwohnerinnen und Einwohner hat. Der Weltgedenktag für Straßenverkehrsopfer ist nicht nur ein Gedenktag für die vielen Menschen, die bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sind, sondern auch eine Mahnung an die Politik, verstärkte Verkehrssicherheitsmaßnahmen umzusetzen“, stellt VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky fest.

20.402 Menschen kamen seit dem Jahr 1995 bei Verkehrsunfällen ums Leben, macht der VCÖ aufmerksam. Mit insgesamt 5.665 weist Niederösterreich die mit Abstand höchste Opferzahl auf. Es folgen Oberösterreich mit insgesamt 3.978 Verkehrstoten, die Steiermark mit 3.397 und Tirol mit 1.771 Todesopfern. Die niedrigste Anzahl an Verkehrstoten seit dem Jahr 1995 gab es in Vorarlberg mit insgesamt 671, vor Wien mit 903 und dem Burgenland mit 939.  

Die Entwicklung der vergangenen 30 Jahre zeigt, wie wichtig und wirksam Verkehrssicherheitsarbeit ist. Während im Jahr 1995 noch 1.210 Menschen im Straßenverkehr getötet wurden, waren es im Vorjahr mit 351 um 71 Prozent weniger, informiert der VCÖ. Unter anderem wurde in diesem Zeitraum das Alkohol-Limit von 0,8 auf 0,5 Promille gesenkt, der Mehrphasenführerschein und das Vormerksystem eingeführt sowie in Gemeinden und Städten verstärkt Verkehrsberuhigung, Tempo 30 statt 50 und mehr Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger umgesetzt. Auch die Kontrollen der Exekutive, die Einführung der Alkovortestgeräte und verbesserte Kontrollen etwa durch die Section Control haben einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit geleistet.

Doch der internationale Vergleich zeigt, dass Österreich in puncto Verkehrssicherheit noch viel aufzuholen hat. Während in Österreich im Vorjahr 38 Menschen pro Million Einwohnerinnen und Einwohner bei Verkehrsunfällen starben, waren es in Schweden mit 20 fast um die Hälfte weniger. Und die mit Österreich sehr gut vergleichbare Schweiz verzeichnete im Vorjahr mit 250 um 101 Verkehrstote weniger als Österreich. „Österreich braucht mehr unfallvermeidende Maßnahmen und muss stärker gegen die Hauptunfallursachen für tödliche Verkehrsunfälle Ablenkung und zu hohes Tempo vorgehen“, betont VCÖ-Expertin Katharina Jaschinsky. So soll endlich auch in Österreich Handy am Steuer ins Vormerksystem aufgenommen werden und auf Freilandstraßen Tempolimit 80 die Höchstgeschwindigkeit werden. Die Sicherheit für Fußgängerinnen und Fußgänger kann unter anderem mit verstärkter Verkehrsberuhigung in Städten und Gemeinden erhöht werden, die Zahl schwerer Radfahrunfälle ist am wirksamsten mit dem Ausbau und der Verbesserung der Radinfrastruktur zu reduzieren. Im Vorjahr gab es in Österreich auf baulich getrennten Radwegen keinen einzigen tödlichen Radunfall.  

Die Notwendigkeit zusätzlicher Maßnahmen unterstreicht auch die heurige Unfallbilanz. Statt zu sinken ist die Zahl der Verkehrstoten deutlich gestiegen. Mit 348 ist die Zahl der Todesopfer um 42 höher als zur gleichen Zeit des Vorjahres, macht der VCÖ aufmerksam.

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VCÖ: Mineralölsteuer-Einnahmen sinken, Sanierungsbedarf für Straßen steigt

VCÖ (Wien, 13. Mai 2025) – Für das Jahr 2024 rechnet das Finanzministerium mit einem Rückgang der Mineralölsteuereinnahmen um über 200 Millionen Euro auf 3,8 Milliarden Euro, macht der VCÖ aufmerksam. Bereits im Jahr 2023 waren die Einnahmen aus der Mineralölsteuer um 430 Millionen Euro niedriger als im Jahr 2019. Während die Einnahmen aus der Mineralölsteuer sinken, steigen aber aufgrund des Alters der Straßen, Brücken und Tunnel die Sanierungskosten für Bund, Länder und Gemeinden stark. Zusätzlich nehmen die Reparaturkosten durch Klimaschäden deutlich zu. Die Steuerbegünstigung von Diesel ist weder ökonomisch noch ökologisch betrachtet gerechtfertigt. Die Beibehaltung der Steuerbegünstigung von Diesel bei gleichzeitig nun höherer Besteuerung von Elektroautos steht auch im Widerspruch zu Österreichs Energie- und Klimazielen, betont der VCÖ.

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VCÖ (Wien, 1. April 2025) – 62 Menschen kamen in den ersten drei Monaten bei Verkehrsunfällen in Österreich ums Leben und damit um acht mehr als in den ersten drei Monaten des Vorjahres, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. Die meisten Verkehrstoten gab es in Niederösterreich mit 21, die wenigsten in Kärnten mit zwei. In den vergangenen drei Jahren passierten im 2. Quartal um 45 Prozent mehr tödliche Verkehrsunfälle als im 1. Quartal, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Damit Österreich sein Verkehrssicherheitsziel erreichen kann, braucht es verstärkte Maßnahmen, wie mehr Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen, verstärkte Kontrollen sowie die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem.

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