VCÖ zu WWF-Bodenreport: Verkehr muss stärker zum Bodenschutz beitragen!

VCÖ fordert Straßenbaumoratorium, Versiegelungsabgabe und Stopp der Zersiedelung

VCÖ (Wien, 19. August 2026) - Österreichweit ist der Bodenverbrauch zu hoch, kein Bundesland schützt seine Böden ausreichend, so das Ergebnis des heute veröffentlichten WWF-Bodenreports. Die Mobilitätsorganisation VCÖ weist darauf hin, dass die Mobilität deutlich effizienter und damit der Flächenverbrauch des Verkehrs reduziert werden kann. Zum einen sind die Böden vor weiterer Verbauung durch Straßen und Parkplätze zu schützen. Zum anderen braucht es mehr Entsiegelung und Begrünung. Gerade die diesjährige Hitzebelastung hat gezeigt, dass es in den Städten und Gemeinden entlang von Straßen mehr schattenspendende Bäume und mehr Begrünung braucht und Großparkplätze verstärkt zu entsiegeln sind. Der VCÖ fordert zum Schutz der heimischen Böden ein Straßenbaumoratorium, eine Versiegelungsabgabe und einen Stopp der Zersiedelung.

In den vergangenen drei Jahren wurde in Österreich im Schnitt jeden Tag die Fläche eines großen Fußballfeldes für den Straßenverkehr verbaut. Allein die Lobauautobahn würde weitere 131 Hektar an wertvollen landwirtschaftlichen Flächen zerstören. „Gerade im Verkehr liegen zahlreiche bessere Lösungen als der Bau neuer Straßen am Tisch. Der Öffentliche Verkehr kann viele Menschen transportieren und benötigt dafür wenig Fläche. Derzeit beträgt der Besetzungsgrad von Autos im Schnitt nur 1,14 Personen pro Auto. Wenn durch Fahrgemeinschaften künftig im Schnitt zwei Personen im Auto sitzen, dann reduziert das die Zahl der Autos im Vergleich zu heute um rund 40 Prozent. Und das sind nur zwei von vielen Beispielen“, betont VCÖ-Experte Michael Schwendinger.

Der VCÖ fordert ein Straßenbaumoratorium und stattdessen die Umsetzung von Maßnahmen für eine effizientere, platzsparende Mobilität. Zudem ist die Zersiedelung zu stoppen und stattdessen sind die Ortskerne zu stärken und zu beleben. Die Gemeinden und Städte sind bei ihren Maßnahmen zur Entsiegelung und Begrünung stärker zu unterstützen. Der VCÖ fordert dafür einen bundesweiten Fonds, der aus einer Versiegelungsabgabe gespeist werden soll. Für versiegelte Flächen, wie beispielsweise Parkplätze, ist je nach Größe eine Abgabe zu entrichten.

Zurück zur Übersicht

VCÖ-Magazin 2020-03 Arbeitswege sind auf Klimakurs zu bringen

Vor Covid-19 wurden in Österreich 60 Prozent der Fahrten zur Arbeit und zurück nach Hause mit dem Auto zurückgelegt. Allein diese Autofahrten stießen zuletzt mehr als 2,8 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr aus. Wie der Arbeitsweg zurückgelegt wird, prägt vielfach auch die Mobilität in anderen Lebensbereichen und auf anderen Wegen. Das VCÖ-Magazin "Arbeitswege sind auf Klimakurs zu bringen" zeigt anhand von Beispielen, wie Unternehmen schon jetzt die Klimabilanz von Arbeitswegen verbessern.

Mehr dazu

VCÖ-Factsheet: Mobilität als Dienstleistung erspart teuren Autobesitz

VCÖ - Mobilität mit Zukunft (April 2020) – Mobilität ohne Autobesitz. Was heute noch eine Ausnahme ist, wird in Zukunft die Regel sein. Nicht Pkw sondern Mobilitätsangebote als Dienstleistung werden gekauft. Das Konzept „Mobility as a Service“ wird in Skandinavien bereits erfolgreich umgesetzt.

Mehr dazu